Gottfarth (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht Thüringens
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Gottfarth (auch Göttfarth, Göttfahrt, Gottfart, Gottfahrt, Gotfert, Gotheforde, Gottefert, Gottfurt, Guttfurt[1] o. ä.) ist der Name eines erloschenen thüringischen Adelsgeschlechts, das in den Ernestinischen Herzogtümern, im fränkischen und Mansfelder Land, sowie in der Kurpfalz ansässig war.

Geschichte
Der Familienname leitet sich von dem Vornamen Gottfried ab. Der erste namentliche Vertreter war Theodericus Gothefridi. Diesem Dietrich, Sohn des Gottfried, gehörten nach dem Bedeverzeichnis der Vogtei Buttelstedt aus dem Jahre 1333 vier Mansen im Oberndorf, heute eine Wüstung bei Buttelstedt, und ½ Manse in der Buttelstedter Flur „die Lache“.[2] Ferner besaß Filius Gothefried ½ Manse in Ottmannshausen. Zum Jahr 1412 wird Hans von Gottfart als einer derjenigen Zeugen erwähnt, die sich für die Versetzungen des Grafen Gunther von Schwarzburg verbürgten. 1417 tritt derselbe als Hans Gottfart zusammen mit anderen als Bürge für Graf Heinrich von Schwarzburg auf, als Letzterer das Schloss und die Stadt Stolberg für 2000 gute Rheinische Gulden an Georg von Heytingsberg und Verwandte auf drei Jahre versetzte.[3] 1420 erscheint Hannes Gotefard als Urkundezeuge. 1434 erhielt Hans Gottfarth zusammen mit seinen Brüdern Ludolf und Dietrich Gottfarth vom Landgraf Friedrich dem Friedfertigen für 300 Mark einen Teil von Buttelstedt verpfändet.[4] Buttelstedt hatte damals bereits Stadtrechte und so heißt es „Schloss und Stadt mit allen Dörfern, Renten, Zinsen und Gerichten“[5] durch Landgraf Friedrich den Friedfertigen im Jahr 1434 an Leutolf/Ludolf, Hans und Dietrich von Gottfahrt versetzt, welche schon seit 1432 mit Teilen der Stadt beliehen waren. 1458 bekam die Stadt Buttelstedt ihre Rechte und Gesetze durch den sächsischen Kurfürsten geregelt. Im selben Jahr bekamen die von Meusebach Stadt und Vogtei Buttelstedt zu Lehen, so dass die später als in teilweisen Besitz der Stadt Buttelstedt bezeichneten Gottfarths ab da nur als Besitzer der Burg, bzw. des Ritterguts Butttelstedt aufzufassen sind.[6] So war das landtagfähige Gut Buttelstedt inklusive Patrimonialgericht schon im 15. Jahrhundert Stammsitz des Geschlechts, ebenso ein Herrensitz im nahegelegenen Daasdorf. Am 7. November 1462 belehnte Siegmund, Graf von Gleichen, Herr zu Tonna, die Gebrüder Heinrich und Ludolf von Gottfarth (Gotheforde) sowie die Gebrüder Georg und Dietrich von Gottfarth mit Gütern und Zinsen in Weida, Mannstedt und Elleben.[7]
Auch in Sachsen besaß das Adelsgeschlecht Gottfarth Güter. 1624 besaß Soldan von Gottfarth Lüttchendorf im Mansfeldischen. Anton Christoph und Hans Anton von Gottfarth saßen 1657–1689 in Artern. Dort hatte die Familie im 16. und 17. Jahrhundert den Oberen Hof (auch Rittergut Artern genannt), bis der Besitz an die Familie von Stammer überging.[8]

An Christoph Anton/Anton Christoph von Gottfarth auf Artern[9] gelangte der Wechsunger Hof, vom letzten Wechsungen in Voigtstedt, Hans von Wechsungen, oder von dessen Erben. 1663 veräußerte Anton Christoph den Wechsunger Hof, wie auch das Gut zu Voigtstedt, den Knauthof,[10] an Albrecht Hartmann von Eberstein aus Gehofen († 1682).[11] Oberstleutnant Dietrich Hildebrand von Gottfarth besaß 1655 das Gut in Freienbessingen. Hans Heinrich von Gottfarth und sein Sohn Adam von Gottfarth hatten 1611 das Gut Erdeborn im Mansfeldischen im Besitz, das Ernst Heinrich von Gottfarth (erscheint 1723 als †) noch 1720 besaß. Jobst von Gottfarth wohnte 1624 in Lodersleben und die Witwe von Hans von Gottfarth hatte 1586 ein Gut in Wundersleben.[12] Weiterer Besitz lag u. a. in Luckendorf, Camburg, Coburg, Prießnitz und Sonnenburg. Der umfangreiche Grundbesitz wird auch durch die Tatsache deutlich, dass Hans Heinrich von Gottfarth zu Buttelstedt 1665 Erbzinsen aus 24 Orten erhielt.

Hans von Gottfarth zu Buttelstedt, Leutholf/Ludolf von Gottfarth zu Daasdorf und Dietrich von Gottfarth lebten noch 1457.[13] Christoph von Gottfarth (der Jüngere) (1510–1610) zu Daasdorf beteiligte sich 1535 an Kaiser Karls V. Tunisfeldzug.[14]
Das Epitaph des Wolf von Gottfarth, gelber Sandstein, 184 × 106 cm, befindet sich im Naumburger Dom. Die Nase ist ergänzt, die Bemalung ist nicht mehr ursprünglich. Umschrift auf 6-7 cm Breite, oben in den Ecken Wappen väterlicherseits (Gottfarth) und mütterlicherseits (Harras). Inschrift oben: „Anno . 15..“ rechts: „Ist . In . Got . Entschlafen“. Wolf von Gottfahrt war 1570 zu Alt-Beichlingen gesessen.[15] Wolf von Gottfart nahm nach dem Abgange des Wolf von Schaderitz, Hofmeisters bei der Gemahlin des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen, der Kurfürstin Sibylla, dessen Stelle ein, wurde aber schon 1548 durch Joachim von Widebach ersetzt.[16]

Der Reichsritter Meinhard von Schönberg folgte Hans Landschad von Steinach im Amt des kurpfälzischen Marschalls, doch Christoph von Gottfarth († 1570 in Germersheim[17] oder 1593[18]) löste Schönberg nach nur einem Jahr in diesem Amt ab. Christoph von Gottfarth war schon unter Ludwig V. in Pfälzer Dienste gekommen und 1559 gleich nach dem Regierungsantritt Friedrichs III. als Stallmeister und Untermarschall zum ständigen Begleiter des pfälzischen Kurfürsten geworden.[19] Als kurpfälzischer Rath, under Marschalck und Stalmaister gehörte Christoff Gotfart auch zum Gefolge des Pfälzer Kurfürsten Friedrich III. im Jahr 1562 zum Kurfürstentag zur Wahl mit anschließenden Krönungsfeierlichkeiten von Maximilian II. zum römisch-deutschen König in Frankfurt am Main.[20] Christoph von Gottfahrt wurde dann Nachfolger des Grafen Valentin von Erbach als Burggraf von Alzey (Graf Valentin Schenk von Erbach, der am 14. Juli 1517 geborene jüngste Sohn des Grafen Eberhard XIII. Schenk von Erbach,[21] amtierte als Burggraf von Alzey 1558–1563[22]), bis er nach Heidelberg zurückkehrte. Gottfart konnte sich fast ein Vierteljahrhundert im kurpfälzischen Oberrat[23] halten, da er jedem konfessionellen Extremismus fernstand.[19] Vom 4. Juli 1566 erhalten ist die, als mit nicht weniger als 20 anhängenden Siegeln (darunter das Siegel seines Bruders[24] Caspar von Gottfarth, Marschalls des Herzogs Hans Friedrich zu Sachsen [⚭ 1558 Elisabeth von der Pfalz (1540–1594), Tochter Friedrichs III.]) versehene Urkunde der Eheberedung zwischen Christoph von Gottfarth (Gottfartt), kurpfälzischer Rat und Burggraf zu Alzey, Sohn des verstorbenen Christoph von Gottfarth und der verstorbenen Elselin von Drauschwitz (Trostwitz), einerseits und Maria Jakobe von Gemmingen († 1574),[17] Tochter des verstorbenen Wolfgang von Gemmingen und der Anna Marschelckin von Ostheim, andererseits, beeidigt durch Hans Pleickard Landschad von Steinach, kurpfälzischer Marschall, Christoph von Nöchingen, Jägermeister, beide Gesandte des Kurfürsten Friedrich III. und des Pfalzgrafen Johann Casimir, Christoph von Helmstatt, Hans Philipp Landschad von Steinach und Johann Philipp von Helmstatt seitens des Bräutigams sowie den Brüdern Dietrich und Pleickard von Gemmingen, Christoph Landschad von Steinach, Hofmeister, Ludwig von Neipperg (Neueperck), Philipp und Reinhard von Gemmingen und Wolf Konrad Grecken von Kochendorf seitens der Braut. Die Ehesteuer der Braut, zahlbar durch ihre Brüder Dietrich und Pleickard von Gemmingen, beläuft sich auf 3000 Gulden Kapital (den Gulden zu 15 Batzen oder 60 Kreuzer), jährlich zu verzinsen mit 150 Gulden, dazu standesgemäße Kleider, Kleinodien und Schmuck. Der Bräutigam widerlegt 3000 Gulden und verschreibt 300 Gulden Kapital respektive 15 Gulden Zins als Morgengabe sowie 30 Zins Zins für den Witwensitz.[25] Christoph von Gottfarth, Burggraf zu Alzey, vergab 1569 an Graf Wolfgang zu Löwenstein[26] ein Darlehen in Höhe von 3500 Gulden.[27] Für das Jahr 1570 ist Philipp von Neipperg als Nachfolger Christophs von Gottfart im Amt des Burggrafen von Alzey belegt.[28] Christoph von Gottfarth lieh dem Grafen Friedrich von Hohenlohe[29] 8000 Gulden und wurde dafür Pfandherr über das ihm von Hohenlohe versetzte Dorf Billingsbach. Christoph von Gottfarths Enkelin, die Freifrau von Schmidberg, beauftragte daher zur Durchsetzung ihrer Rechte 1655–1668 eine Exekutions-Kommission.[30] Von selbiger Witwe Maria Amalia, Freifrau von Schmidtburg, geborene von Gottfarth, und ihrem Stiefsohn Kraft Wilhelm Freiherr von Schmidtburg ist von 1674 ein Vergleich erhalten, über das in ihre Ehe mit dem Reichshofrat[31] Johann Christoph Freiherr[32] von Schmidtburg eingebrachte Heiratsgut.[33] Von Christoph von Gottfarths Sohn bzw. Schwiegertochter ist erhalten das Epitaph des Ehepaars Johann Christoph von Gottfarth († Oktober 1616[34]) und Amalia, geborenen Horneck von Weinheim († 1636), innen an der Nordwand der Wormser Magnuskirche. Dabei ist er in zeittypischer Rüstung dargestellt.[35] Johann Christoph („Hans Christoph“) von Gottfarth zu Worms war Inhaber eines gräflich sponheimischen Lehens zu Erbes-Büdesheim.[36] Wolf Friedrich Sturmfeder von Oppenweiler, Johann Eberhard Horneck von Weinheim, Heinrich Gremp von Freudenstein und Amalia von Gottfarth, geb. Horneck von Weinheim, wurden Vormünder von Johann Hartmut und Anna Maria (getauft 28. Februar 1604[34]), der Kinder des Johann Christoph von Gottfarth.[37] Von 1617 überliefert ist ein Konsens der Vormünder der Kinder des Hans Christoph von Gottfarth zur Übergabe ihres kurpfälzischen Lehens Hildebrandtseck durch den Erbbeständer Casimir Engel an Heinrich von Rosenthal sowie Verpfändung von Gütern zu Deidesheim.[38] Erst 1723 erfolgte, nunmehr an Ernst Ludwig von Gemmingen, hessischen Geheimen Rat und Samthofrichter, die Bezahlung einer noch von Johann Hartmut von Gottfarth herrührenden Forderung an Wilhelm Heinrich Kipp in Frankental.[39]

Dem Hofmarschall Caspar von Gottfart († 1582), dem Bruder des kurpfälzischen Hofmarschalls und Burggrafen Christoph von Gottfarth,[24] wurde von Herzog Johann Friedrich zu Sachsen(-Coburg und Eisenach) früher, 1561 für seine Verdienste,[16] das Kammergut Kloster Veilsdorf zur Benutzung überlassen. Daran erachtete sich Johann Wilhelm von Sachsen 1566 nicht gebunden. Johann Wilhelm überließ es Gottfart aber weiterhin, bis er es ihm wegen Ungehorsams und Rebellion entziehen wollte. Caspar von Gottfart versuchte dies abzuwenden und bat bei Johann Wilhelm, ihm das Kloster Veilsdorf auf die beschiedenen Jahre zu belassen, und auch der Kurfürst von der Pfalz setzte sich für Gottfart bei Johann Wilhelm ein, der mit Dorothea Susanne von der Pfalz verheiratet war, einer Tochter Friedrichs III.[40] Caspar und Eitel-Günter von Gottfarth werden im Zusammenhang mit den Grumbachschen Händel erwähnt. Von Caspar von Gottfarth wird berichtet, dass er als Hofmarschall zu Gotha der Erste von 60 Personen gewesen sein soll, die 1567 in jener Stunde, als sich die Stadt dem Kurfürsten August von Sachsen ergab, auf Betreiben von Wilhelm von Grumbach enthauptet werden sollten.[13] Caspar von Gottfarth starb 1582, der bronzene Totenschild (Epitaph) des sächsischen Hofmarschalls befindet sich in der Morizkirche (Coburg).[41]
1569 war Veronika von Gottfarth Hofjungfrau bei der Fürstin Agnes, geb. Gräfin von Barby-Mühlingen (1540–1569), der Ehefrau des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt.[42] Deren Mutter Agnes († 1558) war eine geb. Gräfin von Mansfeld.[43] Im selben Jahr wurde Ludolph und Hans Christoph von Gottfarth eine astrologische Praktik zu erschienenen Feuerkugeln gewidmet.[44] 1582 förderten mehrere Familienmitglieder die Erstellung einer Kaiser-Chronik durch Adolarius Rotha. Als Förderer werden namentlich erwähnt:[45]
- Christoph von Gottfarth, kurfürstlich-pfalzgräflicher alter Marschall und Rat; 1568 noch Oberamtmann im kurpfälzischen Oberamt Alzey
- Caspar von Gottfarth († 1582), sächsisch-coburgischer Hofmarschall
- Eitel-Günter von Gottfarth, der kurfürstlichen Pfalz bestellter Rittmeister
- Hans Jörg von Gottfarth, sächsisch-weimarischer Hofmeister
- Hans Heinrich von Gottfarth auf Buttelstedt
- Hans Christoph von Gottfarth auf Daasdorf
Hans Christoph von Gottfarth und Hans George von Gottfarth waren weimarische Räte. 1590 unterschrieben sie die Brüderschaft wider das Fluchen. Nach dem oben erwähnten Casper von Gottfarth hatten auch 1597 Hans Caspar von Gottfarth und 1633 Valentin von Gottfarth das Amt des Gothaischen Hofmarschalls inne.[46] Als am 28. Januar 1602 Herzog Johann Casimir zu Sachsen-Coburg nach gehaltener Erbsonderung mit seinem Bruder Herzog Johann Ernst zu Sachsen-Eisenach in der Ehrenburg zu Coburg die hiesigen Privilegien erneuerte und bestätigte, bezeugten dies die anwesenden gelehrten Räte, nämlich der Kanzler Volkmar Scherer, der Hofmarschall Hans Caspar von Gottfarth, der Hofmeister Christoph Hund von Wenckheim, die Juristen Christoph Wolfius und Elias Friedrich, Volck genannt, und der Secretarius Bernhard Watzdorff.[47]
Catharina von Gottfarth, Tochter von Hans Heinrich von Gottfarth auf Buttelstedt und Ursula von Harras aus dem Hause Oßmannstedt, heiratete 1611 Rudolf Albrecht von Tümpling. Zu deren drei Kindern gehörten Rudolf Wilhelm von Tümpling (1612–nach 1651), Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft („Der Einwurzelnde“), und Philipp Heinrich von Tümpling (1616–1669), sachsen-altenburgischer Hofmarschall, Mitglied der Fruchtbringende Gesellschaft („Der Aufrichtige“).[48]
Nachdem Hans Christoph von Gottfarth 1610 ohne Erben in Daasdorf gestorben war, gab es Streit zwischen den verschiedenen Linien um das Gut. Adam von Gottfarth klagte ergebnislos sein vermeintliches Recht am Schöppenstuhl Jena ein. Als Beleg für das vermeintliche Recht wurde 1618 eine Stammtafel angefertigt. 1617 verkaufte die Familie einen Teil ihres alten Stammguts Buttelstedt an Samuel von Göchhausen, Professor in Jena und Weimar, 1625 Kanzler, Konsistorialpräsident, fürstlich-sächsischer Geheimer Rat.[4] Der Herzog zu Sachsen hatte bezüglich des Ritterguts Daasdorf vermittelt: „daß das Ritter-Guth Daßdorf an Rittmeister Klugen käufflich alieniret würde; [...] daß wir die sämtliche von Gottfarth in unserer Regierung auf ihr ferneres Anhalten erfordern/und deswegen zwischen ihnen handeln/oder in Entstehung der Güte rechten lassen wolten“.[49]
Philipp Heinrich von Gottfarth zu Buttelstedt begründete mit seinem Testament vom 1. Mai 1720 ein „Gottfarthsches Stipendium zu Jena“. Genußberechtigt waren Adelige des Fürstentums Weimar, die das Gymnasium zu Weimar besucht haben und danach studieren. Auch für Bürgerliche stiftete Philipp Heinrich von Gottfarth ein Stipendium. Kollator war jeweils der Landesherr.[50]
Mit dem Tod von Hans Wilhelm von Gottfarth († 1724 in Buttelstedt), dessen Grabmal sich an der Nordost-Wand des Chores der Buttelstedter Stadtkirche St. Nikolaus und Stephanus befindet,[51] starb das Geschlecht im Mannesstamm aus. Nach dem Aussterben fiel der bis dahin noch vorhandene restliche Gottfarthsche Besitz an Buttelstedt an den Geheimen Kämmerer, fürstlichen Kammerherrn und ältesten Bürgermeister in Weimar, Johann Caspar Eichelmann (1650–1729).[4][52]
Entgegen dieser Behauptung wird auch noch nach 1724 in Archivalien ein Christoph Friedrich von Gottfahrt in Ollendorf genannt. Dieser war in erster Ehe 1728/1729 mit Christiane Wilhelmine geborene von Kappen verheiratet.[53] 1735 schloss er zusammen mit Wilhelmine Dorothee geborene von Mandelsloh in Erfurt, seiner Ehefrau, einen Ehevertrag.[54] Die gekrönte Dichterin Sidonia Hedwig Zäunemann (1711–1740) verfasste auf ihn, „weyland Hochwohlgebohrnen Herrn Christoph Friedrich von Gottfarth, Hochfürstl. Sachsen-Weymarischen Obrist-Lieutenants bey der Infanterie, welcher den 4. Christmonat 1736. im 63. Jahre seines ruhmvollen Alters den Weg alles Fleisches gienge“ ein Trauergedicht und nannte ihn darin nicht nur „mein werther Freund“, sondern auch „Mein Theurer Schwager“.[55]
Familienverbindungen
Familiäre Verbindungen bestanden u. a. mit den Familien, von Archshofen, von Berck, von Bessing, von Bose, von Brand, von Brandstein, von Breitenbauch, von Bünau, von Brühl, von Creilßheim, Fam. Cäsar, Fam. Dangels, von Dernbach, von Drachwitz, von Draxdorf, von Eberstedt, von Endte, von Fortsch, von Gehofen, von Gemmingen, von Geusau, von Gutenberg, von Harras, Lochnerin von Hippenbach, von Holstein/Gottfarth, von Horneck, von Kappen, von Knobloch, von Kornburg, von Kreuzburg, von Liederbach, von Mandelsloh, von Meissbach, von Morsheim, von Maßbach, von Nanckenreuth, Neuhaus, Notthaft von Weißenstein, von Osterhausen, von Plassenberg, von Pölnitz, von Ranis, von Redwitz, von Rheden, von Rosenau, von Roßmann, von Schmidtburg, von Sickingen, von Storndorf, von der Tanne, von Toepfer, von Trebra, von Trotta, von Tümpling, Vitzthum von Eckstedt, Weiland, von Weinheim, von Weitenbach, von Werder, von Wiezburg, von Wirchhausen, von Witzleben und von Worm.[56]
Wappen
- Wappen der Herren von Gottfahrt bei Konrad Tyroff, um 1800
- Wappen derer von Göttfahrt in Siebmachers Wappenbuch (1907)
Blasonierung: In Blau ein achtstrahliger silberner Stern, in jedem Winkel ein kleiner silberner Stern. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken zwei von Silber und Blau (oder Blau und Silber) geteilte Büffelhörner.[12]
Siegel von 1388 und 1481 zeigen neben den Büffelhörnern noch je eine kugelartige Figur bzw. je eine Sternblume auf gebogenem Stängel.[12]
Quellen
- Kirchenbücher von Buttelstedt Jahrgänge 1663–1600, 1600–1680, Daasdorf 1648–1700 und Löberschütz Jahrgänge 1546–1568
- ev. Kirchgemeinde Worms
- Akten des Kreisarchivs Weimarer Land
- Akten des Stadtarchivs Erfurt
- Akten des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar, Bestände A 392–399, M 309–349, Reg.Pp 421, Reg.Gs 1097–1147
Literatur
- Johann Friedrich Gauhe: Des Heiligen Römischen Reichs Genealogisch-Historisches Adels-Lexikon, 2. Auflage, Leipzig 1740, Sp. 671 f. (Google Bücher).
- Clemens Freiherr von Hausen: Vasallen-Geschlechter der Markgrafen zu Meißen, Landgrafen zu Thüringen und Herzoge zu Sachsen, Berlin 1892, S. 114.
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 3 (Eberhard–Graffen), Friedrich Voigt’s Buchhandlung, Leipzig 1861, S. 607 f. (Google Bücher).
- Nadine Hofmann: Herrschaftspraxis und Lehnsbeziehungen der Landgrafen von Thüringen 1382–1440, Köln 2022, S. 331 f.
- Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der Deutschen Länder: die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart, C.H. Beck 7. Auflage 2007, S. 228.
- Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 1: A–K, Berlin 1855, S. 275 (digitale-sammlungen.de).
- Johann Sebastian Müller: Des Chur- und Fürstlichen Hauses Sachsen, Ernestin- und Albertinischer Linien, Annales: von Anno 1400. bis 1700. Worinnen die Gebuhrten, Reißen, Heyrathen, Todes- Un- und Erbfälle, Vormundschafften, Landes-Theil- und Huldigungen, ... wie auch viel andere sehr merckwuerdige Neben-Dinge ... beschrieben von und nach der Zeit Ordnung von Tagen zu Tagen mit besonderm Fleiße verfasset, auch mit einigen Genealogischen Tabellen und nöthigen Registern versehen, Durch Johann Sebastian Muellern, F. S. geheimen- und Lehn-Secretarium, auch gemeinschafftl. Archivarium zu Weimar, Weimar 1700, Nahmen= Register: Göttfarth, von: Caspar, S. 146, Christoph , S. 105, Dietrich, S. 31, Ernst Heinrich, S. 657, Freydanck, S. 105, Hanß, S. 31, Hanß Caspar, S. 237, Hanß Heinrich, S. 402, 412, Johann Georg, S. 210, Leutholph, S. 31, Lipß, S. 402, Suldan, S. 331, Valentin, S. 298, N.N., S. 105, 559.
- George Adalbert von Mülverstedt: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter),
- 6. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Sachsen (exl. die Altmark), Nürnberg 1884, S. 54 (uni-goettingen.de) und Tfl. 34 (uni-goettingen.de).
- 11. Abt.: Ausgestorbener anhaltischer Adel, Nürnberg 1905, S. 23 (uni-goettingen.de) und Tfl. 13 (uni-goettingen.de).
- 12. Abt.: Ausgestorbener Adel der sächsischen Herzogthümer, Nürnberg 1907, S. 8 (uni-goettingen.de) und Tfl. 6 (uni-goettingen.de).
- Gustav Roethe: Rhote, Adelar in: Allgemeine Deutsche Biographie 28 (1889), S. 397–398 („aus Sachsen-Weimar gebürtig, kam durch seine landsmännischen Verbindungen mit der thüringischen Adelsfamilie v. Gottfarth, die einige Glieder in kurpfälzischen Diensten hatte, nach Heidelberg, wo er am 26. Februar 1582 die Vorrede seines ältesten Schriftchens unterzeichnete.“)
- Adolar Roth: Chronica aller römischen Kaiser, 1584, Vorrede (Aii).
- Eberhard Schmidt: Die Gutsbesitzersippe von Gottfart in Thüringen und Sachsen-Anhalt, Beitrag zum Historikerwettbewerb Ur-Krostitzer Jahresring 2009. (Manuskript im Sächsischen Staatsarchiv)
Weblinks
- Herrenhaus Buttelstedt auf alleburgen.de.
- Sächsisches Staatsarchiv:
- 12880 Siegel und andere Objekte, Nr. 7505, Galvanoplastische Nachbildungen zu Otto Posse, Die Siegel des Adels der Wettiner Lande, Gottfahrth (3 Stück).
- 22179 Genealogische Mappenstücke, Nr. Ma 27928 („Gutsbesitzersippe von Gottfarth in Thüringen und Sachsen-Anhalt“; Ursprung und Verbreitung der Familie von Gottfarth.- Einträge in den Kirchenbüchern von Buttelstedt.- Rittergüter in Daasdorf und ihre Besitzer.- Wappenkunde.- Auszüge aus Steuerakten u. ä. zum Besitz der Familie.- Aktenübersicht aus dem Jahre 1675.- Stammtafel.- Namens- und Ortsregister.)
- Stammbaum ab Hans von Gottfahrt (* ca. 1522) auf gedbas.