Glenn M. Berggren
US-amerikanischer Ingenieur
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Glenn Merritt Berggren (* 3. Juni 1928 in Rochester, New York; † 27. Juni 2018) war ein US-amerikanischer Ingenieur und Spezialist für die Technikausstattung von Kinosälen, insbesondere im Bereich der Filmprojektion. Er wurde fünfmal mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet.
Leben
Der 1928 in Rochester geborene[1] Berggren studierte von 1946 bis 1950 an der University of Rochester und erlangte dort einen Bachelor of Science in Mechanical Engineering.[2][3] Sein Studium am Chrysler Institute of Engineering in Detroit schloss er mit einem Master of Science in Automotive Engineering ab.[4] Nach einer Tätigkeit bei Chrysler als Junior Ingenieur übernahm er nach dem frühen Tod seines Vaters 1952 kurzzeitig die Leitung des Familienunternehmens Robert Berggren, Inc.[1][5] Im Anschluss diente er zwei Jahre in der Armee.[4] Während seiner Tätigkeit für General Electric ab 1955, wo er Audiotechnik und Lautsprecher entwarf[3], nahm er an einem Managementtraining teil und erlangte einen Master of Business Administration an der Syracuse University.[4]
Nach sieben Jahren bei General Electric stieg Berggren 1962 bei der Kollmorgen Corporation in Northampton, Massachusetts als Ingenieur in der Marktforschung ein.[1][3][6] Ein Jahr später wurde er bei Kollmorgen zum Vertriebsleiter für Kino-Ausstattung befördert.[7] 1965 wurde Berggren bei Kollmorgen Sales Manager[8] und später Director of Commercial Sales. In dieser Funktion verantwortete er auch die Forschung und Entwicklung an Linsen für Kinoprojektoren.[4] 1968 wechselte Berggren zu Wil-Kin Inc., wo er unter der Führung von E. H. Geissler zunächst als Leiter der Projektentwicklung arbeitete.[9][10] Später folgten Tätigkeiten für die Unternehmen Schneider Corporation of America und Isco Optische Werke. Von 1980 bis 1992 arbeitete Berggren als Vice President Cinema Products für die Optical Radiation Corporation in Azusa, Kalifornien. Von 1989 bis 2000 war Berggren Partner beim Beratungsunternehmen Sigma Design Group, das unter anderem Kinobetreiber bei der Gestaltung und Ausstattung ihrer Kinosäle beriet.
Glenn M. Berggren hielt Patente für Entwicklungen im Bereich der Filmprojektionstechnik.[11] Er verfasste außerdem Artikel für Fachzeitschriften wie Boxoffice und das SMPTE Journal.
Berggren war Mitglied der Theatre Equipment and Supply Manufacturers Association (TESMA)[12] und Life Fellow der Society of Motion Picture and Television Engineers (SMPTE).[13] Bei der SMPTE war Berggren Mitglied des Ausschusses für Kinoprojektionsverfahren.[3]
Er war seit 1953 mit Diane Hamp verheiratet.[4] Aus der Ehe ging ein Sohn hervor.[1] Glenn M. Berggren starb im Juni 2018 im Alter von 90 Jahren und wurde auf dem Valley of the Sun Mortuary & Cemetery in Chandler, Arizona beigesetzt.
Auszeichnungen
Berggren wurde fünfmal mit dem Oscar für technische Verdienste ausgezeichnet[14]:
- 1973: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an E. H. Geissler und G. M. Berggren (beide von Wil-Kin Inc.), „für die Entwicklung des Ultra-Vision-Kino-Projektionssystems“
- 1977: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Fred Bartscher (Kollmorgen Corporation) und Glenn Berggren (Schneider Corporation), „für die Konstruktion und Entwicklung einer Einlinsenlupe für Filmprojektionslinsen“
- 1979: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Karl Macher und Glenn M. Berggren (beide Isco Optische Werke), „für die Entwicklung und Einführung des Cinelux-ULTRA-Objektivs für die 35-mm-Filmprojektion“
- 1989: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Antal Lisziewicz und Glenn M. Berggren (beide ISCO-OPTIC GmbH), „für das Design und die Entwicklung der Ultra-Star-Serie von Kinofilmobjektiven“
- 2001: Auszeichnung mit dem Oscar für technische Verdienste, an Glenn M. Berggren (für das Konzept), Horst Linge (für Forschung und Entwicklung) und Wolfgang Reineke (für das optische Design), „für die ISCO Ultra-Star Plus-Objektive für die Filmprojektion. Das einzigartige optische Design der Ultra-Star Plus-Projektionsobjektive erzielt eine beispiellose Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung von Rand zu Rand, verbunden mit einer deutlichen Steigerung der Bildschirmhelligkeit, wodurch das Kinoerlebnis erheblich verbessert wird.“
Bei der Oscarverleihung 1968 nahm Berggren zudem in seiner Funktion als Manager der Projection Lenses Division der Kollmorgen Corporation stellvertretend den dem Unternehmen verliehenen Oscar für technische Verdienste für „Entwurf und Entwicklung einer Reihe von Filmprojektionslinsen“ entgegen.[15][16]
Schriften
- mit Kenneth R. Leonard: New Concepts and Picture Quality of a 35 mm Curved-Screen Shopping Center Theater. In: Journal of the SMPTE, Volume 76, Issue 9, September 1967, doi:10.5594/J10951.
- mit Donald Carignan: On Optimizing Screen Curvature in a Front-Projection Indoor Theater. In: Journal of the SMPTE, Volume 76, Issue 11, November 1967, doi:10.5594/J13670.
- mit Joseph Kelly: Screen Illumination of 35-mm Film Projection. In: SMPTE Journal, Volume 92, Issue 12, Dezember 1983, doi:10.5594/J04220.
- The Color of Light on the Screen—New Measurements at Studios and Laboratories. In: SMPTE Journal, Volume 106, Issue 3, März 1997, doi:10.5594/J15788.
- The Evolution of the Cinema Lens—Part 1: The Postwar Cinema: 1945 to 1962. In: SMPTE Motion Imaging Journal, Volume 113, Issue 12, Dezember 2004, doi:10.5594/J16249.
- The Evolution of the Cinema Lens—Part 2: The Cinema Revival: 1962–1974. In: SMPTE Motion Imaging Journal, Volume 116, Issue 2-3, Februar 2007, doi:10.5594/J16098.
Weblinks
- Glenn M. Berggren bei linkedin.com
- Glenn M. Berggren in academycollection.org