Großhabersdorf

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Großhabersdorf (fränkisch: Hobeaschdoaf[2]) ist eine Gemeinde und deren Hauptort im Landkreis Fürth (Mittelfranken), Bayern.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Großhabersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großhabersdorf hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 24′ N, 10° 47′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 341 m ü. NHN
Fläche: 35,49 km²
Einwohner: 4213 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90613
Vorwahl: 09105
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 115
Gemeindegliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nürnberger Straße 12
90613 Großhabersdorf
Website: grosshabersdorf.de
Erster Bürgermeister: Thomas Zehmeister (CSU)
Lage der Gemeinde Großhabersdorf im Landkreis Fürth
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Lage
Ortsansicht von Südosten

Geographie

Geographische Lage

Großhabersdorf liegt im Rangau etwa 21 km westlich von Nürnberg, 20 km nordöstlich von Ansbach und 44 km östlich von Rothenburg ob der Tauber. Durch den Ort fließt die Bibert, die bei Zirndorf in die Rednitz mündet.[3]

Nachbargemeinden

Wilhermsdorf Langenzenn Cadolzburg
Dietenhofen Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ammerndorf
Heilsbronn Roßtal

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Die Einöden Friedrichsmühle und Wendsdorfer Mühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Deberndorf (Gemarkungsteil 1), Fernabrünst, Großhabersdorf und Unterschlauersbach.[6] Die Gemarkung Großhabersdorf hat eine Fläche von 9,822 km². Sie ist in 3013 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3259,98 m² haben.[7] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Schwaighausen, Stammesmühle, Weihersmühle und Ziegelhütte.[8]

Geschichte

Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1144 bis 1151 entstand, als „Hadewartesdorf“ erstmals erwähnt, 1479 erstmals mit dem Zusatz „Grossen“ zur Unterscheidung von dem neun Kilometer südwestlich gelegenen Kleinhabersdorf. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Hadewart. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.[9]

Während der Zeit der Stammesherzogtümer im Mittelalter lag der Ort im Herzogtum Franken. Im Jahre 1316 ist ein Gericht nachweisbar. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf 1632 von Wallensteins Heer zerstört.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großhabersdorf 56 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Richteramt Habersdorf. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (4 Höfe, 2 Halbhöfe, 25 Güter, 16 Häuser, 1 Mühle, 1 Ziegelhütte), die Kirche Großhabersdorf (1 Hof), das Gotteshaus und Heiligenstiftung Zautendorf (2 Halbhöfe), das St.-Klara-Klosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Hof, 1 Häuslein), der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Viertelhof) und das Rittergut Rügland (1 Gütlein).[10]

Die Bayerische Uraufnahme zeigt Großhabersdorf in den 1810er Jahren als ein Kirchdorf mit 68 Anwesen und einem Gottesacker.[11]

1792 fiel Großhabersdorf an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Großhabersdorf gebildet, zu dem Schwaighausen, Stammesmühle, Weihersmühle und Ziegelhütte gehörten. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Großhabersdorf, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).[12][13] Ab 1862 gehörte Großhabersdorf zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,837 km².[14]

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand dort bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nordwestlich des Ortes der Flugplatz Unterschlauersbach.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 Unterschlauersbach eingemeindet. Fernabrünst sowie Gebietsteile der Gemeinde Deberndorf kamen am 1. Januar 1972 hinzu.[15]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Großhabersdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818184018521861186718711875188018851890189519001905191019191925193319391946195019611970198720072011201620192021 2022 2023 2024
Einwohner 536679755799878867903904942900899852887881863963100010511428153118652172342943014053413242434357 4465 4404 4269
Häuser[16] 84971251591541561662163498911199
Quelle [17][18][19][20][21][22][23][24][25][26][19][27][19][28][19][29][19][19][19][30][14][31][32][33][33][33]
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Ort Großhabersdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002022
Einwohner 419562 *700752811740847139217262032 *22673194
Häuser[16] 6579136132145183322 *578
Quelle [17][18][20][22][25][27][29][30][14][31][32][34]
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* 
inklusive Stammesmühle

Politik

Verwaltungsgemeinschaft

Bis zur Auflösung im Jahr 1998 bildete Großhabersdorf mit Ammerndorf die Verwaltungsgemeinschaft Großhabersdorf.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Großhabersdorf hat 16 Mitglieder.

CSUSPDGrüneFW

ab 2026 uWG

AfDGesamt
20026514 -16 Sitze
20085425 -16 Sitze
20146325 -16 Sitze
20206334 -16 Sitze
2026 6 3 3 3 1 16 Sitze

Bürgermeister

Am 8. März 2026 gewann der Amtsinhaber Thomas Zehmeister (CSU) die Bürgermeisterwahl mit 78,3 % gegen Barbara Eckhardt (uWG). Die Wahlbeteiligung lag bei 73,4 %.

Bürgermeister Großhabersdorfs seit dem Zweiten Weltkrieg:

  • Georg Nickel, 27. Januar 1946 - 20. Mai 1958
  • Georg Roth, 13. Juli 1958 - 30. April 1978
  • Georg Lang, 1. Mai 1978 - 30. April 2002
  • Lothar Birkfeld, 1. Mai 2002 - 30. April 2008
  • Friedrich Biegel, 1. Mai 2008 - 30. April 2020
  • Thomas Zehmeister, seit 1. Mai 2020

Wappen

Wappen von Großhabersdorf
Wappen von Großhabersdorf
Blasonierung:Gespalten; vorne geviert von Silber und Schwarz, hinten in Grün eine Garbe aus fünf goldenen Ähren.“[35]
Wappenbegründung: Die Ähren stehen redend für den Ortsnamen. Die silber-schwarze Vierung weist auf die Markgrafen von Ansbach hin, die seit dem frühen 15. Jahrhundert die Ortsherrschaft ausübten.

Das bayerische Innenministerium genehmigte 1954 das Wappen. Es leitet sich von einem Siegel aus dem 15. Jahrhundert ab.

Partnergemeinden

Kultur, Bildung und Sehenswürdigkeiten

Sport

SV Großhabersdorf e. V. – der mitgliederstärkste Verein der Gemeinde für die Sportarten – Fußball, Karate, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Dart und Laufen

Seit 1995 findet der Bibertlauf statt. Er ist eine Veranstaltung der Lauffreunde des SV Großhabersdorf e. V., bei der viele Laufbegeisterte des Landkreises und darüber hinaus teilnehmen

Ab 1977 fand bis etwa zur Jahrhundertwende jährlich die DMV Biberttal Rallye Großhabersdorf statt.

Verkehr

Die Staatsstraße 2246 verläuft über Kehlmünz und Kleinhaslach nach Bruckberg (8,2 km südwestlich). Die Staatsstraße 2245 führt über Vincenzenbronn nach Ammerndorf (4,9 km nordöstlich) bzw. nach Unterschlauersbach (2,4 km nordwestlich). Die Kreisstraße FÜ 20 verläuft nach Fernabrünst (2,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Hornsegen (2,6 km nördlich).[3]

In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde mit der Verbindung Heilsbronn–Großhabersdorf–Cadolzburg eine Postbuslinien von der Nürnberg-Crailsheimer-Bahn durch das Biberttal eingerichtet.[36] Diese verlor ihre Bedeutung durch die Eröffnung der Bahnstrecke Nürnberg-Stein–Unternbibert-Rügland am 22. Mai 1914. Nach der Einstellung des Verkehrs auf dem Abschnitt Großhabersdorf–Rügland–Unternbibert am 26. September 1971 war Großhabersdorf bis zur Stilllegung 1986 Endbahnhof.

Am 26. September 1986 wurde der Verkehr auf der verbliebenen Strecke zum Bahnhof Nürnberg–Stein eingestellt und durch Busse ersetzt. Zum Schuljahresbeginn 1992 wurde die aus Dietenhofen kommende Schulbuslinie zur Staatlichen Realschule in Heilsbronn und dem Laurentius-Schulzentrum Neuendettelsau der Diakonie in eine Buslinie des OVF umgewandelt. 1996 kam eine dritte Buslinie zum Roßtaler Bahnhof hinzu, die Werktags stündlich verkehrt.

Die Gemeindeteile Oberreichenbach und Hornsegen werden durch eine Buslinie eines Privatunternehmens insbesondere im Schülerverkehr über die Nachbargemeinde Cadolzburg nach Fürth angebunden.

Abends und am Wochenende verkehrt ein Anrufsammeltaxi zum Bahnhof in Roßtal.

In Wochenendnächten gibt es mit der VAG-Nightliner-Linie N7 eine Direktverbindung nach Nürnberg.

Durch Großhabersdorf führt der Fernwanderweg Deutschherrenweg.

Persönlichkeiten

  • Max Endres (* 3. April 1860 in Großhabersdorf; † 9. November 1940 in München), Forstwissenschaftler und Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Dietrich Sommerschuh (* 7. April 1935; † 2. Mai 2022 in Nürnberg), Ehrenbürger der Gemeinde Großhabersdorf, Altlandrat des Landkreises Fürth, Träger des Bundesverdienstkreuzes

Literatur

Commons: Großhabersdorf – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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