Gottfried Jax
Hüttenmeister, Realitätenbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus
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Gottfried Jax (* 4. November 1844 in Waidhofen an der Ybbs[2]; † 17. August 1902 ebenda[3]) war Hüttenmeister, Realitätenbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus.[4]

Leben
Gottfried Jax war Sohn des Lederers Anton Jax († 1876). Nach dem Besuch einer Hauptschule und einer Unterrealschule in Waidhofen an der Ybbs ging er bis 1860 auf eine Oberrealschule in Linz. Von 1860 bis 1863 besuchte er das Polytechnikum Wien und von 1863 bis 1865 war er auf der Bergakademie Leoben in der Steiermark. Er wurde 1865 Hüttenadjunkt, 1867 Hüttenmeister und 1868 Direktor der Eisenwerke in Judenburg. Danach war er bis 1888 Direktor der Eisenwerke in St. Michael im Bezirk Leoben. Im Jahr 1888 wurde er Privatier und Realitätenbesitzer und kaufte in diesem Jahr das Schloss Zell in Zell an der Ybbs. 1889 kaufte er den Steinkohlen-Bergbau in Hinterholz im der Gemeinde Schwarzenberg (heute Gemeinde Ybbsitz im Bezirk Amstetten).
Er starb am 17. August 1902 im Alter von 57 Jahren laut Sterbebuch an einem Zungenkarzinom.
Er war römisch-katholisch und blieb zeit seines Lebens ledig.
Gottfried Jax war von 1890 bis zu seinem Tod am 17. August 1902 Mitglied im Niederösterreichischen Landtag (VI. und VII. Wahlperiode), als katholisch-konservativer Abgeordneter der Städte (Amstetten, St. Peter, Scheibbs, Seitenstetten, Waidhofen an der Ybbs). Von 1894 bis 1897 war er Gemeinderat von Waidhofen an der Ybbs. Von 1900 bis 1902 war er im Gemeindeausschuss von Zell an der Ybbs. Er war auch Bürgermeister von Waidhofen an der Ybbs.[5]
Politische Funktionen
Gottfried Jax war vom 9. April 1891 bis zum 7. September 1900 Abgeordneter des Abgeordnetenhauses im Reichsrat (VIII. und IX. Legislaturperiode) und war dort für die Kurie Niederösterreich, Städte 10 (St. Pölten, Melk, Herzogenburg, Pöchlarn, Waidhofen an der Ybbs, St. Peter, Seitenstetten, Amstetten, Ybbs, Scheibbs, Klosterneuburg, Tulln, Königstetten) zuständig. Bei der nächsten Reichsratswahl im Januar 1901 unterlag er gegen den deutschnationalen Wilhelm Voelkl.
Klubmitgliedschaften
Gottfried Jax war ab 1891 bei der Freien Vereinigung für wirtschaftliche Reform auf christlicher Grundlage und ab 1897 bei der Christlich-sozialen Vereinigung.
Literatur
- Biographisches Handbuch Des NÖ Landtages 1861–1921, S. 86
- Der heutige Wahltag – Städte von Niederösterreich – St. Pölten (christlichsocial). In: Das Vaterland, 21. März 1897, S. 5 links unten (online bei ANNO).
- Landtags-Abgeordneter Jax †. In: Illustrirtes Wiener Extrablatt, 20. August 1902, S. 7 links Mitte, mit Bild (online bei ANNO).
- Landtags-Abgeordneter Gottfried Jax †. In: Reichspost, 19. August 1902, S. 1 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0011, XI. Session, S. 337 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0012, XII. Session, S. 131 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0013, XIII. Session, S. 86 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0014, XIV. Session, S. 91 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0015, XV. Session, S. 148 (online bei ANNO).
- Jax Gottfried In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918, Jahrgang 0016, XVI. Session, S. 200–201 (online bei ANNO).
Weblinks
- Jax, Gottfried, Kurzbiographie auf den Webseiten des österreichischen Parlaments