Giacomo della Marca
Franziskanerbruder
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Giacomo della Marca, lateinisch Jacobus de Marchia, deutsch auch Jakobus von der Mark (* um 1393 in Monteprandone; † 28. November 1476 in Neapel), war einer der bedeutenden Franziskanerbrüder, die die von Paolo Trinci begonnene Reform des Ordens weiterführten, was letztlich zu seiner Spaltung in Observanten und Konventualen führte.

Leben
Giacomo della Marca wurde im September 1391, 1393 oder 1394 in Monteprandone (Provinz Ascoli Piceno, Region Marken) geboren.[1][2] Als sein Vater wird Antonio Gangala genannt, seine Mutter hieß Antonia.[1]
Giacomo war ein bedeutender Akteur der von Paolo Trinci begonnenen Reform des Franziskanerordens. Diese Reform sollte im Einklang mit dem Papst geschehen, insbesondere mit der päpstlichen Bulle Exiit qui seminat (1279) und der Apostolischen Konstitution Exivi de paradiso (1312). Wie seine gleichgesinnten Zeitgenossen Bernhardin von Siena, Johannes Capistranus, Markus von Bologna und Bernhardin von Feltre stand Giacomo bei Päpsten und Fürsten in hohem Ansehen. Im weiteren Verlauf des „Armutsstreits“ im Franziskanerorden kam es später durch Spannungen zwischen den Observanten und den Konventualen zur Spaltung des Ordens, die Papst Leo X. am 19. Mai 1517 durch die Bulle Ite et vos in vineam meam (dt. ‚Geht auch ihr in meinen Weinberg‘, Mt 20,4 EU) vollzog.[3][4]
Nachdem in Böhmen die Ultraquisten und Hussiten an Bedeutung gewonnen hatten, ernannte Papst Eugen IV. Giacomo am 22. Juli 1437 zum päpstlichen Inquisitor. Dieser aber zögerte seine Reise nach Böhmen zunächst hinaus. Erst nach Johannes Capistranus’ Tod begab er sich auf den Weg. Der Legende nach sollen in Prag die Hussiten versprochen haben, die „Häresie“ zu verlassen, wenn Giacomo unbeschadet einen Becher voll Gift tränke. Er soll den Becher gesegnet und das Gift getrunken haben. Den Hussiten habe er dann eine Rede über die Wahrheit des katholischen Glaubens gehalten. Da ihm das Gift keine Beschwerden bereitet hätte, sollen sie sich zu Tausenden haben bekehren lassen.[5]
Jakobus predigte am Ostermontag 1462, dass das Blut Jesu während der drei Tage seines Beerdigtseins nicht teilgehabt habe an seiner göttlichen Natur. Der Dominikaner Jacopo da Brescia lud ihn daraufhin in seiner Eigenschaft als Inquisitor vor sein Tribunal, dem sich Giacomo aber verweigerte. Stattdessen wandte er sich an den damaligen Papst Pius II., vor dem die Frage zu Weihnachten 1462 diskutiert wurde, ohne dass man zu einem Ergebnis gelangte.[6]
Giacomo starb am 28. November 1476[7] (oder 1475)[8] in Neapel und wurde in der Kirche Santa Maria la Nova in der nach ihm benannten Kapelle beigesetzt. Im Jahr 1624 sprach Papst Urban VIII. ihn selig,[6] seine Heiligsprechung erfolgte im Jahr 1726 durch Papst Benedikt XIII.[2] 2001 wurde sein Leichnam nach Monteprandone in die von ihm gegründete Wallfahrtskirche Santa Maria delle Grazie überführt.[9] Ein Teil der Reliquien blieb in Neapel.
Literatur
- Uwe Neddermeyer: Jacobus de Marchia. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996, Sp. 729.
- Michael Tilly: Jacobus de Marchia (J. Picenus, della Marca, von der Mark) in: Friedrich Wilhelm Bautz (Hrsg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 2 (Faustus von Mileve – Jeanne d’Arc). Herzberg am Harz 1990. ISBN 3-88309-032-8. S. 1409–1411.