Grenze zwischen Polen und Russland

Trennt die Staatsgebiete der Republik Polen und der Russischen Förderation From Wikipedia, the free encyclopedia

Die heute gültige polnisch-russische Grenze ist eine fast geradlinig verlaufende, etwa 232 Kilometer lange Trennung zwischen der Republik Polen (Mitglied der EU, NATO) und der Oblast Kaliningrad in der Russischen Föderation (Mitglied der GUS, OVKS). Das Kaliningrader Gebiet ist eine Exklave, d. h. ein Gebiet, das nicht mit dem übrigen Russland verbunden ist.

PL
RU
Polen–Russland
Polnisch-russische Grenze
Übersichtskarte des Kaliningrader Gebiets

Ihren Verlauf legte das im Zweiten Weltkrieg zwischen der Sowjetunion und der von Josef Stalin eingesetzten faktischen Regierung Polens zur Aufteilung Ostpreußens geschlossene Grenzabkommen vom 27. Juli 1944 fest. Im Jahr 2004 wurde diese Grenze zur Außengrenze der Europäischen Union, des Schengen-Gebietes und der NATO zur Gemeinschaft Unabhängiger Staaten.

Im Jahr 2024 begann Polen mit dem Bau von Ostschild eine Reihe von Grenzverstärkungen, die im Kriegsfall eine Invasion Russlands behindern sollen.

Geschichte

Die Änderungen der Grenze zwischen Polen und Russland lassen sich bis in die frühe Geschichte beider Nationen zurückverfolgen. Eines der frühesten Ereignisse war das Eingreifen des polnischen Königs Bolesław I. in den Kiewer Erbfolgekrieg im Jahr 1018. Nach der Gründung der Königlichen Republik Polen-Litauen erstreckte sich die polnische Ostgrenze, die zum größten Teil mit dem Moskauer Zarenreich (später Russisches Kaiserreich) identisch war, von der Ostsee im Norden bis zum Schwarzen Meer im Süden.[1] In der Zeit der ersten Teilung Polens (1772, 1793 und 1795), die die russischen Grenzen um 480 km nach Westen verlagerte,[2] teilten sich mehrere kleine polnische Staaten wie das Herzogtum Warschau und Kongresspolen eine Grenze mit dem Russischen Reich.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg teilte die neue Zweite Polnische Republik eine Grenze mit der Sowjetunion, die während des Polnisch-Sowjetischen Krieges geformt und im Friedensvertrag von Riga an der Linie Dsisna–Dokschyzy–Słucz–KorezOstrohSbrutsch bestätigt wurde.[3] Diese Grenze war 1407 Kilometer lang.[4]

Im Zweiten Weltkrieg

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte die Sowjetunion die Ostgebiete Polens annektiert und am 1. November 1939 in die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik (USSR) bzw. die Belarussische Sozialistische Sowjetrepublik (BSSR) sowie am 3. August 1940 das Gebiet um Vilnius in die Litauische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. Seit 1941 in der Anti-Hitler-Koalition mit den USA und Großbritannien vereint, beharrte die Sowjetunion gegenüber der polnischen Exilregierung auf der Anerkennung ihrer seit 1940 bestehenden Grenze zu Polen.

Im Rahmen der mit ihren Alliierten auf der Konferenz von Teheran verabredeten Westverschiebung Polens schloss die Sowjetunion, die mittlerweile einflusslose polnische Exilregierung übergehend, am 27. Juli 1944 mit der von ihr eingesetzten zukünftigen Regierung der Volksrepublik Polen das bis 1967 geheim gehaltene Grenzabkommen, das im Artikel 1 die Ostgrenze Polens dem Verlauf Curzon-Linie anpasste, wobei sie auf Gebiete um Białystok und im Umkreis von Brest verzichtete, die ursprünglich der BSSR zugeschlagen werden sollten.[5] Ergänzend dazu sollte laut Artikel 2 vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung „der nördliche Teil Ostpreußens mit der Stadt und dem Hafen Königsberg an die UdSSR, der ganze übrige Teil Ostpreußens sowie der Danziger Bezirk […] an Polen übergehen,“ während der Artikel 3 den Verlauf dieser Grenze beschrieb, den Stalin mit einem „dicken roten Stift“ auf einer Landkarte vorgegeben hatte, und der Artikel 5 für ihre „örtliche Festlegung“ die Bildung einer polnisch-sowjetischen Kommission vorsah. Im Westen sollte Polen laut Artikel 4 seine Grenze bis zur Oder-Neiße-Linie ausdehnen.[6] Im Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 setzte Stalin die beinahe wörtliche Übernahme der bereits verwirklichten Bestimmungen des Geheimvertrags vom Juli 1944 durch. Das nördliche Gebiet um Königsberg wurde der Russischen SFSR zugeschlagen, obwohl eine Angliederung an die Litauische SSR sinnvoller gewesen wäre,[7] während Polen seinen Anteil an Ostpreußen den neu gegründeten Woiwodschaften Danzig, Olsztyn und Suwałki zuwies. Die Orte, sofern sie nicht aufgelöst oder zu größeren Einheiten zusammengefasst wurden, bekamen russische beziehungsweise polnische Namen. Die Bevölkerung der sowjetischen Seite wurde vollständig vertrieben und durch Sowjetbürger ersetzt, die der polnischen Seite fast vollständig durch Polen ersetzt.

Die neue polnisch-sowjetische Grenze war zunächst 1321 Kilometer lang und unterlag einer geringfügigen Änderung, den polnisch-sowjetischen Gebietsaustausch von 1951, der die Grenzlänge auf 1244 Kilometer reduzierte.[8][9] Durch die sehr willkürliche Grenzziehung wurde die Infrastruktur massiv gestört. Traditionelle Wohngebiete und die regionale Versorgungslogistik wurden zerrissen. Da aber die Nachbarschaft der Deutschen ohnehin nicht mehr existierte und zudem das unmittelbare Grenzgebiet in großen Teilen unbesiedelt blieb, wurden die Folgen nur bei der Unterbrechung von überregionalen Verkehrswegen spürbar.

Aktuelle Grenze

Die 1944 festgelegte Grenze zwischen Polen und Russland erhielt im Jahr 1990 indirekt durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag als Deutschland betreffend endgültig ihre völkerrechtliche Anerkennung. Sie wird durch eine Reihe von Rechtsdokumenten geregelt, von denen viele aus der Zeit der Volksrepublik Polen und der Sowjetunion stammen, einschließlich eines Grenzabkommens vom 16. August 1945.[8][10] Während die tatsächliche Grenzlinie nach dem Fall der Sowjetunion unverändert blieb, verwandelte sie der Zerfall der Sowjetunion über die polnisch-russische hinaus in eine polnisch-litauische, polnisch-belarussische und polnisch-ukrainische Grenze. Die polnisch-russische Grenze wurde im polnisch-russischen Vertrag von 1992 bestätigt und 1993 ratifiziert.[10]

Die polnisch-russische Grenze ist die zwischen Polen und der russischen Oblast Kaliningrad. Das Gebiet hat als Exklave keine Landverbindung zum übrigen Russland. Die Grenze ist 232,04 km lang, einschließlich des 22,21 km langen Anteils in der Ostsee, der die Hoheitsgebiete abgrenzt. Der größte Anteil stößt in Polen an die Woiwodschaft Ermland-Masuren, der äußerste Osten an die Woiwodschaft Podlachien und der westlichste Abschnitt (an der Weichsel-Nehrung) an die Woiwodschaft Pommern.[11]

Die letzte Festlegung der Grenze vom 5. März 1957 lautet:

Die Vertragsparteien bestätigen, dass die bestehende Staatsgrenze zwischen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken und der Volksrepublik Polen im Ostseegebiet, wie sie auf der Berliner Konferenz von 1945 festgelegt wurde, von der Grenzmarke Nr. 1987 abläuft, die an der Kreuzung der Ostsee errichtet wurde, die Grenzen der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (Kaliningrad Region), der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik und der Polnischen Volksrepublik bei der Abgrenzung der sowjetisch-polnischen Staatsgrenze in den Jahren 1946–1947 in allgemeiner westlicher Richtung, 0,5 Kilometer nördlich der bewohnten Ortschaft Żytkiejmy, 4 km nördlich der bewohnten Ortschaft Gołdap, 0,5 km südlich der bewohnten Ortschaft Krylovo, 3 km südlich der bewohnten Ortschaft Schelesnodoroschny, 2 km südlich der bewohnten Ortschaft Bagrationowsk, 4 km südlich der bewohnten Ortschaft Mamonowo, 7 Kilometer nördlich der bewohnten Ortschaft Braniewo (ehemals Braunsberg) und von dort über das Frische Haff und die Frische Nehrung bis zu einem Punkt am Westufer dieser Nehrung 3 Kilometer nordöstlich der bewohnten Ortschaft Nowa Karczma (die Entfernungen zwischen den bewohnten Orten und der Grenze sind annähernd).[12]

Als Polen im Jahr 2004 der Europäischen Union beitrat, wurde diese Grenze zu einer Außengrenze der EU mit einem Nicht-EU-Land.[13] Es ist eine der fünf Grenzen, die Russland mit der EU teilt.

Im Jahr 2008 gab es drei zugelassene Straßen-Grenzübergänge zu Polen und drei Bahn-Grenzübergänge (siehe Tabelle).[14][15] Am 24. November 2010 wurde zwischen Grzechotki und Mamonovo der größte Straßenübergang eröffnet.[16] Weitere Übergänge wurden ausgebaut (Perły-Krylovo, Piaski-Baltiysk, Rapa-Ozyorsk), da die EU-Standards von Polen verlangten, mindestens sieben Passagen an dieser Grenze zu betreiben.[14]

Grenzgebiet

Kleiner Grenzverkehr

Da das Gebiet Kaliningrad klein, homogen und eine Exklave innerhalb der Europäischen Union ist, wurde für das gesamte Gebiet im Jahr 2011 der Status eines Grenzgebiets verhandelt, das den Bestimmungen des Kleinen Grenzverkehrs unterlag. Der Vertrag zwischen der Republik Polen und der Russischen Föderation, der im Juli 2012 in Kraft trat, erlaubte den Einwohnern ausgewählter, grenznaher Kreise der Woiwodschaften Ermland-Masuren und Pommern sowie den Einwohnern der gesamten russischen Oblast Kaliningrad, ohne Visum in diejenigen Zonen im Nachbarstaat zu reisen, die vom Vertrag erfasst werden. Ausreichend war ein Eintrag im Pass (als fälschungsgesicherter Aufkleber), der den Einwohnern der Gebiete problemlos ausgestellt wurde.[17] Der Grenzverkehr entwickelte sich lebhaft. Im ersten Quartal 2012 gab es an der polnisch-russischen Grenze den lebhaftesten Verkehr an Grenzen, die Polen mit den Nicht-EU-Ländern teilt (verglichen mit der Grenze zur Ukraine und zu Belarus). In diesem Zeitraum waren die Mehrzahl der Grenzüberschreitungen spontane Tagesaufenthalte, um im Nachbarland einzukaufen. Es waren 45 % der Ausländer, die nach Polen einreisten und 87 % Polen, die nach Russland einreisten. 22 % Ausländer und 7 % Polen überquerten Grenzen zum Zweck des Tourismus und des Transits.[18] Ab 2013 wurde die Einrichtung zusätzlicher Grenzübertrittspunkte in Betracht gezogen.[19]

In Folge des russischen Kriegs in der Ostukraine und der russischen Annexion der Krim im März 2014 kam es ab 2014 durch schärfere Kontrollen auf Waren, die unter Embargos fallen und durch ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis zu deutlichen Störungen des kleinen Grenzverkehrs. Sanktionen, Restriktionen und politische Bedenken behinderten den Grenzverkehr. 2016 hat Polen den kleinen Grenzverkehr ausgesetzt. Für die Einreise ist ein reguläres Visum erforderlich, das schwieriger zu beschaffen, kostenpflichtig und begrenzt gültig ist. Somit wurde die Reisefreiheit auf privilegierte Bürger eingeschränkt.[Anmerkungen 1]

Russischer Überfall auf die Ukraine

Seit September 2022 hat Polen einen Einreisestopp für russische Bürger verhängt. Als Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine hat Estland die Einreise für Russen mit Schengen-Visum weiter beschränkt. Seit 19. September 2022 dürfen russische Staatsbürger mit einem Schengen-Visum für touristische Aufenthalte, Geschäftsreisen, Sport- und Kulturveranstaltungen hier nicht mehr einreisen – unabhängig davon, von welchem Mitgliedsland das Visum ausgestellt wurde.[20] Am 2. November 2022 kündigte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak den Bau einer Sperre entlang der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad an um illegale Migration zu verhindern.[21]

Die polnische Regierung (Kabinett Morawiecki III) verbot am 16. September 2023 die Einreise von Fahrzeugen, die in Russland zugelassen sind.[22]

Im Jahr 2024 begann Polen mit dem Bau von Ostschild eine Reihe von Grenzverstärkungen, die im Kriegsfall eine Invasion Russlands behindern sollen.[23] Auch gingen polnische Politiker vor dem Bau von Ostschild davon aus, dass Russland im Rahmen seines hybriden Krieges gegen Europa[24] die Grenze zu Polen nutzen könnte, um afrikanische und asiatische Einwanderer illegal nach Europa zu bringen, wie Belarus dies bereits versucht hatte.[25]

Weitere Informationen Polen-Pommern Pommern, Polen-Ermland-Masuren Ermland-Masuren ...
Auf Gegenseitigkeit wurde den folgenden polnischen Verwaltungsbezirken (Powiat) der gleiche Status gewährt:
Polen-Pommern PommernPolen-Ermland-Masuren Ermland-MasurenBereiche des kleinen Grenzverkehrs
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Grenzverlauf

Weitere Informationen ⇄, Position ...
Markante Punkte des Grenzverlaufs (von West nach Ost)
Polen Polen
Polen-Ermland-Masuren Ermland-Masuren
Russland Russland
Kaliningrad Oblast Oblast Kaliningrad
Position
Meer Seegrenze der Hoheitsgebiete Meer
[Anmerkungen 2]
54° 36′ 13″ N, 19° 24′ 9″ O
Nowa Karczma (Neukrug),
Frische Nehrung, Polen-Pommern Pommern
Verkehrsverbot Verkehrsverbot
[Anmerkungen 3]
[Anmerkungen 4] [26]
Narmeln, „Baltische Nehrung“
(russisch Балтийская коса Baltijskaja Kossa),
Stadtkreis Baltijsk (Pillau)
54° 27′ 26″ N, 19° 38′ 27″ O
Braniewo (Gerlachsdorf),
Powiat Braniewski
204 Bahn
[Anmerkungen 5]
597 Mamonowo
(russisch Мамоново, früher Heiligenbeil)
Stadtkreis Mamonowo
54° 26′ 12″ N, 19° 52′ 25″ O
Gronowo (Grunau),
Powiat Braniewski
D54 Personen- und Güterverkehr
[Anmerkungen 6]
A194 54° 26′ 3″ N, 19° 53′ 50″ O
Jakobsweg
E11
Fahrrad Wanderer
[Anmerkungen 7]
Jakobsweg
Grenzstation Grzechotki (Rehfeld),
Powiat Braniewski
S22 E28 Personen- und Güterverkehr
[Anmerkungen 8]
[Anmerkungen 9]
P516 E28 54° 25′ 20″ N, 20° 4′ 8″ O
Jachowo (Hanswalde),
Landgemeinde Lelkowo (Lichtenfeld),
Powiat Braniewski (Kreis Braunsberg)
Verkehrsverbot Verkehrsverbot
[Anmerkungen 3]
54° 25′ 7″ N, 20° 6′ 35″ O
Jarzeń (Arnstein, Tiefensee),
Landgemeinde Lelkowo, Powiat Braniewski
224 Streckenstilllegung
[Anmerkungen 10]
224 Kornewo (russisch Корнево, früher Zinten),
Rajon Bagrationowsk,
(Kreis Preußisch Eylau)
54° 24′ 17″ N, 20° 16′ 57″ O
Głębock (Tiefensee),
Landgemeinde Lelkowo, Powiat Braniewski
DW510 Verkehrsverbot Verkehrsverbot
[Anmerkungen 3]
[Anmerkungen 11]
510 54° 24′ 15″ N, 20° 17′ 10″ O
Galiny
(Gallingen, früher Kreis Preußisch Eylau),
Powiat Bartoszycki (Kreis Bartenstein)
Verkehrsverbot Verkehrsverbot 27K-116
Bogatowo (russisch Богатово, früher Rositten),
Bornehnen, Rajon Bagrationowsk
54° 23′ 27″ N, 20° 25′ 5″ O
Orsy (Orschen),
Gmina Górowo Iławeckie, Powiat Bartoszycki
Verkehrsverbot Verkehrsverbot 54° 23′ 11″ N, 20° 27′ 20″ O
Bezledy (Beisleiden),
Landgemeinde Bartoszyce, Powiat Bartoszycki (Bartenstein)
D51 Personen- und Güterverkehr A195 Bagrationowsk
(russisch Багратионовск, früher Preußisch Eylau)
54° 22′ 18″ N, 20° 39′ 37″ O
Streckenstilllegung
[Anmerkungen 12]
54° 22′ 18″ N, 20° 41′ 53″ O
Stopki (Stolzenfeld),
Stadt- und Landgemeinde Sępopol, Powiat Bartoszycki
Wasserlauf Łyna Wasserlauf
(Alle, russisch Лава)
[Anmerkungen 13]
Rjabinino (russisch Рябинино, früher Korwlack),
Stadtgemeinde Prawdinsk, Kreis Prawdinsk
54° 21′ 7″ N, 21° 1′ 6″ O
Skandawa (Skandau), Landgemeinde Barciany (Barten),
Powiat Kętrzyński (Landkreis Rastenburg)
№ 353
№ 205
Bahn
[Anmerkungen 14]
Schelesnodoroschny
(russisch Железнодорожный früher Gerdauen),
Rajon Prawdinsk
54° 20′ 1″ N, 21° 18′ 12″ O
Michałkowo (Langmichels),
Landgemeinde Barciany (Barten),
Powiat Kętrzyński (Landkreis Rastenburg)
DW591 Personen- und Güterverkehr ? 54° 19′ 59″ N, 21° 18′ 19″ O
Kurkławki, (Korklack) Arklitten,
Gmina Barciany (Landgemeinde Barten),
Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg)
Streckenstilllegung
[Anmerkungen 15]
Sori (russisch Зори, ehemals Позегник Posegnick)
Dorfwüstung im Rajon Prawdinsk
54° 19′ 48,8″ N, 21° 20′ 35,3″ O
Brzeźnica (Birkenfeld),
Landgemeinde Drengfurth (polnisch Srokowo),
Powiat Kętrzyński (Kreis Rastenburg)
Wasserlauf Masurischer Kanal Wasserlauf
[Anmerkungen 16]
Saretschenskoje (russisch Зареченское,
früher Groß Sobrost),
Rajon Prawdinsk
(russisch Правдинский район)
54° 19′ 17″ N, 21° 28′ 34″ O
Reuschenfeld
(polnisch Ruskie Pole) bzw. Perlswalde (polnisch Perły),
Powiat Węgorzewski (Kreis Angerburg)
DR 137d Streckenstilllegung
[Anmerkungen 17]
DR 137d Krylowo (russisch Крылово, früher Nordenburg),
Rajon Prawdinsk
(russisch Правдинский район, Friedland)
54° 19′ 37″ N, 21° 37′ 7″ O
DK63
Verkehrsverbot Verkehrsverbot
[Anmerkungen 18]
[Anmerkungen 19]
A186
27K-161
54° 19′ 53″ N, 21° 49′ 34″ O
Ołownik (Launingken, 1938–1945 Sanden),
Landgemeinde Budry (Buddern),
Powiat Węgorzewski (Kreis Angerburg)
DR 119e (1940)
137d (1944)
Streckenstilllegung
[Anmerkungen 20]
DR 119e (1940)
137d (1944)
Bahnhof Beinuhnen
Otradnoje, Rajon Osjorsk
(Kreis Angerapp, russisch Озёрский район)
54° 19′ 53″ N, 21° 50′ 8″ O
Zabrost Wielki (Groß Sobrost),
Landgemeinde Budry, Powiat Węgorzewski
Verkehrsverbot Verkehrsverbot Osjorsk (Angerapp), Rajon Osjorsk 54° 20′ 1″ N, 21° 55′ 42″ O
Mieduniszki Małe (Klein Medunischken,
1938–1945 Medunen),
Landgemeinde Banie Mazurskie (Benkheim),
Powiat Gołdapski (Kreis Goldap)
Wasserlauf Angrapa Wasserlauf
(Angerapp, polnisch Węgorapa, russisch Анграпа)
[Anmerkungen 21]
Ramberg, Rajon Osjorsk 54° 19′ 59,5″ N, 21° 58′ 31,7″ O
Gołdap (Goldap), Powiat Gołdapski D65 Personen- und Güterverkehr 27A-011 Gussew (russisch Гусев, früher Gumbinnen),
Stadtkreis Gussew
54° 20′ 28″ N, 22° 17′ 53″ O
E11 Wanderweg kein Wanderweg
Streckenstilllegung
[Anmerkungen 22]
Schelesnodoroschnoje
(russisch Железнодорожное, Karczarningken,
1929–1945 Blumenfeld)
54° 20′ 27″ N, 22° 18′ 43″ O
Wasserlauf Gołdap Wasserlauf
(Goldap, russisch Озеро Красное)
[Anmerkungen 23]
Schuiken (Spechtsboden,
russisch Прохладное Prochladnoje),
54° 20′ 30″ N, 22° 19′ 10″ O
Żytkiejmy (dt. bis 1936 Szittkehmen,
1936–1938 Schittkehmen,
1938–1945 Wehrkirchen),
Powiat Gołdapski
Streckenstilllegung
[Anmerkungen 24]
Budweitschen, (Kirchspiel Szittkehmen) 54° 20′ 27″ N, 22° 18′ 43″ O
Dreiländereck Polen Polen - Litauen Litauen - Russland Russland 54° 21′ 48″ N, 22° 47′ 31″ O
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Galerie

Siehe auch

Anmerkungen

  1. Die Bürger von Kaliningrad sind eher westlich ausgerichtet, als die im „Mutterland“. Der Grenzverkehr brachte vor allen Dingen deutliche wirtschaftliche Vorteile. Während die Polen in Kaliningrad tanken und Zigaretten kaufen, haben Russen Interesse an Konsumgütern und Lebensmitteln, die in Polen in breiter Auswahl und deutlich billiger angeboten werden.
  2. Landfernster Punkt der gemeinsamen Seegrenze der Hoheitsgebiete im Küstenmeer.
  3. Die Verbindung über die nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Grenze wurde unterbrochen.
  4. Der Grenzabschnitt quer zur Nehrung zwischen den beiden Wasserflächen (Ostsee, Frisches Haff) ist nur etwa 850 m lang und damit die kürzeste Landgrenze Polens und Russlands. Der polnische Grenzzaun wird modernisiert im Rahmen der Sicherung der EU-/Schengen-/NATO-Außengrenzen. Derzeit gibt es oft Grenzverletzungen von Touristen, die mal in Russland ein Foto machen wollen. Da die russischen Grenzwachen verdeckt beobachten und gelegentlich blitzschnell und unangenehm eingreifen, warnen polnische Schilder vor den Folgen und bei Missachtung werden empfindliche Strafen angedroht. Die russische Sperrlinie besteht aus Markierungen (Grenzpfosten, Verbotsschildern) direkt an der Grenze, meistens verdeckten Posten, einem soliden, elektrisch gesicherten Zaun 280 m und einem weiteren Sperrstreifen 1600 m entfernt. Der gesamte russische Teil der von ihnen genannten Baltischen Nehrung (russisch Балтийская коса) ist Sperrgebiet für Zivilisten. Der westlichste russische Grenzposten ist im ehemaligen Fischerdorf Narmeln stationiert. Aufgrund eines Schreibfehlers nennen die Russen den Ort Normeln (russisch Нормельн = Normal) und das Kommando untersteht der Grenzschutzabteilung Königsberg (russisch Кёнигсбергскому погранотряду, nicht Kaliningrad). Schiffsverkehr aus dem Frischen Haff, insbesondere zum Hafen Elbląg, ist nur durch die Passage am russischen Militärhafen Baltijsk (Pillauer Tief) möglich, ein Sicherheitsrisiko. Polen plant die Nehrung mit einem Kanal für Schiffe bis zu fünf Metern Tiefgang zu durchstechen. Durch die Ereignisse in der Straße von Kertsch erscheint es der PiS-Regierung sinnvoll. Die Baumaßnahmen sind 2019 wegen politischer Differenzen, Kostenexplosion und Umweltauflagen noch in der Anfangsphase.
    • Wegen Kaliningrad: Polen baggert eigenen Ostseekanal. In: Heute im Osten. mdr, 11. September 2017, abgerufen am 3. Juli 2019: „Ein russischer Militärhafen macht dem polnischen Seehandel zu schaffen. Deshalb lässt die Regierung in Warschau nun einen Kanal durch ein Naturschutzgebiet baggern.“
    • Mierzeja Wiślana: Przekop mierzei nie jest potrzebny? 19. November 2007, abgerufen am 3. Juli 2019 (polnisch, Vorschlag von Umweltschützern).
    • Kaliningrad: Grenzen im Haff für Schiffsverkehr offen? Russland-Aktuell, 4. März 2007, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2019; abgerufen am 4. Juli 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kaliningrad.aktuell.ru
  5. Eisenbahn-Grenzübergang (eingerichtet für Personen- und Güterverkehr), seit dem 12. Dezember 2015 nur noch selten und ausschließlich im Güterverkehr betriebenen Bahnstrecke Malbork–russische Grenze bei Braniewo mit Verlängerung nach Kaliningrad. Teil der inzwischen größtenteils stillgelegten Bahnstrecke Elbląg–Braniewo, bis 1945 als „Haffuferbahn“ bekannt und der früheren Preußischen Ostbahn. Der Fahrplan vom 1. Juli 1914 sah noch sieben Fernzugpaare vor, darunter der berühmte Luxuszug Nord-Express sowie das Durchgangszug-Paar D 1/2 von und nach Berlin. Die Breitspur, die nach dem Krieg verlegt wurde und zu Sowjetzeiten noch strategische Bedeutung hatte, wurde auf polnischer Seite abgebaut.
  6. Grenzübergang für Passagiere, Fracht (internationale LKW bis sechs Tonnen)
  7. Der Wanderweg E9 endet vorerst auf der polnischen Seite. Der Pommersche Jakobsweg führt von Kretinga in Litauen weiter bis Stettin und geht dort in den Jakobsweg ‚Via Baltica‘ über.
    • Beate Steger: Pommerscher Jakobsweg. Küstenweg Pomorska Droga sw. Jakuba. Jakobswege in Europa, 2019, abgerufen am 21. August 2019.
  8. Grenzübergang für Personen- und, Güterverkehr
    • Grzechotki-Mamonowo II. In: Mapa przejść i obiektów Straży Granicznej. Komenda Główna Straży Granicznej, abgerufen am 28. Juni 2019 (polnisch).
  9. Die Polen nennen die Straße Berlinka, da sie ein Teil der ehemaligen Reichsautobahn Berlin–Königsberg war; in Deutschland ist es jetzt die Teilstrecke A11 Berlin – Stettin. Die Grenzübergangsstelle „Grzechotki-Mamonowo II“ wurde am 24. November 2010 eröffnet.
  10. Stillgelegte Bahnstrecke. Der Bahndamm wurde an der Grenze abgetragen, die Gleise auf russischer Seite demontiert.
  11. Die frühere Reichsstraße 126 (MehlsackZinten) ist an der Grenze beim früheren Kupgallen unterbrochen. Knapp einen Kilometer hinter der Grenze ist die Kaserne des Grenzschutzes des FSB im ehemaligen Gut Kuschen (russisch Квишен) Glomno: Änderungen der Gebietsaufteilung
  12. Die Bahnlinie (Nebenstrecke) № 38 wechselnd Normalspur/Breitspur wurde ab 24, September 1866 bis 1915 in mehreren Etappen ausgebaut und erweitert. Auch die Spurbreite wurde mehrfach geändert. 1990 wurde die Strecke auf polnischer Seite elektrifiziert. 2000 wurde der Personenverkehr eingestellt und seit Juli 2002 ist die Strecke außer Betrieb.
  13. Auf einer Länge von 190 km (nach anderen Quellen 289 km) fließt die Łyna durch das polnische Masuren und Ermland; weitere 74 km legt sie als Lawa in der Oblast Kaliningrad zurück. Über eine Strecke von 54 km ist sie schiffbar.
  14. Teilstrecke der Rastenburger Kleinbahnen. Zwei parallel verlaufende Geleise der klassischen Bahnstrecke Malbork–Braniewo, Linie № 205 = Breitspur, № 353 = Normalspur zum Logistic Terminal Skandawa, Braniewo
  15. Teilstrecke der Rastenburger Kleinbahnen. Trassenreste der einspurigen Schmalspurbahn (750 mm) für Güter-/Personenverkehr seit dem 1. Januar 1917. Im März 1945 demontiert.
  16. Der Bau wurde nur zu 90 % fertiggestellt und nach der Teilung Ostpreußens nie vollendet. Das Kanalbett ist teilweise verlandet und nur in kleinen, grenzfernen Abschnitten noch für den Wassersport nutzbar. Von den geplanten zehn Schleusen, wurden nur einige fertig gestellt. Alle Schleusen sind nicht betriebsbereit, wurden teilweise im Krieg zerstört oder später erodiert. 22 km des 51,7 km langen Kanals liegen in Polen.
  17. Teil der Bahnstrecke Königsberg–Angerburg. Am 1. September 1898 als eingleisige Normalspurbahn für den regelmäßigen Personen-/Güterverkehr eröffnet. Nach 1945 teilweise demontiert und seitdem auf polnischer Seite als unbefestigte Straße, Rad-/Wanderweg genutzt.
  18. Bis 1945 war es die Reichsstraße 131. Sie verlief von Pillau über Königsberg bis nach Arys
  19. Ein Grenzübergang Krylowo/Perły ist projektiert.
  20. Teil der Bahnstrecke Gumbinnen–Angerburg
  21. Grenzüberschreitender Fluss von 169 km, davon 120 km durch Russland. Bemerkenswertes Angelgebiet, in Grenznähe nicht nutzbar für den Wassersport.
  22. Teil der Bahnstrecken Gołdap–Nesterow und Toruń–Tschernjachowsk. Am 3. September 1900: Eröffnung der Linie Goldap–Karczarningken (eingleisig, Normalspur). Personen- und Güterverkehr bis 1945, dann wurde die Strecke abgebaut. Der polnische Teil der Trasse ist jetzt die Warschauer Straße (polnisch Wczasowa) und Zufahrt zum Sanatorium Wital. Auf dem Streckenabschnitt von Krasnolessje nach Nesterow lief der Verkehr anfangs noch, wurde dann aber nur noch einige Zeit vom Güterverkehr genutzt. Dieser Teil der Strecke ist erhalten. Über eine künftige Nutzung wird nachgedacht.
  23. Der kleinere nördliche Teil des Sees liegt in Russland und trägt den Namen Roter See (russisch Озеро Красное Osero Krasnoje).
  24. Teil der Bahnstrecke Gumbinnen–Goldap. Am 15. August 1908: Teileröffnung der Linie Botkuny–Rybino (eingleisig, Normalspur). Personen- und Güterverkehr, die in den 1920er Jahren als „Kaiserbahn“ bis nach Goldap (poln. Gołdap) weitergebaut wurde. Im Nov./Dez. 1944 in Betrieb, später wurde die Strecke demontiert. Ob es strategische Gründe waren (Feind aufhalten) oder zur Materialbeschaffung ist unbekannt. Auf beiden Seiten ist die Trasse an vielen Stellen noch gut erkennbar und mehrere Brücken existieren noch, sind aber teilweise dem Verfall preisgegeben. Berühmt ist die Eisenbahnbrücke von Stańczyki

Einzelnachweise

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