Gerald R. Ford (Schiff)
Flugzeugträger der US Navy
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Die Gerald R. Ford (CVN-78) ist ein Flugzeugträger der United States Navy. Er ist nach dem früheren US-Präsidenten Gerald R. Ford benannt und das Typschiff der gleichnamigen Gerald-R.-Ford-Klasse. Diese gilt als Nachfolge-Schiffsklasse der Nimitz-Klasse.
USS Gerald R. Ford, Oktober 2022 | |
| Übersicht | |
|---|---|
| Bestellung | 10. September 2008 |
| Kiellegung | 14. November 2009 |
| Stapellauf | 9. November 2013 |
| 1. Dienstzeit | |
| Indienststellung | 22. Juli 2017 |
| Technische Daten | |
| Verdrängung | 100.000 ts |
| Länge | 337,1 Meter (Lüa) 332,8 Meter (Flugdeck) |
| Breite | 40,8 Meter (Wasserlinie) 78 Meter (Flugdeck) |
| Tiefgang | 11,9 Meter |
| Besatzung | 4539[1] |
| Antrieb | 4 Propeller, über 2 Nuklearreaktoren vom Typ A1B angetrieben |
| Geschwindigkeit | 30+ kn |
| Bewaffnung |
|
| Luftfahrzeuge | Bis zu 90, darunter: Boeing F/A-18, Boeing EA-18, Grumman C-2, Grumman E-2, Lockheed Martin F-35, Sikorsky SH-60 |
Die Gerald R. Ford wurde am 22. Juli 2017[2][3] in Dienst gestellt, als Ersatz für die am 1. Dezember 2012 außer Fahrt[4] und am 3. Februar 2017 offiziell außer Dienst[5] gestellte Enterprise.[6]
Geschichte
Namensgebung
Die Entscheidung, den neuen Träger als USS Gerald R. Ford zu benennen,[7] wurde wesentlich vom US-Kongress beeinflusst. Virginias Senator John Warner brachte einen Zusatz zum National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2007 ein, der genau dies vorschlug. Der Kongress stimmte zu, George W. Bush bestätigte die Entscheidung mit seiner Unterschrift am 17. Oktober 2006. Allerdings hieß es dort lediglich „is the sense of Congress that […] CVN-78 should be named the U.S.S. Gerald R. Ford“. Dieses „should ‚sollte‘“ weist darauf hin, dass die alleinige Verantwortung für die Benennung von Schiffen beim United States Secretary of the Navy, zu diesem Zeitpunkt Donald C. Winter, lag.
Am 3. Januar 2007, wenige Tage nach Fords Tod, kündigte der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld an, dass die Entscheidung für die Benennung nach Ford gefallen sei. Die Navy selbst bestätigte dies offiziell am 16. Januar 2007.[8]
Baugeschichte
Am 10. September 2008 erhielt Northrop Grumman offiziell einen Auftrag im Wert von 5,7 Milliarden Dollar zum Bau des Schiffs mit der Kennung CVN-78. Die Werft Northrop Grumman-Newport News Shipbuilding begann am 11. August 2008 mit dem Bau, dem Zuschneiden von Stahlplatten. Die Kiellegung des Trägers fand am 14. November 2009 statt. 2008 schätzte die US Navy die Gesamtkosten neu auf 10,5 Milliarden Dollar ein. Im Juni 2008 ging das Congressional Budget Office von 11,4 Milliarden Dollar aus. Bei der Indienststellung wurden Kosten von 13 Milliarden Dollar genannt.[9]
Am 9. November 2013 fand der Stapellauf des Schiffes statt. Getauft wurde der Flugzeugträger von Susan Ford Bales, der Tochter von Gerald Ford.[10][11]
Kurz nach dem Stapellauf ergab ein interner Bericht, dass der Flugzeugträger die neuen Vorgaben nicht erfüllen konnte. Insbesondere die gegenüber der Nimitz-Klasse geforderte erhöhte Anzahl an Starts und Landungen pro Zeitraum („sortie generation rate“) konnte nicht erreicht werden, da die neuentwickelten elektromagnetischen Flugzeugkatapulte technisch noch nicht ausgereift seien, ebenso wie die Landefanganlage, die für die Flugleitung notwendigen Radaranlagen und die Munitionsaufzüge. Dies zusammengenommen vergrößerte laut Bericht die Taktzeit zwischen den einzelnen Flugzeugabfertigungen erheblich und mache sie somit sogar langsamer als bei der Nimitz-Klasse. Man ging davon aus, dass die Mängel bis zur Indienststellung 2017 behoben werden können, allerdings mit Mehrkosten von 25 Prozent (ca. 13 Mrd. US-Dollar Gesamtkosten) und Verzögerungen beim Bau der typgleichen Schiffe John F. Kennedy und Enterprise.[12] Im Juli 2016 wurde eine Verschiebung der Auslieferung bis nach November 2016 bekannt gegeben.[13]
Ab dem 8. April 2017 absolvierte das Schiff Werkstestfahrten mit eigener Antriebskraft.[14] Am 31. Mai 2017 wurde die Gerald R. Ford an die US Navy übergeben[15][16] und am 22. Juli 2017 in Norfolk, Virginia[17] in Dienst gestellt.[18] Sie gilt als teuerstes Kriegsschiff der Welt.[19]
Operationen

Am 20. März 2021 führte die USS Gerald R. Ford erstmals mit dem italienischen Träger Cavour ein Ready for Operations (RFO) der Italienischen Marine während einer Atlantiküberquerung durch.[20] Am 5. Oktober 2022 lief die Gerald R. Ford zu ihrer ersten Einsatzfahrt aus. Sie operierte im Atlantischen Ozean mit NATO-Partnern, u. a. mit der Fregatte Hessen.[21]
Anfang Mai 2023 verließ der Flugzeugträger den Marinestützpunkt Norfolk zu seiner ersten Kampf-Einsatzfahrt.[22] Am 24. Mai kam er in der norwegischen Hauptstadt Oslo an, um nach einem mehrtägigen Zwischenstopp weiter zu einem NATO-Manöver am Polarkreis zu fahren.[23]
Am 8. Oktober 2023 wurde entsprechend einer Bekanntgabe des US-Verteidigungsministers Lloyd J. Austin im Rahmen einer umfassenden Unterstützung Israels u. a. die USS Gerald R. Ford ins östliche Mittelmeer beordert.[24] Dies erfolgte als Reaktion auf einen Großangriff der islamistischen Terrororganisation Hamas gegen Israel am 7. Oktober 2023.[25]
Am 18. August 2025 lief der Flugzeugträger in die Nordsee ein. Der Trägerverband um die Gerald R. Ford umfasste das Trägergeschwader Carrier Air Wing Eight (CVW-8), die drei Zerstörer Mahan, Winston S. Churchill und Bainbridge sowie Versorgungsschiffe wie die Supply und die William McLean. Es wurde vermutet, dass diese Verlegung im Zusammenhang mit dem russischen Großmanöver „Sapad 2025“ im September 2025 gestanden haben könnte und gleichzeitig als politisches Signal zu werten gewesen sei.[26][27]
Am 12. November 2025 wurde das Schiff vor die Küste Lateinamerikas verlegt, um sich nach Angaben der US-Regierung an der Bekämpfung von illegalem Drogenschmuggel in die USA zu beteiligen. Viele lateinamerikanische Regierungen reagierten mit Ablehnung auf die Stationierung und mutmaßten, dass die Präsenz des größten Flugzeugträgers der Welt als Drohgebärde gegenüber der venezolanischen Regierung von Nicolás Maduro zu werten sei.[28]
Im Februar 2026 verlegte die US Navy die Gerald R. Ford aus der Karibik in Richtung Mittelmeer/Nahost-Region. Nach Angaben der US-Marine wurde die Besatzung Mitte Februar über ihren neuen Einsatz informiert. Am 20. Februar 2026 passierte der Träger die Straße von Gibraltar und erreichte das Mittelmeer. Zuvor war der Flugzeugträger Abraham Lincoln in die Nahost-Region beordert worden. Medienberichte ordneten die Verlegung mehrere Träger in den US-Militäraufmarsch vor dem Irankrieg 2026 ein (u. a. zusätzliche Kampfflugzeuge und Begleitschiffe).[29] Die Verlegung sollte der publizierten Medienmeinung zufolge sowohl der Abschreckung als auch der Vorbereitung möglicher militärischer Optionen vor dem Hintergrund stark erhöhter Spannungen zwischen den USA und dem Iran dienen und fand parallel zu (indirekten) Gesprächen über das iranische Atomprogramm statt.[30][31] US-Präsident Trump drohte dem Iran mit einem Militärschlag für den Fall, dass keine Einigung zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms zustande kommen würde.[29]
Am 1. März 2026 trat die Gerald R. Ford in aktive Kampfoperationen ein: Im Rahmen der Operation Epic Fury, einer gemeinsamen US-amerikanisch-israelischen Militäroperation gegen den Iran, startete der Trägerverband Kampf-, Aufklärungs- und Elektronik-Kriegsführungsflugzeuge vom östlichen Mittelmeer aus gegen iranische Ziele.[32] Laut dem United States Central Command (CENTCOM), dem für die Region zuständigen der Unified Combatant Commands, wurden dabei nach der ersten Angriffswelle hunderte iranische Raketen- und Drohnenangriffe ohne Verluste auf amerikanischer Seite abgewehrt.[33]
Am 5. März 2026 passierte die Gerald R. Ford gemeinsam mit dem Zerstörer Bainbridge den Suezkanal Richtung Rotes Meer, um den bereits im Arabischen Meer operierenden Trägerverband um die Abraham Lincoln zu verstärken.[34] Es war das erste Mal, dass die Gerald R. Ford den Suezkanal durchquerte. Mit dem gleichzeitigen Einsatz zweier Trägerverbände – Ford im Roten Meer und Lincoln im Arabischen Meer – konzentrierte die US-Marine eine erhebliche Trägerkampfkraft in der Region.
Am 12. März 2026 brach an Bord der Gerald R. Ford ein Brand in der Hauptwäscherei aus. Zwei Matrosen erlitten dabei nicht lebensbedrohliche Verletzungen. Das Regionalkommando CENTCOM bestätigte den Vorfall und stellte klar, dass die Brandursache nicht kampfbedingt war; der Träger blieb nach eigenen Angaben voll einsatzbereit.[35][36] Nach dem Brand waren etwa 600 Crewmitglieder ohne reguläre Kojen und mussten provisorisch Aufenthaltsräume nutzen. Die Wäscherei war außer Betrieb und es gab nur eingeschränkte Hygienemöglichkeiten für die Besatzung.[37] Das Schiff befand sich am 18. März noch im Roten Meer und wurde anschließend über den Suezkanal ins Mittelmeer verlegt.[38] Am 23. März lief die Gerald R. Ford in der Souda-Bucht auf Kreta ein, um Reparaturen und Nachschub aufzunehmen.[39][40] Von dort fuhr der Träger weiter nach Split in Kroatien zu einem mehrtägigen Stopp und stach spätestens am 3. April wieder in See.[41] Währenddessen wurde die George H. W. Bush als ein weiterer Flugzeugträger in Richtung Naher Osten in Marsch gesetzt.[42]
Vizeadmiral Jim Kilby, stellvertretender Chief of Naval Operations, sagte Mitte März 2026 vor dem Streitkräfteausschuss des US-Senats, dass der Einsatz der Gerald R. Ford voraussichtlich insgesamt rund elf Monate dauern und der Träger frühestens Ende April oder Anfang Mai 2026 in seinen Heimathafen Norfolk zurückkehren werde.[43] Die Einsatzdauer würde so im Mai 2026 mit den über 300-tägigen Einsätzen in der Zeit des Vietnamkriegs vergleichbar werden und Mitte April die Dauer von 294 Tagen, für die Abraham Lincoln im Jahr 2020 als erster Träger seit dem Vietnamkrieg verlegt war, übertreffen.[44]
Weblinks
- Ship Details - USS GERALD R FORD (CVN 78). In: Naval Vessel Register. (englisch).
- CVN-78. In: globalsecurity.org. (englisch).
- CVN-78. In: naval-technology.com. (englisch).
- Forschungsdienst des US-Kongresses: Stand und Kosten des Programms. In: US-Kongress. April 2009 (englisch).