Giorgos Gerapetritis

griechischer Politiker und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Giorgos Gerapetritis (griechisch Γιώργος Γεραπετρίτης, * 26. Juni 1967[1] in Menetes auf Karpathos) ist ein griechischer Hochschulprofessor und Politiker. Er ist Mitglied der konservativen Partei Nea Dimokratia und wurde von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis nach der Parlamentswahl am 25. Juni 2023 in das neu formierte Kabinett berufen. Seitdem ist er Griechenlands Außenminister.

Giorgos Gerapetritis 2023

Leben

Gerapetritis wurde auf der Insel Karpathos in der südlichen Ägäis geboren und wuchs in Piräus auf. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.[2]

Karriere

Gerapetritis studierte Rechtswissenschaften an der Universität Athen, machte er ein Aufbaustudium an der Universität Edinburgh und promovierte an der Universität Oxford. Im Rahmen seiner akademischen Laufbahn war er außerdem Gastprofessor an der Universität Oxford und an der London School of Economics (London School of Economics und Institute of Advanced Legal Studies). Er wurde Professor für Verfassungsrecht an der juristischen Fakultät der Universität Athen und arbeitete auch als Rechtsanwalt.

Gerapetritis ist Mitglied der Anwaltskammer von Piräus und verhandelte Rechtsfälle vor dem griechischen Staatsrat, dem Gerichtshof der Europäischen Union und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Seine Spezialgebiete sind Öffentliches Recht und EU-Recht, insbesondere Verwaltungsrecht, Menschenrechte und Telekommunikationsrecht.

Während seiner beruflichen Laufbahn hatte er bedeutende Positionen in internationalen und nationalen Organisationen inne und war in zahlreichen gesetzgebenden Gremien tätig. Er schrieb wissenschaftliche Bücher und Beiträge in griechischen und internationalen, wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf Griechisch, Englisch und Französisch.[2] 2005 war er Mitglied des Verwaltungsrates der griechischen Telekommunikationsgesellschaft OTE.[3]

Politische Laufbahn

Kyriakos Mitsotakis berief Gerapetritis im Jahr 2016 als Fachmann für Verfassungsrecht in ein siebenköpfiges Beratungsgremium, um den Prozess der Ausarbeitung des neuen Parteiprogramms der Nea Dimokratia zu überwachen.[2]

Von Juli 2019 bis Mai 2023 war er Abgeordneter des griechischen Parlaments und Staatsminister im ersten Kabinett Mitsotakis. Ab dem 1. März 2023 hatte er nach dem Rücktritt von Kostas Karamanlis als Verkehrsminister wegen des Zugunglücks in Tembi auf Beschluss des Premierministers die Verwaltung des Ministeriums für Infrastruktur und Verkehr inne.[4]

Nach seiner Wiederwahl bei der Parlamentswahl am 25. Juni 2023 wurde er im zweiten Kabinett Mitsotakis zum griechischen Außenminister ernannt.[1] Gerapetritis gilt als enger Vertrauter des Premierministers.[5][6]

Literatur (Auswahl)

  • 2012 Σύνταγμα και Βουλή. Αυτονομία και ανέλεγκτο των εσωτερικών του σώματος (Verfassung und Parlament. Autonomie und Unkontrollierbarkeit der inneren Organe eines Körpers). Athen: Nomiki Vivliothiki, ISBN 978-960-562-049-3.
  • 2016 Αγγλο-αμερικανικοί συνταγματικοί θεσμοί. Θεμέλια και αλληλεπίδραση με το δίκαιο της Ηπειρωτικής Ευρώπης (Angloamerikanische Verfassungsinstitutionen. Grundlagen und Wechselwirkungen mit dem kontinentaleuropäischen Recht). Athen: Nomiki Vivliothiki, ISBN 978-960-562-565-8.
  • 2016 Affirmative Action Policies and Judicial Review Worldwide: 47 (Ius Gentium: Comparative Perspectives on Law and Justice). Cham: Springer International Publishing, ISBN 978-3-319-22394-0.
  • 2021 New Economic Constitutionalism in Europe (Studies of the Oxford Institute of European and Comparative Law). Oxford: Hart Publishing, ISBN 978-1-5099-5211-3.

Einzelnachweise

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