Gerhart Marschner

deutscher Kunstschmied From Wikipedia, the free encyclopedia

Gerhart Marschner (* 5. März 1932 in Kamenz; † 6. September 2017[1]) war ein deutscher Kunstschmied.

Leben und Werk

Marschner absolvierte von 1945 bis 1948 bei seinem Vater eine Lehre als Schlosser und Kunstschmied und war von 1947 bis 1951 zur Weiterbildung in Dresden bei Karl Bergmann. Er arbeitete lebenslang in seinem Beruf. 1954 erwarb er den Meistertitel als Kunstschmied, und ab 1957 war er in Kamenz mit einer eigenen Kunstschmiede- und Schlosserwerkstatt selbständig tätig. 1972 erhielt er den Titel eines Kunstschaffenden im Handwerk. Er war Mitglied der NDPD und von 1973 bis 1990 des Verbands Bildender Künstler der DDR. 1984 wurde er mit der Gottfried-Semper-Medaille der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geehrt. 1999 gab es eine fotografische Retrospektive seines Schaffens, bei der der Designer Rolf Roeder urteilte: „An den Arbeiten ist die Einheit von der geistigen Durchdringung einer Idee bis zur in hoher Handfertigkeit durchgeführten Umsetzung immer … sichtbar vorhanden.“

Architekturbezogene Arbeiten Marschners und Arbeiten im öffentlichen Raum sind im Stadtbild von Kamenz und im sächsischen Umfeld prägend präsent. Seine Werke sind modern-klassisch, schlicht und zeitlos. Er wehrte sich bis zuletzt gegen modische Ambitionen, die Qualität leichtfertig preisgeben.

Marschner war mit Elisabeth Marschner verheiratet. Er wurde auf dem Kamenzer St. Just-Friedhof bestattet.

Werkbeispiel

  • Materialstudie Titan (1976, Titan X 8, geschweißt, Höhe 100 cm, Breite 15 cm, Tiefe 15 cm; 1981/1982 in der Ausstellung Metallgestaltung in der DDR)[2]

Ausstellungen (möglicherweise unvollständig)

  • 1974, 1979 und 1985: Dresden, Bezirkskunstausstellungen
  • 1981/1982: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Metallgestaltung in der DDR. 1. Zentrale Ausstellung“)

Literatur

  • G. K.: Synthese von Handwerk und Kunst. Zum Schaffen des Kamenzer Kunstschmieds Gerhard Marschner. In: Sächsische Zeitung, Dresden, 19. November 1973
  • Emil Uschliberger: Für Dresden geschmiedet und nun für Leningrad. Besuch in der Werkstatt von Kunstschmied Parteifreund Marschner. In: National-Zeitung, Berlin, 30. Oktober 1974

Einzelnachweise

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