US-Militäraufmarsch vor dem Irankrieg 2026
diplomatische und militärische Spannungen im Jahr 2026
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Der US-Militäraufmarsch vor dem Irankrieg 2026 folgte auf die Niederschlagung der Proteste 2025/2026 im Iran und mündete im Irankrieg 2026. Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) verstärkten ab Januar 2026 Marine und Luftwaffe in der Golfregion massiv. Zwischenzeitlich gab es Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und Iran bezüglich des iranischen Atomprogramms, der iranischen Langstreckenraketen und den US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran ohne Ergebnisse. Am 28. Februar 2026 um etwa 7:15 Uhr MEZ (9:45 Uhr IRST) begannen Israel und die Vereinigten Staaten mit einem Krieg gegen Iran.[1][2][3]


Hintergrund
Im Jahr 1979 ereignete sich in Iran die Islamische Revolution. Eine Theokratie löste die Monarchie unter Mohammad Reza Pahlavi ab. Unter der Islamischen Republik wurden die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und Israel abgebrochen. Iran begann, islamistische und antiwestliche Milizen wie die Hisbollah und später auch die Huthis, die Hamas und die Al-Haschd asch-Schaʿbī militärisch zu unterstützen. Das bereits unter dem Schah angefangene Atomprogramm wurde weitergeführt und Israel und die USA warfen Iran vor, an Nuklearwaffen zu arbeiten. Daraufhin wurden ab 2006 Wirtschaftssanktionen gegen Iran verhängt, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmten.
Im Mai 2018 kündigte der US-Präsident Donald Trump das Atomabkommen, das 2015 zwischen Iran und den USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China geschlossen worden war. Er warf Iran vor, weiter an der Entwicklung ballistischer Raketen gearbeitet zu haben und führte Sanktionen gegen Iran ein.[4] Im Juni 2025 mündete der Konflikt mit Israel in den Zwölf-Tage-Krieg. In der Nacht auf den 22. Juni 2025 flogen die Vereinigten Staaten Luftangriffe auf iranische Atomanlagen, die laut Trump danach weitgehend zerstört waren. Nach den Luftangriffen Israels und der Vereinigten Staaten begann Iran mit Reparaturen an mehreren ballistischen Raketenanlagen, während die Wiederherstellung der nuklearen Einrichtungen langsamer voranschreitet. Satellitenbilder zeigten, dass die Instandsetzung von Raketenanlagen Priorität hatte, insbesondere des Raketenzentrums bei Schahrud, das innerhalb weniger Monate wieder betriebsbereit war. Die Wiederaufnahme des Atomprogramms und der Ausbau der Raketenkapazitäten widerspricht den Interessen Israels und der Vereinigten Staaten.[5][6][7]
Aufgrund der Sanktionen und Misswirtschaft ist das Land von hoher Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.[8] Ende 2025 erhöhte sich die Inflation auf 40 Prozent jährlich.[9] Zudem sind die Menschenrechte in Iran stark eingeschränkt.[10] Ab Dezember 2025 gab es in vielen Städten in Iran Proteste gegen die Regierung unter Ali Chamenei, Oberster Führer seit 1989, und Massud Peseschkian, Präsident seit 2024, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Die Anzahl der Toten wurde vierstellig. Gleichzeitig kam es zu Massenverhaftungen und Hinrichtungen. Zum Machtapparat der iranischen Regierung zählen die 1979 gegründete Revolutionsgarde, die Basidsch und das Polizeikommando der Islamischen Republik Iran (FARAJA). Im Januar und Februar 2026 sprach sich Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des letzten Schahs Irans, öffentlich für gezielte Militärschläge gegen die Islamische Republik aus.[11]
Verlauf
16. Januar 2026

Am 16. Januar 2026 entsandten die USA den Flugzeugträger Abraham Lincoln aus dem Chinesischen Meer in die Golfregion. Das 1989 in Dienst gestellte Schiff passierte am 18. Januar 2026 die Straße von Malakka in Begleitung der Zerstörer Frank E. Petersen Jr., Spruance und Michael Murphy.[12] Ende Januar 2026 befand er sich in einer Position, die einen Angriff auf Iran erlaubt. Darüber hinaus verfügen die Vereinigten Staaten über selbst unterhaltene oder über nutzbare Militärbasen in der Region, darunter die Muwaffaq Salti Air Base in Jordanien, die Prince Sultan Air Base in Saudi-Arabien und die Al Udeid Air Base in Katar.[13] Auf Diego Garcia im Indischen Ozean betreiben die USA einen Flugplatz mit einer 3659 Meter langen Start- und Landebahn.
17. Januar 2026
Donald Trump teilte dem Magazin Politico am 17. Januar 2026 mit, es sei an der Zeit, für eine neue Führung in dem Land zu sorgen.[14] Trump drohte wegen der blutigen Niederschlagung von regierungskritischen Protesten und möglichen Massenhinrichtungen mit einem militärischen Eingreifen. Der Sprecher der iranischen Armee, Mohammed Akraminia, drohte wiederum mit Schlägen etwa auf die US-Militärbasen in der Golfregion oder einen Flugzeugträger.[15] Iran verfügt unter anderem über die Kurzstreckenrakete Raad-500 mit einer Reichweite von 500 Kilometer.[16]

30. Januar 2026
Trump kündigte am 30. Januar 2026 an, weitere Flugzeugträger in die Region zu bringen. Iran drohte mit einem Gegenschlag.[17]
31. Januar 2026
Am 31. Januar 2026 kündigte Irans Revolutionsgarde ein Manöver mit scharfer Munition in der Straße von Hormus ab 1. Februar 2026 an. Zusammen mit chinesischen und russischen Einheiten begann das achte Flottenmanöver seit 2019 der Übungsreihe „Maritime Security Belt“. Das für den Nahen Osten zuständige US-amerikanische Regionalkommando Centcom warnte, jegliches unsicheres und unprofessionelles Verhalten in der Nähe von US-Truppen, regionalen Partnern oder kommerziellen Schiffen erhöhe das Risiko einer Kollision, Eskalation und Destabilisierung.[18]
Im Persischen Golf befanden sich zu diesem Zeitpunkt die US-amerikanischen Zerstörer McFaul und Mitscher sowie die Fregatten der Independence-Klasse Canberra, Tulsa und Santa Barbara[19], im Mittelmeer der Zerstörer Roosevelt und im Roten Meer der Zerstörer Delbert D. Black.[20] Saudi-Arabien habe – laut Meldungen der Presse ohne genaue Angabe von Quellen – kundgetan, seine Basen und seinen Luftraum für einen eventuellen Angriff auf Iran durch die USA nicht zur Verfügung zu stellen.[21]
1. Februar 2026
Mit Stand 1. Februar 2026 signalisierte Teheran die Bereitschaft zu diplomatischen Gesprächen.[22][23]
3. Februar 2026

Am 3. Februar 2026 näherten sich iranische Schnellboote dem unter US-Flagge fahrenden Tanker Stena Imperative in der Straße von Hormus nördlich von Oman. Die Boote forderten den Tanker auf, den Motor abzustellen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten. Der Tanker blieb in internationalen Gewässern und wurde von einem US-Kriegsschiff eskortiert.[24] Zur gleichen Zeit wurde eine iranische HESA Shahed-136-Drohne, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer näherte, von einem US-amerikanischen F-35-Kampfjet abgeschossen.[25]
5. Februar 2026
Am 5. Februar 2026 fing die Islamische Revolutionsgarde vor der Küste der Provinz Buschehr im Persischen Golf nahe der Insel Farsi zwei ausländische Öltanker ab und beschlagnahmte sie. Iranische Schnellboote forderten die Schiffe auf, ihren Kurs zu ändern, und eskortierten sie in iranisch kontrollierte Gewässer. Die Besatzungen wurden unverletzt in Sicherheit gebracht, die Schiffe zur Untersuchung in einen Hafen gebracht.[26] Die rechtliche Situation für die Passage durch die Straße von Hormus von zivilen und militärischen Schiffen ist komplex. Eine Blockade würde den Ölpreis weltweit erhöhen und auch die Vereinigten Staaten wirtschaftlich belasten.
6. Februar 2026
Ab dem 6. Februar 2026 verhandelten Vertreter Irans und der USA im Oman. Es handelte sich um die ersten direkten Kontakte seit dem zwölftägigen militärischen Konflikt zwischen Israel und Iran im Juni 2025, während dessen die Vereinigten Staaten zugunsten Israels eingriffen und mehrere iranische Nuklearanlagen angriffen. Die Vereinigten Staaten und weitere westliche Staaten warfen Iran vor, nach nuklearen Waffen zu streben. Die iranische Regierung wies diese Vorwürfe zurück und betont ihr völkerrechtlich verankertes Recht, Uran für zivile Anwendungen anzureichern.[27]
10. Februar 2026
Am 10. Februar 2026 stellte Trump die Option in den Raum, einen weiteren Flugzeugträgerverband in die Region zu entsenden.[28] Am 14. Februar 2026 konkretisierte Trump, dass er den Flugzeugträger Gerald R. Ford von der Karibik in den Golf verlegen lasse.[29] Mit Stand 20. Februar 2026 befand sich der Flugzeugträger bereits im Mittelmeer, offenbar begleitet von den Zerstörern Winston S. Churchill, Bainbridge and Mahan.[30]
15. Februar 2026
Mit Stand vom 15. Februar 2026 befanden sich verschiedene Militärflugzeuge im Mittleren Osten. Auf Diego Garcia waren zwei Aufklärungsflugzeuge P-8A Poseidon, zwei C-130-Transportmaschinen und drei KC-135-Stratotanker. Auf der al-Udeid Air Base in Katar waren 18 Stratotanker und sieben C-17-Globemaster-Transportflugzeuge.[31]
17. Februar 2026
Am 17. Februar 2026 wurden von den Vereinigten Staaten etwa 50 Flugzeuge, darunter F-22, F-35 und F-16 zusammen mit Tankflugzeugen in die Nähe der Golfregion geschickt.[32][33] Berichten zufolge nutzte Iran in mehreren Städten Sport- und Fußballstadien als Sammel- und Bereitstellungsräume für Militär- und Sicherheitskräfte. Dort wurden Personal, Ausrüstung und Fahrzeuge untergebracht, um sie vor möglichen Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels zu schützen.[34] Während der zweiten Verhandlungsrunde der Atomgespräche in Genf am 17. Februar drohte Ali Chamenei den in der Region stationierten Streitkräften der Vereinigten Staaten und erklärte, Iran sei „in der Lage, ihre Kriegsschiffe zu versenken“.[35]
19. Februar 2026
Am 19. Februar 2026 erklärte Trump, dass eine Entscheidung über mögliche weitere Luftangriffe auf Iran innerhalb von zehn Tagen getroffen werden könnte. Er begründete dies mit den Luftangriffen der Vereinigten Staaten im Juni 2025 auf drei iranische Nuklearanlagen, die seiner Ansicht nach das nukleare Potenzial des Landes stark reduziert und zu einer vorübergehenden Entspannung im Nahen Osten beigetragen hätten.[36]
Die iranische Regierung übermittelte am 19. Februar 2026 dem UN‑Generalsekretär António Guterres, dass im Falle militärischer Aggression alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte von als feindlich angesehenen Kräften in der Region als legitime Ziele betrachtet würden. Zugleich betonte Iran, dass das Land einen Krieg nicht anstrebe. In dem Schreiben wurde auf die zunehmende Rhetorik der Vereinigten Staaten gegenüber Iran verwiesen, die nach iranischer Auffassung ein reales Risiko militärischer Aktionen signalisiere.[37]

Das Pentagon verlegte zusätzliche Luftverteidigungssysteme zum Schutz der US-Stützpunkte, um sie vor einem iranischen Gegenangriff wie im Juni 2025 auf die Al Udeid Air Base zu schützen.[38] Am 20. Februar 2026 zeigten Satellitenaufnahmen sowie Auswertungen von Flugbewegungsdaten, dass der in Zentraljordanien gelegene Stützpunkt Muwaffaq Salti Air Base zu einem zentralen Knotenpunkt für die Einsatzplanungen der Streitkräfte der Vereinigten Staaten im Hinblick auf mögliche Angriffe gegen Iran geworden war. Aufnahmen vom selben Tag zeigten, dass sich mehr als 60 Kampfflugzeuge auf dem Gelände befanden – etwa das Dreifache der sonst üblichen Anzahl. Zudem waren seit dem 16. Februar mindestens 68 Transportflugzeuge auf dem Stützpunkt gelandet, wie aus Flugtracking-Daten hervorging. Weitere Maschinen könnten sich in überdachten Unterständen befunden haben.[39]
Mit Stand vom 19. Februar 2026 musste Trump seine Haltung zum Abkommen über die Chagos-Inseln ändern, nachdem Großbritannien die Nutzung der Militärbasis Diego Garcia für mögliche US-Angriffe gegen Iran ausgeschlossen hatte. Trump verband das Abkommen mit möglichen US-Militäreinsätzen gegen Iran. Die britische Regierung betonte, dass Stützpunkte nur mit Zustimmung Londons genutzt werden könnten und präventive Angriffe auf Iran völkerrechtlich fragwürdig seien.[40]
Mehrere Mitglieder des US-Kongresses setzten sich Mitte Februar 2026 dafür ein, eine Abstimmung über die War Powers Resolution herbeizuführen, um Präsident Trump gegebenenfalls daran zu hindern, militärische Maßnahmen gegen Iran ohne Zustimmung des Kongresses zu ergreifen.[41]
Zudem weisen Umfragen darauf hin, dass die Mehrheit der US-Amerikaner gegen einen Krieg mit Iran ist.[42]
22. Februar 2026
Im Zuge der wachsenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran zogen mehrere europäische Staaten ihre Truppen aus dem Nahen Osten zurück, um die Sicherheit ihrer Streitkräfte angesichts eines möglichen US-Militärschlags zu gewährleisten.[43]
23. Februar 2026
Am 23. Februar 2026 kündigten die Vereinigten Staaten den Abzug nicht unbedingt benötigter Diplomaten und ihrer Angehörigen aus dem Libanon an. Im Libanon ist die von Iran unterstützte Hisbollah präsent, was bei einem möglichen US-Militärschlag gegen Iran zu weiteren Konflikten führen könne.[44] Der ranghöchste General des US-Militärs, Dan Caine, warnte Trump sowie hochrangige Regierungsbeamte vor den erheblichen Risiken eines möglichen Militäreinsatzes gegen Iran. Dabei hob er insbesondere die Gefahr hervor, in einen langwierigen militärischen Konflikt verwickelt zu werden.[45]
24. Februar 2026
Im Rahmen des verstärkten US-Militärengagements in der Region verlegte die United States Air Force am 24. Februar 2026 zwölf F-22-Tarnkappenjäger vom britischen Luftwaffenstützpunkt Lakenheath zu einem Luftwaffenstützpunkt in den Süden Israels.[46]
US-Generalstabschef Dan Caine warnte vor Problemen bei einem Angriff auf Iran, darunter auf Versorgungsengpässen bei wichtigen Waffensystemen und mangelnde Unterstützung von Verbündeten. US-Präsident Trump bestritt diese Berichte.[47]
26. Februar 2026
Eine weitere Gesprächsrunde in Genf zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern am 26. Februar 2026 brachte keine belastbaren Ergebnisse. Der Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hatten die Verhandlungen geführt. Am 26. Februar 2026 wurde zudem bekannt, dass zwei US-Regierungsbeamte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Politico, das wie Die Welt zum Axel-Springer-Verlag gehört, ihre Hoffnung ausdrückten, dass Israel zuerst Iran angreifen werde. Sie argumentieren, ein israelischer Erstschlag würde US-Wähler für einen anschließenden US-Angriff mobilisieren. Als eine Option wurde ein „Enthauptungsschlag“, die gezielte Tötung des betagten obersten Führers Irans, Ajatollah Ali Chamenei, genannt.[48]
US-Präsident Trump präzisierte am 26. Februar 2026 seine Position hinsichtlich der iranischen Urananreicherung und der ballistische Langstreckenraketen: „It's proven to be, over the years, not easy to make a meaningful deal with Iran, and we have to make a meaningful deal. Otherwise bad things happen.“[49][50][51]
28. Februar 2026

Am 28. Februar 2026 um etwa 7:15 Uhr MEZ (9:45 Uhr IRST) griff Israel mit Luftschlägen Iran an, damit begann der Irankrieg 2026.[1]
Die Vereinigten Staaten schlossen sich den Angriffen an. Trump erklärte, die Vereinigten Staaten seien entschlossen, die iranischen Raketenfähigkeiten zu beseitigen und die entsprechende Raketenindustrie vollständig zu zerstören.[53] Der israelische Verteidigungsminister Katz teilte mit, es handele sich um einen Präventivschlag, um Bedrohungen für Israel zu beseitigen.[54][55]
Nachfolgende Verlegungen
Am 30. März 2026 trafen das große Angriffsschiff USS Tripoli mit Fluggeräten und das Landungsschiff USS New Orleans mit Landungsschiffen im Indischen Ozean ein, um gegebenenfalls einen amphibischen Angriff zu erlauben. Zeitgleich musste die USS Gerald R. Ford vor dem Hintergrund der Schäden eines Brandes in der Wäscherei am 12. März 2025 vorübergehend ihren Einsatz abbrechen. Die USS Abraham Lincoln musste auf größere Distanz zum Iran gehen wegen der iranischen Raketenangriffe.
Ende März 2026 lief die USS George H. W. Bush mit ihrem Verband aus Norfolk, Virgina, mit dem Ziel Golf aus. Zu ihrem Verband zählen USS Mason (DDG‑87), USS Donald Cook (DDG‑75), and USS Ross (DDG‑71). Zudem befand sich das U-Boot USS Georgia (SSGN‑729) und die USS Boxer (LHD-4) mit ihrer Amphibious Ready Group auf dem Weg Richtung Golf.[56] Sie erreichten die Golfregion am 23. April 2026. Am 29. April 2026 wurde die USS Gerald R. Ford für Reparaturen in die Heimat beordert.
Bewertungen der militärischen Perspektive
Der Iran-Experte Vali Nasr von der Johns Hopkins School of Advanced International Studies betonte Mitte Februar 2026, Teheran könne zu der Einschätzung gelangen, dass seine zurückhaltenden Reaktionen auf frühere US-Militäraktionen lediglich neue Drohungen begünstigt hätten. Daraus könne die Überlegung folgen, die Kosten eines Konflikts für die Vereinigten Staaten deutlich zu erhöhen. Besondere Risiken ergäben sich damit für die rund 30.000 bis 40.000 US-Soldaten, die auf etwa 13 Militärstützpunkte im Nahen Osten verteilt sind.[38]
Laut Meinung von Amir Azimi, BBC, deutete die verstärkte US-Militärpräsenz im Persischen Golf darauf hin, dass Washington mögliche Operationen gegen Iran vorbereite. Die iranische Führung betrachte die von den Vereinigten Staaten geforderten Zugeständnisse, darunter Einschränkungen des Atom- und Raketenprogramms sowie die Beendigung der Unterstützung verbündeter Gruppen, als Kapitulation und zeige sich öffentlich trotzig. Ein begrenzter militärischer Konflikt werde in Teheran als weniger riskant eingeschätzt als strategische Zugeständnisse, stelle jedoch erhebliche Risiken für die Stabilität des Regimes und die regionale Sicherheit dar. Angriffe auf die Islamische Revolutionsgarde und andere Sicherheitskräfte könnten die staatliche Kontrolle untergraben, nachdem der Apparat sich nach einer der blutigsten Repressionsaktionen in der Geschichte der Islamischen Republik wieder konsolidiert hatte.[57]
Der Analyst Danny Citronowicz verwies in der New York Times darauf, dass zentrale Programme wie die Urananreicherung für Ayatollah Ali Chamenei als grundlegende Elemente des Staatsmodells gelten. Ein Verzicht darauf würde aus seiner Sicht als Eingeständnis von Schwäche gelten und die Stabilität des Systems potenziell untergraben. Vor diesem Hintergrund gewann laut Citronowicz die militärische Abschreckung für die iranische Führung an Bedeutung. Im Vorfeld eines möglichen Konflikts standen zwei Fragen im Raum: ob die Vereinigten Staaten einen Regimewechsel anstrebten und in welchem Maße Iran fähig sei, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die für Trump politisch kostspielig seien.
Nach Einschätzung des Experten Farzin Nadimi vom Washington Institute for Near East Policy von Mitte Februar 2026 werde Teheran begrenzte Angriffe eher hinnehmen und seine Vergeltungsmaßnahmen auf US-Stützpunkte in der Region beschränken. Würden die Vereinigten Staaten darüber hinausgehen, müssten ihre Streitkräfte – mutmaßlich gemeinsam mit Israel – innerhalb kurzer Zeit große Teile der iranischen Militärinfrastruktur ausschalten, insbesondere die weitreichenden Raketenarsenale. Analysten nahmen zudem an, dass Iran versuche, Taktiken der mit ihm verbündeten Huthi-Bewegung im Jemen zu übertragen. Diese hatte 2023 durch kontinuierliche Angriffe auf US-Drohnen und internationale Schiffe im Roten Meer eine amerikanische Militäroperation erheblich erschwert. Die wochenlange Auseinandersetzung hatte hohe finanzielle Belastungen für Washington verursacht und schließlich zu einem Abkommen mit Donald Trump geführt, um eine längere militärische Eskalation zu vermeiden.[58] Iran verfüge über umfangreiche militärische Fähigkeiten und ein Netzwerk von regionalen Stellvertreterkräften, die im Falle eines Angriffs Widerstand leisten könnten. Beim US-Angriff auf Venezuela war der Luftraum vor dem US-Einsatz relativ ungeschützt, während Iran eines der größten und vielfältigsten Raketenarsenale im Nahen Osten besitzt, einschließlich Drohnen und Anti-Schiffs-Waffen.[59] Im Falle eines US-Militärschlags gegen Iran wurde von Experten und westlichen Behörden mit möglichen Terroranschlägen im Ausland, darunter in Europa, gerechnet.[60]
Völkerrechtliche Bewertung
Laut Dominik Steiger, Professor für Völkerrecht und Direktor des Zentrums für Internationale Studien an der TU Dresden, durften die USA und Israel aus Sicht des Völkerrechts Iran nicht angreifen. Das völkerrechtliche Gewaltverbot nach Art. 2 Abs. 4 der Charta der Vereinten Nationen verbiete den Einsatz militärischer Gewalt. Es gäbe zwei Ausnahmen, nämlich eine Sicherheitsratsresolution und das Selbstverteidigungsrecht. Beide Voraussetzungen für diese Ausnahme lägen nicht vor.[61]
Reaktionen aus der Politik
Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hielt Anfang Februar 2026 ein Eingreifen der Vereinigten Staaten in Iran für wahrscheinlich, da Iran das Existenzrecht Israels nicht anerkenne und zugleich Terrorgruppen im Ausland unterhalte und sein ballistisches Nuklearprogramm fortsetze.[8] Die deutsch-iranische Journalistin Natalie Amiri erklärte, es gehe Trump keineswegs um die Befreiung der Bevölkerung oder den Schutz von Menschenrechten, sondern es stünden wirtschaftliche Interessen wie Rohstoffe und insbesondere das Öl und Gas Irans sowie das Ziel, als Sieger dazustehen, im Vordergrund.[62]