Gitterrahmen
Material sparendes tragendes Raumfachwerk
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Der Gitterrahmen ist eine tragende Struktur in Fahrzeugen. Gitterrahmen sind Raumfachwerke, das heißt ihre Stäbe werden im Idealfall nur auf Zug und Druck (Knicken) und damit über den Querschnitt und die Länge gleichmäßig beansprucht. Dadurch wird das Materialvolumen gut ausgenutzt und sie können sehr leicht ausgeführt werden. Sie werden vornehmlich in der Luftfahrt und im Fahrzeugbau verwendet. Alexander Graham Bell entwickelte in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts Gitterrahmen für erste Flugzeuge, zum Beispiel für die AEA Silver Dart.


Bis in die 1960er Jahre waren sie in Rennwagen verbreitet, dann kam Schalenkonstruktionen/Monocoque auf, aus Alublechen, seit den 1980ern Kohlefaserverbundbauweise.
Gitterrahmen haben zum Beispiel Jaguar C-Type (1951) und Mercedes-Benz 300 SL (W194 von 1952), die auf Anhieb in Le Mans gewinnen konnten. Auch der Serien-Flügeltürer (W198 ab 1954) wurde so gebaut, zudem Porsche 550 A bis Porsche 936, Lotus Seven, ab 1959 die Maserati Tipo 61 bis 64 (wegen ihrer filigranen Fachwerke auch als Birdcage bekannt) und der Lamborghini Countach. Auf den Gitterrahmen eines Automobils werden leichte, nicht tragende Karosserieteile aus Aluminium oder Kunststoff aufgesetzt.
Die aufwändig herzustellenden und daher teuren Gitterrahmen werden noch in jüngerer Zeit bei Motorrädern verwendet. Bei Motorradrahmen besteht die Herausforderung, Schwingenlagerung, Federbeinaufnahme und Lenkkopf stabil zu verbinden, teils um sperrige Motoren herum, die nicht in allen Fällen mittragend sind. Typisch sind Gitterrahmen für die Motorräder von Ducati, BMW, KTM und MV Agusta.