Grabow (Mühlenfließ)

Gemeindeteil von Mühlenfließ, Landkreis Potsdam-Mittelmark, Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Grabow ist ein Gemeindeteil von Haseloff-Grabow, einem Ortsteil der amtsangehörigen Gemeinde Mühlenfließ im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Grabow gehört dem Amt Niemegk an.

Schnelle Fakten Gemeinde Mühlenfließ ...
Grabow
Gemeinde Mühlenfließ
Koordinaten: 52° 7′ N, 12° 45′ O
Höhe: 88 m ü. NHN
Einwohner: 126 (31. Dez. 2006)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1974
Eingemeindet nach: Haseloff-Grabow
Postleitzahl: 14823
Vorwahl: 033843
Grabow (Brandenburg)
Grabow (Brandenburg)
Lage von Grabow in Brandenburg
Dorfkirche und einer der drei Dorfteiche
Dorfkirche und einer der drei Dorfteiche
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Geographische Lage

Grabow liegt im Norden des Hohen Flämings im gleichnamigen Naturpark etwa sieben Kilometer nordöstlich von Niemegk. Umliegende Ortschaften sind die Stadt Brück im Norden, Linthe und Jeserig im Nordosten, Niederwerbig im Osten, Haseloff im Süden, die Stadt Niemegk im Südwesten sowie die zur Gemeinde Planetal gehörenden Ortsteile Mörz im Westen und Locktow im Nordwesten. Zu Grabow gehört der damals wüst gelegene und heute verschwundene Ortsteil Karterborn.

Die Bundesstraße 102 von Bad Belzig nach Jüterbog verläuft knapp 2,5 Kilometer südlich von Grabow. Des Weiteren verläuft die Bundesautobahn 9 durch das Ortsgebiet, deren Autobahnraststätte Fläming auf dem Ortsgebiet Grabows liegt. Die nächstgelegene Anschlussstelle Niemegk liegt etwa neun Kilometer von Grabow entfernt.

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Erstmals wurde Grabow im Jahr 1275 unter dem Namen Grabowe in einer Urkunde erwähnt. Der Ortsname stammt von dem altslawischen Wort grabov ab und bedeutet Ort, an dem Hainbuchen wachsen. Im Jahr 1333 erschien ein Jacob de grabow in Treuenbrietzen; 1388 erschien die Schreibweise Czu Grabow.[2]

Besitzgeschichte

Seit der Zeit vor 1426 bis etwa 1550/1552 gehörte Grabow zur Vogtei bzw. Pflege bzw. zum Amt Belzig. Ab 1550/1552 bis zum Jahr 1872 wurde der Ort dem Amt Belzig‑Rabenstein zugeordnet, das die Ober- und Untergerichtsbarkeit ausübte, wie sie bereits seit 1506 bestanden hatte. Zum Ort gehörte das Gut Sandberg, das im 14. bis 16. Jahrhundert verschiedenen Abgaben- und Herrschaftsrechten unterlag. Dieses Gut umfasste zunächst vier Anteile, die über Hebungen im Jahr 1388 belegt waren. Später waren Fleischzehnten und Herrenrechte auf drei Höfen im Jahr 1465 nachweisbar. In den Jahren 1526 und 1551 bestanden zwei Herrenrechte sowie ein freier Hof, der zu einem wüsten Gut gehört hatte. Für die Zeit 1559 und 1574 wurde ein einzelner freier Hof genannt, während 1591 Hebungen von vier Höfen belegt waren. Vor 1388 bis nach 1591 stand ein Teil des Ortes im Besitz der Familie von Oppen. Diese verfügte im Jahr 1388 sowie 1419/1420 über sieben Hufen. Im Jahr 1506 wurde zusätzlich ein Stück Lehen erwähnt, das jedoch im Erbbuch von 1591 nicht mehr aufgeführt war. Im Jahr 1419/1420 hielten die von Thümen bestimmte Rechte im Ort. Diese bezogen sich auf den Dienst auf zwei Höfen sowie auf einem weiteren Hof auf eine Hüken.[2]

13. bis 15. Jahrhundert

Grabow wurde 1275 erstmals als Dorf (villa) genannt und erschien um 1300 erneut in gleicher Bezeichnung. Im Jahr 1388 gab der örtliche Richter 3½ Schock ab. Für 1419/1420 war belegt, dass der Richter das Gericht mit sechs Hufen innehatte. Im Jahr 1496 zählte das Dorf sieben Türkensteuerpflichtige, darunter den Schulzen, sowie zwei Personen Gesinde.[2]

16. Jahrhundert

Im Jahr 1506 zählte Grabow zehn Einwohner. Der Richter besaß das Gericht mit sechs lehnsfreien Hufen und Wiesen. Ein weiterer Einwohner bewirtschaftete das wüste Gut zu Karterborn mit vier freien Lehnhufen und Wiesen. Ein Bewohner hatte ein Stück Lehen und Wiesen, ein anderer verfügte über ein Viertel Lehen und Wiesen. Ein weiterer Einwohner besaß ein Stück Lehen von den von Oppen zu Lehen und hatte ebenfalls Wiesen. Eine Person zinste von drei wüsten Hufen und besaß eine Wiese, zwei weitere Einwohner hatten jeweils Wiesen, und ein weiterer verfügte über eine einzelne Wiese.[2] Im Jahr 1542 besaß der Lehnschulze sechs freie Hufen. Weitere Besitzungen umfassten je einen Hof mit Haus, Hof und 15 wüsten Hufen, einen mit 14 wüsten Hufen, einen mit acht Hufen, einen mit sieben Hufen, einen mit vier Hufen sowie einen Hof mit Haus, Hof und drei Hufen. Zusätzlich wurden ein Hof mit Haus, Hof und Garten, ein Hof mit Haus und Hofstelle sowie ein Kossätenhof erwähnt. Der Hirte hielt eine Kuh, 42 Schafe, 25 Lämmer und vier Schweine und beschäftigte drei Knechte und drei Mägde. Insgesamt verfügte das Dorf über 46 Morgen Wiese. Im Jahr 1550 wurden in Grabow zwölf besessene Männer, darunter ein Gärtner, genannt. Der Richter verfügte über Haus, Hof und sechs freie Lehnhufen. Ein weiterer Bewohner besaß Haus, Hof und vier Erbhufen. Fünf Einwohner hatten Haus, Hof und jeweils drei Erbhufen; einer von ihnen hielt zusätzlich das wüste Gut zu Karterborn mit vier Lehnhufen. Vier weitere besaßen Haus, Hof und jeweils zwei Erbhufen, darunter einer mit einem Viertel Lehengut. Ein Häusler wurde ebenfalls erwähnt. Insgesamt umfasste der Ort 31 Hufen. Im Jahr 1565 wurde ein Lehnschulze genannt. Der Ort umfasste sechs Güter, ein Erbe, drei Häuser und Höfe sowie einen Kossätenhof. Der Hirte hielt zwei Kühe, 19 Schafe und zwei Schweine. Insgesamt verfügte das Dorf über 24 Dorfhufen und 26 wüste Hufen zu Karterborn sowie über 60½ Morgen Wiese. Im Jahr 1591 wurden zwölf besessene Männer, darunter ein Gärtner, genannt. Der Richter verfügte über vier Lehnhufen sowie vier wüste Hufen zu Karterborn, darunter zwei Lehnhufen. Ein Viererbhufner besaß zwei wüste Hufen zu Karterborn. Fünf Dreierbhufner hatten jeweils drei Erbhufen; einer von ihnen hielt zusätzlich vier wüste Hufen und das freie Erbgut zu Karterborn, während die übrigen vier je zwei wüste Hufen zu Karterborn besaßen. Vier Zweierbhufner wurden ebenfalls genannt: einer verfügte über ein Viertel Lehen und vier wüste Hufen zu Karterborn, ein weiterer über drei wüste Lehnhufen, ein dritter über drei wüste Hufen und ein vierter über zwei wüste Hufen zu Karterborn. Ein Häusler wurde ebenfalls erwähnt. Insgesamt wurden 60 Hufen festgestellt, darunter 30 Dorfhufen und 30 wüste Hufen zu Karterborn. Die Wiesenflächen betrugen 85 Morgen, davon 60 Morgen vor Jeserig, zwei Morgen vor Rottstock, 16½ Morgen vor Trebitz, ein Morgen vor Grabow, 3½ Morgen vor Baitz sowie zwei Morgen auf der Planstrengke.[3]

17. Jahrhundert

Während des Dreißigjährigen Krieges brannte Grabow vollständig ab.[4] Im Jahr 1640 wurden zehn Hufner genannt, von denen sechs wüste Hufen besaßen. Darüber hinaus wurden ein halber Hufner sowie ein Kossät erwähnt, deren Besitz ebenfalls wüst lag. Der Hirte verfügte ebenfalls über wüst gewordenen Besitz. Im Jahr 1661 wurden zehn Hufner genannt, von denen fünf wüste Hufen besaßen; die Hufen zweier dieser Hufner wurden teilweise genutzt. Ein halber Hufner sowie ein Kossät verfügten ebenfalls über wüst gewordenen Besitz. Zusätzlich wurde ein Häusler erwähnt. Der Hirte gehörte ebenfalls zur Dorfbevölkerung. Die Wiesenflächen umfassten insgesamt 54⅜ Morgen, darunter 18½ neu zugemessene Morgen sowie 24 der Gemeinde neu zugemessene Morgen. Im Jahr 1682 wurde ein Schulze genannt, der über vier Dorfhufen sowie vier wüste Hufen zu Karterborn verfügte, darunter zwei Lehnhufen. Ein Viererbhufner besaß zwei wüste Hufen zu Karterborn. Vier Dreierbhufner wurden erwähnt; einer von ihnen verfügte über vier wüste Lehnhufen zu Karterborn, während die übrigen drei je zwei wüste Hufen zu Karterborn hielten. Ein weiterer Drei¬erbhufner besaß zwei wüste Hufen zu Karterborn. Hinzu kamen vier Zweierbhufner: einer hielt vier wüste Hufen zu Karterborn, einer hatte drei wüste Hufen einschließlich einer Lehnhufe, ein weiterer besaß drei wüste Hufen und der vierte zwei wüste Hufen zu Karterborn. Ein Kossät verfügte über einen Garten, zudem wurden ein Häusler und der Hirte genannt. Die Wiesenflächen umfassten insgesamt 79 Morgen, darunter 24 Morgen der Gemeinde.[3]

18. Jahrhundert

Im Jahr 1701 wurden zehn Hüfner genannt, dazu ein halber Hüfner sowie ein Kossät. Ein Häusler verfügte über wüst gewordenen Besitz. Auch der Hirte gehörte zur Dorfbewohnerschaft. Die Wiesenflächen umfassten insgesamt 95½ Morgen. Im Jahr 1718 wurden elf Hufner, ein Kossät sowie ein Häusler genannt. Insgesamt umfasste das Dorf 61 Hufen, darunter 30 wüste Markhufen. Für die Aussaat wurden 229 Dresdner Scheffel veranschlagt, wobei auf jede Dorfhufe vier Dresdner Scheffel entfielen und auf jede wüste Hufe drei Dresdner Scheffel und acht Metzen.[3] Für das Jahr 1743 wurden zwei Vierhufner, darunter der Schulze, fünf Dreihufner und vier Zweihufner genannt. Dabei verfügten der Schulze als Vierhufner über vier wüste Hufen, ein Dreihufner über vier wüste Hufen, ein Zweihufner über vier wüste Hufen, zwei Zweihufner über jeweils drei wüste Hufen, ein weiterer Vierhufner über zwei wüste Hufen, vier Dreihufner über jeweils zwei wüste Hufen und ein Zweihufner über zwei wüste Hufen. Insgesamt bestanden 31 Dorfhufen und 30 wüste Hufen zu Karterborn. Für das Jahr 1764 wurden ein Sechshufner (der Schulze), zwei Fünfhufner, fünf Vierhufner, zwei Dreieinhalbhufner, ein Dreihufner, ein Gärtner mit zwei „Wörtern“ sowie zwei Häusler genannt. Insgesamt wurden 46 Hufen gezählt, davon 22 genutzt und 24 bewachsen. Die Aussaat betrug je Hufe 12 Dresdner Scheffel und 8 8/11 Metzen. Für das Jahr 1777 wurden vierzehn angesessene Einwohner genannt: zehn Ganzhufner, ein Dreiviertelhufner, ein Kossät, ein Häusler und ein Hirtenhaus.[5]

19. Jahrhundert

Im Jahr 1806 bestanden ein Sechshufner (Schulze), zwei Fünfhufner, fünf Vierhufner, zwei Dreieinhalbhufner, ein Dreihufner, ein Kossät sowie vier Häusler. Insgesamt wurden 46 Hufen gezählt. Grabow gehörte bis zum Wiener Kongress zum sächsischen Amt Belzig und wurde danach dem Königreich Preußen zugeschlagen. Dort lag der Ort im Landkreis Zauch-Belzig im Regierungsbezirk Potsdam. Für 1822 wurden elf Hüfner einschließlich des Lehnschulzen, ein Kossät, ein kabelholzberechtigter Häusler sowie vier neue Häuslerfamilien in zwei Häusern genannt. Die Schmiede war eine Laufschmiede und wurde von Haseloff versehen; die Herberge ging der Reihe nach. Insgesamt bestanden elf Dorfhufen, darunter 4¼ Lehnhufen, sowie 30 wüste Hufen, darunter neun Lehnhufen zu Karterborn, zusammen 61 Hufen. Im Jahr 1837 wurde Grabow als Dorf mit 23 Wohnhäusern beschrieben. 1858 verfügte das Dorf über drei öffentliche Gebäude, 26 Wohnhäuser sowie 50 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Ziegelei.[5]

20. und 21. Jahrhundert

1900 wurden 31 Häuser gezählt; 1931 insgesamt 32 Wohnhäuser mit 35 Haushaltungen. Für 1939 wurden land- und forstwirtschaftliche Betriebe wie folgt ausgewiesen: ein Betrieb über 100 ha, elf Betriebe mit 20–100 ha, zwölf Betriebe mit 10–20 ha, acht Betriebe mit 5–10 ha und ein Betrieb mit 0,5–5 ha.

Im Jahr 1946 wurden insgesamt 124 ha enteignet und aufgeteilt, davon 53,5 ha Ackerland, 8 ha Wiese, 62 ha Wald und 0,5 ha Ödland. Von dieser Fläche gingen 90,18 ha an zehn Neubauern, 19,82 ha an zwei Handwerker und Angestellte sowie 14 ha an die Provinzialverwaltung. In der DDR wurde Grabow am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem damals neu gebildeten Kreis Belzig im Bezirk Potsdam zugeordnet. 1958 wurde die erste LPG Typ III mit vier Mitgliedern und 24 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche (LN) gegründet. 1960 kam eine zweite LPG (Typ I) mit nicht vollständig überlieferter Mitgliederzahl und 80 ha LN hinzu; beide LPGs wurden im selben Jahr zusammengelegt. Später bestanden eine LPG Typ III mit 26 Mitgliedern und 180 ha LN sowie eine LPG Typ I mit 51 Mitgliedern und 306 ha LN; letztere wurde 1969 an die LPG Typ III angeschlossen. Für 1973 wurde erneut nur eine LPG genannt.[5] Zum 1. Februar 1974 wurde Grabow mit dem benachbarten Haseloff zu der neuen Gemeinde Haseloff-Grabow zusammengelegt. Nach der Wende lag Haseloff-Grabow im Landkreis Belzig in Brandenburg und schloss sich 1992 dem Amt Niemegk an.

Bei der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam die Gemeinde schließlich zum neu gebildeten Landkreis Potsdam-Mittelmark. Zum 1. Juli 2002 wurde Haseloff-Grabow zusammen mit den bis dahin ebenfalls eigenständigen Gemeinden Nichel, Niederwerbig und Schlalach zu der neuen Gemeinde Mühlenfließ zusammengelegt.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Einwohnerentwicklung in Grabow von 1875 bis 1971, Jahr ...
Einwohnerentwicklung in Grabow von 1875 bis 1971[7]
JahrEinwohner JahrEinwohner
1875184 1939155
1890189 1946288
1910205 1950271
1925176 1964184
1933172 1971164
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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Nordwestansicht der Dorfkirche
Commons: Grabow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Nachweise

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