Gewürzmischung
Mischung verschiedener Gewürze
From Wikipedia, the free encyclopedia
Eine Gewürzmischung ist nach dem Deutschen Lebensmittelbuch eine Mischung, die ausschließlich aus Gewürzen besteht. Demgegenüber enthalten Gewürzzubereitungen oder Würzsaucen auch andere, oft flüssige oder salzige Bestandteilen. Gewürzmischungen werden zumeist nach ihrer Art, Herkunft oder ihrem Verwendungszweck bezeichnet und dienen dazu, bestimmte Geschmacksprofile vorauszumischen und die Handhabung in der Küche zu erleichtern.

Liste von Gewürzmischungen nach Regionen
Nordamerika
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Montreal Steak Seasoning (Épices à steak de Montréal) |
Kanada (Montréal) | Eine grobe Würzmischung für Steaks und Grillfleisch, die vor über 70 Jahren in den jüdischen Delikatessenläden Montreals entwickelt wurde. Sie basiert auf grobem Salz, Knoblauch, Koriander, schwarzem Pfeffer, Cayennepfeffer und Dillsaat.[1] |
| Old Bay Seasoning | USA (Maryland) | Eine traditionsreiche Würzmischung aus Selleriesalz, schwarzem Pfeffer, Paprikapulver und zerstoßenen Chiliflocken, die ursprünglich in Baltimore kreiert wurde; regional extrem populär für Meeresfrüchte, Krabben und Fisch.[2] |
| Pumpkin Pie Spice | Nordamerika | Süßlich-warme Backmischung aus Zimt, Gewürznelken, Ingwerpulver, Muskatnuss und Piment; unverzichtbar für amerikanischen Kürbiskuchen und herbstliche Speisen. |
| Tony Chachere (Creole/Cajun Seasoning) |
USA (Louisiana) | Klassische, pikante Allround-Mischung der Cajun- und Kreolen-Küche aus Salz, rotem Pfeffer, schwarzem Pfeffer, Chilipulver und dehydriertem Knoblauch. |
Süd- und Mittelamerika
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Adobo criollo | Uruguay / Argentinien | Die traditionelle, fundamentale Gewürzkomposition der La-Plata-Region für das Asado-Grillfleisch und Schmorgerichte. Die Trockenmischung besteht im Kern aus Knoblauchpulver, Oregano, geschrotetem Pfeffer, Paprikapulver (Pimentón), Kreuzkümmel und Salz; wird oft mit Öl und Essig zu einer flüssigen Marinade aufgerührt.[3] |
| Aliño completo | Chile | Das unersetzliche Allzweck-Würzmittel und die „gastro-kulinarische Basis“ der chilenischen Küche. Jede Alltags- und Festspeise (wie Empanadas oder Eintöpfe) nutzt diese Mischung aus exakt gleichen Teilen von gemahlenem Koriander, Kreuzkümmel, getrocknetem Oregano und schwarzem Pfeffer, oft verrieben mit Knoblauchpulver.[4] |
| Guacamole-Gewürz | Mittelamerika | Eine gebrauchsfertige Mischung zur schnellen Zubereitung von Guacamole, bestehend aus scharfem und mildem Paprikapulver, Koriander, Kreuzkümmel, getrockneten Zwiebeln, Paprikaflocken und Knoblauch. |
| Jerk | Jamaika / Karibik | Scharfes, trockenes Mariniergewürz (Dry-Rub) für Fleisch; dominiert von gemahlenem Piment (Allspice) und den extrem scharfen Scotch-Bonnet-Chilis. |
| Taco-Gewürz (Condimento para taco) |
Mexiko / Tex-Mex | Eine weltweit im Handel etablierte, typische Mischung der mexikanischen und Tex-Mex-Küche zur Würzung von Hackfleischfüllungen; besteht meist aus viel Kreuzkümmel, Chilipulver, Paprika, Knoblauch, Zwiebeln und Oregano. |
| Tajín | Mexiko | Scharf-säuerliche, mexikanische Pulvermischung aus gemahlenen Chilischoten, Meersalz und dehydriertem Limettensaft; wird traditionell über frisches Obst (wie Mango und Wassermelone) oder Gemüse gestreut. |
Europa
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Adobo | Iberische Halbinsel | Ursprünglich iberische Marinade oder Trockenwürze aus Paprika, Oregano, Salz, Knoblauch und Essig. Wurde im Zuge der Kolonialzeit in Lateinamerika und auf den Philippinen weitläufig adaptiert. |
| Apfelkuchengewürz | Vereinigtes Königreich, USA | Traditionelle Backmischung aus Zimt, Muskatnuss, Piment und Nelken; primär zur Aromatisierung von Apfelkuchen. |
| Beau Monde Seasoning | Westeuropa | Klassische, mild-pikante Allround-Würzkomposition, die im Wesentlichen aus Salz, Zwiebelpulver und Selleriepulver besteht. |
| Bouquet garni | Frankreich | Zusammengebundenes Kräuterbündel (klassisch Thymian, Lorbeer, Petersilie) für das Mitkochen in Brühen, Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten. |
| Café de Paris | Schweiz | Komplexe Kräuter- und Gewürzmischung (u. a. mit feinen Gewürzen, Knoblauch, Schalotten), die vor allem für die gleichnamige Buttermischung, Saucen und Fleischgerichte genutzt wird. |
| Chmeli Suneli | Georgien / Kaukasus | Kräuterlastige, hocharomatische Mischung (u. a. mit Schabzigerklee, Koriander, Dill, Minze und Majoran) für traditionelle Eintöpfe und Fleischgerichte. |
| Currypulver | Vereinigtes Königreich | Eine im 18. Jahrhundert von den Briten erfundene Nachahmung indischer Masalas, die meist stark von Kurkuma (für die gelbe Farbe), Koriander, Kreuzkümmel und Bockshornklee dominiert wird. |
| Drei-Pfeffer-Mischung (Trois poivres) |
Frankreich | Reine Pfeffermischung aus grünen, schwarzen und weißen Körnern (welche verschiedene Reifestadien derselben Pflanze Piper nigrum darstellen); bildet die klassische Basis für französische Pfeffersaucen zu rotem Fleisch. |
| Einlegegewürz (Pickling Spice) | Weltweit | Mischung aus ganzen Samenkörnern (Senfkörner, Piment, Pfeffer, Koriander, Dill, Nelken) zum Aromatisieren von Essig und eingelegtem Gemüse. |
| Épices Rabelais | Frankreich (Provence) | Eine seit 1880 geschützte, traditionelle provenzalische Gewürzmischung aus verschiedenen einheimischen Kräutern und klassischen Übersee-Gewürzen; wird besonders für Pasteten, Würste und deftige Fleischgerichte geschätzt.[5] |
| Fines herbes | Frankreich | Klassische französische Kräutermischung aus fein gehackter Petersilie, Schnittlauch, Estragon und Kerbel für zarte Gerichte, Fisch und Omelettes. |
| Frankfurter Kräuter | Deutschland | Die traditionellen sieben frischen Kräuter (Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch) für die echte Frankfurter Grüne Sauce. Seit 2016 als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) im EU-Register eingetragen.[6] |
| Fünf-Baies-Mischung (Cinq baies) |
Frankreich | Beliebte französische Tischmischung aus weißem, schwarzem und grünem Pfeffer, kombiniert mit rosa Pfefferkörnern (Schinusbeeren) und wahlweise Koriandersamen oder Piment.[7] |
| Honigkuchengewürz | Mitteleuropa | Spezielle Backmischung aus Zimt, Nelken, Anis, Sternanis, Kardamom und Koriander für Honigkuchen und traditionelle schwere Honigteige. |
| Knoblauchsalz | Weltweit | Mischung aus getrocknetem, gemahlenem oder granuliertem Knoblauch und feinem Speisesalz. |
| Kräuter der Provence (herbes de Provence) |
Frankreich (Provence) | Traditionelle südfranzösische Kräutermischung. Basis bilden immer Bohnenkraut, Rosmarin und Thymian. Das offizielle französische Qualitätszeichen Label Rouge wird exklusiv nur für eine präzise definierte Mischung aus Rosmarin (27 %), Oregano (27 %), Bohnenkraut (27 %) und Thymian (19 %) vergeben.[8] |
| Lebkuchengewürz | Mitteleuropa | Traditionelle Weihnachtsmischung, stark dominiert von Zimt, Gewürznelken, Piment, Muskatnuss, Koriander, Kardamom und Ingwerpulver; für Lebkuchen oder Pfefferkuchen. |
| Mixed Spice (Pudding Spice) | Vereinigtes Königreich | Klassische britische Weihnachtsmischung aus Zimt, Muskatnuss und Piment für süße Gebäcke, Kuchen und festliche Puddings. |
| Mulling Spices | Europa | Mischung aus Zimtstangen, Nelken, Piment, Muskatnuss und getrockneten Zitrusschalen für heiße Wein- und Saftgetränke (Glühwein, Punsch). |
| Pastetengewürz | Europa | Feine, oft weiße Pulvermischung aus weißem Pfeffer, Muskatblüte (Macis), Nelken, Ingwer und Salbei; zur Aromatisierung von edlen Fleischpasteten, Farcen und Terrinen. |
| Pfeffer „Saveur“ | Frankreich | Eine milde französische Aromamischung, bestehend aus gemahlenem schwarzem Pfeffer (50 %), kombiniert mit grünem Paprikapulver, Koriander und Kardamom. |
| Piffi allkrydda | Schweden | Allround-Gewürzmischung der schwedischen Küche, traditionell unter anderem für Fleischbällchen (Köttbullar) genutzt. |
| Quatre-épices (Viergewürz) | Frankreich | Klassisch bestehend aus gemahlenem Pfeffer, Muskatnuss, Gewürznelken und Ingwer (oder Zimt). Historische Note: Ursprünglich bezog sich dieser Begriff im Französischen auf den Piment (Jamaika-Pfeffer), da dessen Beere von Natur aus das kombinierte Aroma von Zimt, Nelken, Muskat und Pfeffer in sich vereint. |
| Sharena sol (Buntes Salz) | Bulgarien | Traditionelle bulgarische Tischwürze aus Sommer-Bohnenkraut, Paprikapulver, Salz und Bockshornklee. |
| Vadouvan | Frankreich | Eine französische Interpretation eines indischen Masalas, angereichert mit fermentierten und getrockneten Schalotten, Knoblauch und Zwiebeln; besitzt eine milde, zwiebelige Note. |
| Zitronenpfeffer (Lemon Pepper) | Südafrika / Europa | Geschroteter schwarzer Pfeffer, intensiv vermengt mit granulierter Zitronenschale und Speisesalz; primär für Fischgerichte, Huhn und Salate. |
Naher Osten, Nordafrika und Zentralafrika
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Advieh | Persien / Irak | Warme, hocharomatische Mischung (u. a. Zimt, Muskatnuss, getrocknete Rosenblütenknospen, Kardamom und Kreuzkümmel) für traditionelle Reis-, Lamm- und Schmorgerichte. |
| Afrinj | Äthiopien | Eine sehr milde Kräuter- und Gewürzmischung der äthiopischen Küche, die traditionell als verträgliche Alternative für Kinder oder bei empfindlichem Magen genutzt wird.[9] |
| Awaze | Äthiopien | Eine scharfe, feuchte Gewürzpaste der äthiopischen Küche. Sie basiert auf reinem Chili-Pulver (Berbere), das traditionell mit Wasser, Knoblauch und lokalem Honigwein (Tej) oder schlichtem Wein zu einer dicken Paste verrieben wird. |
| Baharat | Arabische Welt | Universelle Würzkomposition aus fein gemahlenem schwarzem Pfeffer, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Nelken und Zimt; unverzichtbar für Fleisch- und Fischgerichte sowie Schmortöpfe. |
| Berbere | Äthiopien / Eritrea | Scharfe, hochkomplexe Mischung aus roten Chilis, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Nelken, Piment und Ajowan; prägt den Charakter fast aller traditionellen äthiopischen Eintopfgerichte (Wot). |
| Duqqa (Dukkah) | Ägypten | Trockene, grobe Mischung aus gerösteten Nüssen (meist Haselnüssen), Sesamsamen, Kreuzkümmel und Koriandersamen; wird traditionell als Dip mit Fladenbrot und gutem Olivenöl gereicht. |
| Harissa | Nordafrika / Maghreb | Scharfe Paste oder Pulvermischung aus Chilis, Kreuzkümmel, Koriandersamen, Knoblauch und Olivenöl; das Standard-Würzmittel der nordafrikanischen Küche. |
| Hawaij | Jemen / Israel | Traditionelle jemenitische Mischung. Man unterscheidet eine scharfe, gelbe Variante für Suppen (mit Kreuzkümmel, Kurkuma und schwarzem Pfeffer) und eine süßliche, braune Variante für Kaffee (mit Ingwer, Zimt und Kardamom). |
| Mitmita | Äthiopien | Eine extrem feurige Pulvermischung auf Basis von afrikanischen Birdseye-Chilis (Piri Piri), gemahlenem Kardamom, Gewürznelken und Salz. |
| Mrouzia-Masala (Tajine-Mrouzia) |
Marokko | Eine hochelegante marokkanische Festtagsmischung aus etwa fünfzehn erlesenen Zutaten (darunter Zimt, Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma, Ingwer, rosa Pfeffer und Combava-Schalen), die traditionell mit getrockneten Rosenblütenblättern verfeinert wird.[10] |
| Qâlat daqqa | Tunesien | Das traditionelle tunesische Fünfgewürz; besteht aus gleichen Teilen schwarzen Pfefferkörnern, Gewürznelken, Paradieskörnern, Zimt und Muskatnuss. |
| Ras el-Hanout | Marokko / Maghreb | Legendäre, komplexe Mischung aus oft dutzenden Gewürzen (darunter Kreuzkümmel, Kardamom, Zimt, Ingwer, Galgant und getrocknete Blütenblätter) für Couscous und Tajines. |
| Tabil | Tunesien | Klassische tunesische Würzkomposition, die primär aus Koriandersamen, Kreuzkümmel, getrocknetem Knoblauch und scharfen Chilischoten gemahlen wird. |
| Yaji (Suya-Gewürz) | Westafrika (Sahelzone) | Traditionelle Gewürzmischung des Hausa-Volkes für gegrillte Fleischspieße (Suya). Besteht aus gemahlenem Erdnusskuchen, Cayennepfeffer, Ingwer, Zwiebelpulver und Salz. |
| Zatar | Vorderasien / Libanon | Mischung aus wildem Thymian (Zatar), gerösteten Sesamsamen, säuerlichem Sumach und Salz; wird traditionell mit Olivenöl verrührt als Dip zu Fladenbrot gegessen. |
Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Adschika (Аджика) |
Georgien (Abchasien) | Eine hocharomatische, scharfe Gewürzpaste, die im gesamten Kaukasus und postsowjetischen Raum weit verbreitet ist. Sie besteht aus roten Chilischoten, Knoblauch, Koriandersamen, blauem Schabzigerklee (Utskho Suneli), Dill und etwas Salz. Wird als Dip, Würzmittel für Fleisch und Basis für Saucen genutzt. |
| Aroma-Salz „Adygeja“ (Адыгейская соль) |
Russland (Adygeja) | Eine im kaukasischen und russischen Raum extrem populäre Gewürzsalz-Mischung. Feines Salz wird intensiv mit frischem, zerstoßenem Knoblauch, Koriandersamen, schwarzem Pfeffer, Dill, Petersilie und Majoran verrieben. Dient als universelle Würze für Suppen und Schaschlik. |
| Chmeli Suneli (Хмели-сунели) |
Georgien | Die bekannteste getrocknete Kräuter-Gewürzmischung des Kaukasus, die auch in Russland und Zentralasien zum Standard-Repertoire gehört. Sie besteht aus blauem Schabzigerklee, Koriander, Dill, Petersilie, Majoran, Lorbeerblatt und imelischem Safran (Färberdistel). Unverzichtbar für Eintöpfe (wie Satsivi oder Charcho). |
| Laza / Lasadjan (Лаза / Лазаджан) |
Kasachstan / Zentralasien | Eine fundamentale, scharfe Gewürzmischung der uigurischen und dunganischen Minderheiten, die heute fester Bestandteil der kasachischen Küche ist. Grob gemahlener Chili und viel gehackter Knoblauch werden mit einer Prise Salz vermengt und mit kochend heißem Pflanzenöl übergossen, um die Aromen aufzuschließen. Unverzichtbar für Nudelgerichte wie Lagman.[11] |
| Russisches Lebkuchengewürz (Духи для пряников) |
Russland | Wörtlich „Lebkuchen-Parfüm“. Eine traditionelle Backmischung des alten Russlands für Prjaniki (Honigkuchen). Sie unterscheidet sich von mitteleuropäischen Varianten durch einen sehr dominanten Anteil an weißem Pfeffer und zerstoßenem Kardamom, kombiniert mit Zimt, Nelken, Ingwer und Sternanis. |
| Swanetisches Salz (Суวนური მარილი) |
Georgien (Swanetien) | Ein legendäres Gewürzsalz aus der Hochgebirgsregion Swanetien. Speisesalz wird feucht mit Knoblauch, den Samen des Blauen Schabzigerklees (Utskho Suneli), Koriandersamen, wildem Kümmel, rotem Paprikapulver und den getrockneten Blütenblättern der Studentenblume (Tagetes) verrieben. Verleiht Gerichten ein tiefes, erdig-würziges Aroma. |
Ost- und Südostasien
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Bumbu | Indonesien | Allgemeine Bezeichnung der indonesischen Küche für traditionelle, feuchte Gewürzpasten, die meist frisch im Mörser aus frischen Kräutern, Wurzeln (Ingwer, Galgant), Chilis und Schalotten zerstoßen werden. |
| Colombo-Gewürz | Sri Lanka / Karibik | Eine historische Variante des indischen Currys, die durch südasiatische Einwanderer in die französische Karibik (Guadeloupe, Martinique) gelangte. Basis sind gerösteter Reis (als Andickungsmittel), Kurkuma, Kreuzkümmel, Senfkörner, Fenchel, Koriander, Ingwer und schwarzer Pfeffer. |
| Fünf-Gewürze-Pulver | Ostasien / China | Universelle, klassische Mischung aus Sternanis, Zimtkassie, Gewürznelke, Sichuanpfeffer und Fenchelsamen; balanciert perfekt alle fünf Geschmacksrichtungen (süß, sauer, bitter, salzig, umami). |
| Furikake | Japan | Eine trockene japanische Gewürzmischung, die direkt als Tischwürze über gekochten Reis gestreut wird; besteht aus einer Basis von Algenflocken (Nori), Sesam, getrocknetem Fisch (Katsuobushi), Salz und Zucker.[12] |
| Húng lìu | Vietnam | Traditionelle vietnamesische Gewürzmischung, ähnlich dem chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver, meist auf Basis von Sternanis, Nelken, Zimt und Kardamom zum Marinieren von Fleisch. |
| Schildkrötenkräuter | China | Traditionelle Kräuter- und Gewürzmischung (u. a. mit Koriander, Thymian, Majoran und Beifuß), die klassisch zur Zubereitung von Schildkrötensuppen oder deren vegetarischen Alternativen genutzt wird. |
| Shichimi tōgarashi (Sieben-Gewürze-Pulver) | Japan | Grob gemahlene Mischung aus rotem Chili (Tōgarashi), Szechuanpfeffer, gerösteter Orangenschale, schwarzem und weißem Sesam, Hanfsamen, Ingwer und Nori-Algenflocken; für Suppen und Nudelgerichte. |
Südasien (Indischer Subkontinent)
| Bezeichnung | Herkunftsregion | Hauptsächliche Verwendung / Bestandteile |
|---|---|---|
| Bafat | Indien (Mangalur) | Eine traditionelle Gewürzmischung der christlichen Gemeinschaft in Mangalore, die vor allem für scharfe Schweinefleisch- und Fisch-Currys genutzt wird; dominiert von getrockneten roten Chilis, Koriandersamen, Kreuzkümmel und Senfkörnern. |
| Chaat Masala | Indien / Pakistan | Eine säuerlich-erfrischende Pulvermischung, die vor allem über Streetfood-Snacks (Chaats), frisches Obst und Salate gestreut wird. Der charakteristische Geschmack stammt von Amchoor (getrocknetem Mangopulver), Kreuzkümmel und dem schwefeligen Kala Namak (Schwarzsalz). |
| Garam masala | Indien / Pakistan | Die weltweit bekannteste Mischung aus röstenden, „wärmenden“ Gewürzen (darunter schwarzer Kardamom, Zimt, Gewürznelken, schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel und Muskatblüte) für nordindische Currys und Schmorgerichte. Kann je nach Familienrezept bis zu zwanzig Einzelgewürze umfassen.[13] |
| Kaala Masala (Schwarzes Masala) | Indien (Maharashtra) | Eine dunkle, hocharomatische Gewürzmischung der maharashtrischen Küche. Die tiefe Farbe entsteht durch das sehr intensive, dunkle Rösten der Gewürze in Öl und den traditionellen Einsatz der seltenen Steinflechte (*Pathar Phool*). |
| Panch Phoron | Bengalen / Assam | Eine klassische bengalische Fünfgewürzmischung, die im Gegensatz zu den meisten Masalas aus den ganzen, ungemahlenen Samen von Kreuzkümmel, Fenchel, Bockshornklee, Schwarzkümmel (Kalonji) und schwarzem Senf (oder Radhuni) besteht. Wird zu Beginn des Kochens in heißem Ghee angelasst. |
| Tanduri Masala | Indien | Scharf-würzige Mischung aus Kreuzkümmel, Koriandersamen, Ingwer, Knoblauch, Bockshornklee und Chilis; dient traditionell als Basis für Joghurt-Marinaden von Fleisch, das im Tandur-Ofen gebacken wird. |
| Thuna Paha | Sri Lanka | Die fundamentale Gewürzmischung der traditionellen Küche Sri Lankas. Sie besteht im Kern aus Koriandersamen, Kreuzkümmel und Fenchelsamen. Man unterscheidet das milde, ungeröstete Pulver (*Amu Thuna Paha*) vom intensiv dunkel gerösteten Pulver (*Badapu Thuna Paha*) für Fleischgerichte.[14] |
| Vindalho (Vindaloo-Masala) | Indien (Goa) | Scharf-saure Gewürzmischung oder Paste, die historisch durch portugiesische Kolonialeinflüsse in Goa entstand. Sie kombiniert scharfe rote Chilis, Knoblauch, Kreuzkümmel und Ingwer mit Essig, was ihr das typisch säuerliche Geschmacksprofil verleiht. |
Masala
Im indischen Subkontinent und angrenzenden Kulturräumen (wie der bengalischen, nepalesischen, pakistanischen und sri-lankischen Küche) wird eine Gewürzmischung traditionell als Masala bezeichnet (abgeleitet aus dem Sanskrit-Wort मषि (maṣi) für „zerstoßen“ oder „zu Pulver mahlen“).
Ein Masala kann entweder als trockene Mischung aus (meist zuvor trocken gerösteten) Gewürzen vorliegen oder als feuchte Gewürzpaste (wie das *Vindaloo-Masala*). Für Pasten werden die Gewürze oft mit frischem Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, Tomaten oder Chili-Pasten verrieben. Masalas sind das sensorische Fundament der asiatischen und auch der karibischen Küche und finden weltweit in Gerichten wie Chicken tikka masala, klassischen Currys oder im Gewürztee Masala Chai Verwendung.
Siehe auch
Weblinks
- Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für Gewürze und Gewürzprodukte (PDF-Datei; 55 kB)