Gerhard A. Meinl

deutscher Unternehmer und Kommunalpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerhard Anton Meinl (* 5. September 1957 in Kempfenhausen; † 26. Februar 2026[1] in Geretsried[2]), auch Wenzel Meinl war ein deutscher Unternehmer, Metallblasinstrumentenmacher und Kommunalpolitiker (CSU).

Leben

Meinl studierte nach seinem Abitur in Bad Tölz Rechtswissenschaften und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Université de Fribourg und der Hochschule für Philosophie München. Er legte danach beide juristische Staatsexamina ab.

Anschließend absolvierte er eine Handwerkslehre als Metallblasinstrumentenmacher sowie eine Ausbildung als Trompeter und trat im Jahr 1984 in das Unternehmen Wenzel Meinl ein. Er war Blasinstrumentenunternehmer in der siebten Generation der Familie Meinl-Langhammer des im Jahr 1810 im böhmischen Graslitz im Musikwinkel gegründeten Unternehmens. Sein Vater Anton Meinl (1922–2006) wurde 1945 von dort vertrieben und ließ sich zuerst in Österreich, dann in Geretsried nieder.[3]

Im Jahr 1991 gründete Gerhard Meinl die TA Musik-Gruppe und übernahm die Vogtländische Musikinstrumentenfabrik GmbH (VMI) (ehemaliger VEB B&S) im Musikwinkel von der Treuhandanstalt. Neben der Wenzel Meinl GmbH übernahm die TA Musik-Gruppe auch den im Jahr 1803 gegründeten Blechblasinstrumentenhersteller Antoine Courtois in Amboise bei Paris, den Oboen-Hersteller SML Strasser-Marigaux in Paris und die Klarinettenmanufaktur F. Arthur Uebel in Markneukirchen. Diese Firmengruppe firmierte seit 2001 unter JA Musik und den Marken Meinl Weston, Melton, Hans Hoyer, B&S, Scherzer und VMI. Im Jahr 2002 wurde die ungarische Sternberg Kft. (SHM) übernommen.[4] Im Jahr 2012 gliederte Meinl das Unternehmen in die französische Buffet Crampon Group ein, die damit zum größten weltweit agierenden Blasinstrumenhersteller wurde.[4][5][6]

Gerhard A. Meinl war Inhaber der GAM Beratungs- und Beteiligungs GmbH und unter anderem Miteigentümer der Lupi Equity GmbH. Mit dieser hielt er Anteile an verschiedenen Unternehmen, darunter beispielsweise an der Gmundner Keramik Manufaktur (2012–2018) und dem Blasinstrumentenhersteller Buffet Crampon.[7]

Wirken

Meinl wurde im Jahr 1986 Vorstandsmitglied, später Verbandspräsident im Bundesverband der Deutschen Musikinstrumenten-Hersteller (BDMH). Er war von 1986 bis 1993 Vorstandsmitglied der International Trumpet Guild (ITG) und war auch Vorstandsmitglied in der US-amerikanischen Tubists Universal Brotherhood Association (T.U.B.A., heute I.T.E.A.). Er ist einer der Gründer des Deutschen Tubaforums.[4] Er hatte weitere zahlreiche Ehrenämter inne, wie z. B. stellvertretender Stiftungsvorsitzender des Frankfurter Musikpreises und war Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates. Seit 2001 war er Mitglied des Rotary Clubs Wolfratshausen-Isartal.[8]

Er engagierte sich für die Katholische Soziallehre und war Stiftungsmitglied in der Päpstlichen Fondazione Centesimus Annus Pro Pontifice (CAPP) mit Sitz im Vatikan. Er war Kuratoriumsmitglied im Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg in Bonn. Ab 1976 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Trifels zu München im CV. Er war Mitglied des Deutschen Ordens und langjähriger Komtur der Komturei an Isar, Lech und Donau sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschordenswerke und Vorsitzender (2002–2004) sowie ab 2004 Vorstandsmitglied des Hilfswerks für Suchtkranke an Isar, Lech und Donau.

Politik

Meinl war seit 1986 Stadtrat in Geretsried und führte den Geretsrieder CSU-Ortsverbands von 1986 bis 2011.[9] Er war zwölf Jahre Zweiter Bürgermeister von Geretsried.

Er war von 1990 bis 2008 im Kreistag Bad Tölz-Wolfratshausen und war stellvertretender Kreisvorsitzender der CSU.[10]

Ehrungen und Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI