Goldmann-Favre-Syndrom

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Das Goldmann-Favre-Syndrom (GFS) ist eine sehr seltene angeborene Erkrankung des Auges mit einer den Glaskörper (Corpus vitreum) und die Netzhaut (Retina) betreffenden (vitreoretinalen) Degeneration, fortschreitender Retinopathia pigmentosa und Netzhautspalte (Retinoschisis). Wesentliche Merkmale sind frühzeitige Entwicklung einer Nachtblindheit, Verminderung der Sehschärfe und Veränderungen im Augenhintergrund.[1]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
H35.5 Hereditäre Netzhautdystrophie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Das Syndrom kann zu den Vitreoretinopathien gezählt werden, derzeit wird es als eine retinale Erkrankung angesehen.[2]

Synonyme sind: Retinoschisis mit früher Nyktalopie; englisch Enhanced-S-Cone syndrome; Retinoschisis With Early Hemeralopia; Favre Hyaloideoretinal Degeneration

Die Namensbezeichnung bezieht sich auf den Autor der Erstbeschreibung aus dem Jahre 1957 durch Hans Goldmann[3] sowie aus dem Folgejahr durch 1958 M. Favre.[4]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit unter 1 zu 1.000.000 angegeben, bislang wurde über etwa 20 Betroffene berichtet. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv.

Ursache

Der Erkrankung liegen teilweise Mutationen im NR2E3 (PNR)-Gen auf Chromosom 15 Genort q23 zugrunde, welches für einen Photorezeptorzellenen-spezifischen Kernrezeptor kodiert.[5]

Mutationen in diesem Gen finden sich auch beim Enhanced S-cone-Syndrom (das als mildere Verlaufsform des hier beschriebenen Syndromes angesehen werden kann)[6] und einigen Formen erblicher Retinopathia pigmentosa.[2]

Pathologie

Bei diesem Syndrom sind die S-Zapfen für blaue Farben zahlenmäßig deutlich vermehrt, während die übrigen vermindert sind, funktionsfähige Stäbchen fehlen oder sind stark reduziert. Daraus ergibt sich eine erhöhte Empfindlichkeit gegen blaues Licht, eine unterschiedlich ausgeprägte Rot-Grün-Sehschwäche und Nachtblindheit von Kindheit an.[7]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind:[2][1]

  • Manifestation im Kindes- oder Jugendalter
  • vitreoretinale Degeneration
  • atypische Retinopathia pigmentosa
  • Nachtblindheit
  • Retinoschisis
  • Visusminderung
  • häufig Katarakt, gelegentlich Optikusatrophie
  • meist beidseitige und symmetrische Veränderungen

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den augenärztlichen Befunden einschließlich Fluoreszenzdiagnostik, Optischer Kohärenztomografie und Elektroretinogramm mit Makulaödem, Glaskörperverflüssigung.[2][1]

Differentialdiagnose

Abzugrenzen sind:[2][1]

Aussichten

Der Verlauf ist fortschreitend und führt meist zum Visusverlust in den ersten zwei Lebensjahrzehnten, durch Cyclosporin A und Bromocriptin können Besserungen erzielt werden.[2][6]

Literatur

  • D. Valler, M. Ulbig, C. P. Lohmann, M. Maier: Multimodale Bildgebung beim Goldmann-Favre-Syndrom.. In: Der Ophthalmologe : Zeitschrift der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Band 115, Nummer 10, Oktober 2018, S. 878–882, doi:10.1007/s00347-017-0627-3, PMID 29234872.
  • Aad Verrips, Lies H. Hoefsloot u. a.: Clinical and molecular genetic characteristics of patients with cerebrotendinous xanthomatosis. In: Brain. 123, 2000, S. 908, doi:10.1093/brain/123.5.908.

Einzelnachweise

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