Globale Sumud-Flottille

internationale, zivilgesellschaftlich getragene maritime Initiative From Wikipedia, the free encyclopedia

Globale Sumud-Flottille (englisch Global Sumud Flotilla, kurz GSF; arabisch: أسطول الصمود العالمي, DMG: Usṭūl aṣ-Ṣumūd al-ʿĀlamī), auch als Globale Freiheitsflottille[1] (arabisch: أسطول الحرية العالمي, Usṭūl al-Ḥurriyya al-ʿĀlamī) bezeichnet, ist eine internationale, zivilgesellschaftlich getragene maritime Initiative, die Mitte 2025 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative hat das Ziel, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Der Name leitet sich von ṣumūd (arabisch für „Standhaftigkeit“) ab.[2]

Logo der Initiative
Global Sumud Flotilla Barcelona 2025

Geschichte

Die Initiative entstand 2025 während des Gazakrieges und wurde von mehreren Aktivisten-Netzwerken organisiert. Die Flottille umfasst über 40 Schiffe mit mehreren hundert Teilnehmenden aus 44 Ländern.[3][2] An der Aktion beteiligen sich unter anderem die schwedische Aktivistin Greta Thunberg, der Enkel von Nelson Mandela Mandla Mandela und die französischen Politikerinnen Rima Hassan und Marie Mesmeur, beide von der Partei La France insoumise (LFI),[4] die deutsch-iranische Comedian Enissa Amani,[5] die US-amerikanische Schauspielerin Susan Sarandon, der schwedische Schauspieler Gustaf Skarsgård, der irische Schauspieler Liam Cunningham[6] sowie Ada Colau, ehemalige Bürgermeisterin von Barcelona.[7]

Nach Angriffen auf die Flottille entsandten Spanien und Italien jeweils ein Marineschiff, um Unterstützung zu leisten.[7]

Die israelische Regierung hatte den Aktivisten angeboten, die für Gaza bestimmten Hilfsgüter in Empfang zu nehmen und sich um die Übergabe an die palästinensische Bevölkerung zu kümmern. Dieses Angebot war von Thiago Ávila, dem Sprecher der Flotte, abgelehnt worden, da eine Besatzungsmacht keine vertrauenswürdige Hilfsorganisation sei. Er kritisierte die israelische Seeblockade zudem als völkerrechtswidrig.[8]

Am 2. Oktober 2025 berichtete die israelische Marine, 15 Schiffe der Flottille geentert zu haben. Unter den festgesetzten Aktivisten befand sich u. a. Greta Thunberg.[2][4] Ein Schiff soll vor dem Abfangen die 12-Meilen-Zone Gazas erreicht haben, ein letztes befand sich noch bis zum Morgen des 3. Oktobers 2025 in freier Fahrt, bevor es in internationalen Gewässern abgefangen wurde.[9] Insgesamt sollen knapp 500 Personen festgenommen worden sein.[10]

137 Aktivisten wurden am 4. Oktober 2025 in die Türkei abgeschoben.[11]

Deutsche Teilnehmer

Enissa Amani nahm an der Global Sumud Flotilla teil. Sie verließ die Global Sumud Flotilla noch im September 2025, vor der Enterung der Schiffe durch israelische Soldaten, wegen einer Verletzung und kehrte nach Deutschland zurück.[12] Die Aktivistin Judith Scheytt hingegen wurde in Israel in Gewahrsam genommen.[13]

Freedom Flotilla

Am 4. Oktober 2025 brachen von Otranto hauptsächlich türkische Aktivisten mit der Freedom Flotilla und elf Schiffen der türkischen Hilfsorganisation IHH Humanitarian Relief Foundation nach Gaza auf. An Bord befanden sich auch drei Mitglieder des türkischen Parlaments, Gesundheitsexperten und Medienvertreter.[14] Die IDF stoppte am 8. Oktober 2025 alle neun Schiffe der Freedom Flotilla etwa 120 Seemeilen vor Gaza in internationalen Gewässern. Soldaten enterten die Schiffe und nahmen die etwa 150 Menschen aus 30 Ländern fest. Das Entern eines der Boote wurde live übertragen.[15]

Commons: Global Sumud Flotilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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