Georgswall 3
nicht erhaltenes Gebäude in Hannover
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Georgswall 3[1] in Hannover ist der Standort des ehemaligen Wohnhauses von Charlotte Kestner, Jugendfreundin von Goethe und Urbild der „Lotte“ in Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers.[2]

mehrfarbige Künstlerpostkarte von Otto Pilzecker, um 1898
Geschichte
In der seinerzeit als Stadterweiterung von Hannover neu angelegten Aegidienvorstadt hatte Heinrich Jakob Lutz das Eckhaus Große Wallstraße 14 errichtet, in dem anschließend die noch junge Familie Kestner anfangs zwei Obergeschosse anmietete.[3] Charlotte Kestner behielt ihren dortigen Wohnsitz von 1784 bis 1820.[1]
1820 zog Charlotte Kestner aus der Wohnung in der Großen Wallstraße in ein eigenes Haus in der Aegidienstraße 4.[4]
Mehr als ein Jahrhundert nach dem Tode von Charlotte Kestner[4] wurde bereits im Jahr 1939 an dem damaligen Eckhaus Große Wallstraße zum heutigen Georgsplatz eine Tafel zur Erinnerung an „Charlotte Buff-Kestner“ angebracht.[5] Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude jedoch bald darauf durch die Luftangriffe auf Hannover ein Opfer der Fliegerbomben.[4]
Als ab 1966 standardisiert gestaltete Stadttafeln an zahlreichen Örtlichkeiten im Stadtbild Hannovers installiert wurden,[6] erhielt das Haus Georgswall 3 eine solche zur Erinnerung an dessen langjährige Bewohnerin Charlotte Kestner, geborene Buff.[2]
Große Aegidienstraße 4
Das Historische Museum Hannover besitzt eine fotografische Abbildung des Wohnhauses von Charlotte Kestner unter der Adresse Große Aegidienstraße 4. Auf dem Bild ist über den Schaufenstern des Erdgeschosses der Schriftzug „Fr. Cruses Buchhandlung und Antiquariat Ost & Georg“ zu erkennen.[7]
Literatur
- Bernd Adam: „Wohn Heuser vor Herrschaften“. Wo Charlotte Kestner wohnte. In: Ulrike Weiß, Kathrin Umbach, Gabriele Hotop, Thomas Schwark (Red.): Goethes Lotte. Ein Frauenleben um 1800 (= Schriften des Historischen Museums Hannover. Band 21). Essayband zu der Wanderausstellung Städtische Sammlungen Wetzlar, Stadt- und Industriemuseum vom 10. Mai 2003 bis 22. Juni 2003; Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen, Goethe-Nationalmuseum vom 10. Juli 2003 bis 17. August 2003; Historisches Museum Hannover vom 28. August 2003 bis 30. November 2003, Herausgeber: Historisches Museum Hannover (HMH). Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2003, ISBN 3-422-06443-5, S. 52–69.