Gunnar Klack
deutscher Architekt, Autor und Architekturtheoretiker
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Werdegang
Gunnar Klack studierte Architektur an der Universität der Künste Berlin (UdK) und an der Glasgow School of Art.[2] Seine Diplomarbeit an der UdK 2005 wurde von Peter Bayerer und Juliane Zach betreut.[3] Nach dem Architektur-Diplom begann Klack mit einem Zweitstudium in den Fächern Kulturwissenschaften und Geschichtswissenschaften an Humboldt-Universität zu Berlin, brach dieses jedoch 2006 ohne Abschluss wieder ab.[4] An der Technischen Universität Berlin promovierte Klack 2013 zum Dr.-Ing. mit einer Arbeit über das Werk der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel.[5] Seine Dissertation Gebaute Landschaften. Fehling + Gogel und die organische Architektur: Landschaft und Bewegung als Natur-Narrative wurde von Gabi Dolff-Bonekämper und Adrian von Buttlar betreut.[6][7]
Für die Musikzeitschrift Spex war Klack zwischen 2007 und 2011 regelmäßiger als freier Autor aktiv und 2012 als Gastautor für die Zeitschrift für Sexualforschung[8], sowie für Die Welt und Zeit-Online.[9]
Nach seiner Promotion 2013 macht er bis 2015 ein wissenschaftliches Volontariat an der Berlinischen Galerie und war im Anschluss 2016–2017 an der Technischen Universität Berlin am Institut für Stadt- und Regionalplanung sowie 2018–2019 am Historisch-Technischen Museum Peenemünde als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.[2] Seit 2019 ist er als Denkmalpflege-Fachplaner bei Architekturwettbewerben tätig[10] und trägt als externer Gutachter zur Denkmalerfassung für das Landesdenkmalamt Berlin bei.[2] 2023 war er Research Fellow der Wüstenrot Stiftung.[4]
Im Hörfunkprogramm Deutschlandfunk Kultur des Senders Deutschlandradio sowie im SWR[11] kommentiert Gunnar Klack zu aktuellen Themen aus dem Bereich Architektur. Beispielsweise den Architektur-Jahresrückblick des Jahres 2024,[12] 2025[13] oder den Film The Brutalist.[14]
Derzeit (2026) schreibt er gemeinsam mit Andreas Jüttemann an einem Buch über Nuclear Heritage.[15][16]
Engagement
Klack schreibt vor allem über Themen aus dem Bereichen Denkmalpflege, Infrastruktur-[17] und Architekturgeschichte. Besonderes Interesse hat er am Umgang mit kontrovers diskutierten Technologiebauten, wie zum Beispiel dem Denkmalwert von Kernkraftwerken,[18][19] oder an der Rezeption von polarisierender Architekturgestaltung – Beispiel: Baller & Baller[20], das Projekt The Line in Saudi-Arabien.[21][1] Bekannt ist er als Mitbegründer der Bürgerinitiative zum Erhalt der ehemaligen Forschungseinrichtung für experimentelle Medizin der Freien Universität Berlin. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Felix Torkar startete er 2020 eine Petition,[22] die Stimmen dafür sammelt, den sogenannten Mäusebunker und das benachbarte Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité auf dem Campus Benjamin-Franklin in Berlin-Lichterfelde unter Denkmalschutz zu stellen.[23][24]
Ein Artikel über Prozesse räumlicher Aneignung beschreibt unter anderem den User-generated content des Projekt Blinkenlights, bei dem auch Gunnar Klack mit der Software BlinkenPaint einen Beitrag eingereicht hat, der 2001 auf der Fassade des Haus des Lehrers gezeigt wurde.[25]
Theater und Film
Am Wiener Volkstheater wurde am 1. Dezember 2022 das Stück Apokalypse Miau – eine Weltuntergangskomödie uraufgeführt, an dem Klack gemeinsam mit dem deutsch-isländischen Autor Kristof Magnusson arbeitete.[26][27] 2024 kollaborierten Klack und Magnusson mit dem deutsch-norwegischen Videokünstler Bjørn Melhus für den Imagefilm der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. Klack und Magnusson verfassten den Text, Melhus führte Regie, die Musik ist von Carsten Nicolai.[28] Als Schauspieler: In der Theater-Adaption von Unendlicher Spaß,[29] 2012, in der von Philippe Quesne inszenierten Station.[30]
Vorträge (nicht schriftlich publiziert)
- Greifswald Nuclear Power Plant – Is Decommissioning a Local, National or International Task? 10. Juni 2026, Konferenz History and Geopolitics of Nuclear Deindustrialization,[31] Universität Turin[32]
- Podiumsdiskussion mit Andreas Jüttemann und Florian Schikowski, moderiert von Daniela Münkel: Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und die Auswirkungen auf die DDR. 21. April 2026, Stasi-Unterlagen-Archiv, Berlin[33]
- Pop-Art, High-Tech, Serienreife – Design-Ideale für Kernkraftwerke von den 1950er bis in die 1980er Jahre. 23. Januar 2025, Konferenz Radiant Monuments? Nuclear Power Plants Between Cultural Value and Contaminated Sites, Universität Bern[34]

- Auf der Suche nach postmodernen Zeitkapseln. Methoden zur Denkmalerfassung der 1980er-Jahre-Architektur in Deutschland. 28. Juni 2023, Wiesbadener Gespräche zur Baukultur, Abendvorträge und Podiumsgespräche, Hochschule RheinMain, Wiesbaden[35]
- Geschichte und städtebaulicher Kontext des Mäusebunkers. 10. September 2021, Berlinische Galerie, Modellverfahren Mäusebunker, Berlin[36]
- Brutalistische Architektur. 6. Dezember 2018, Vortragsreihe zum 50-jährigen Jubiläum des Campus Benjamin Franklin, Charité Universitätsmedizin, Berlin[37]
- Zur Architektur des Klinikum Steglitz. 10. Oktober 2018, Konferenz 1968 und die Medizin, Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin, Charité Universitätsmedizin, Berlin; Deutsche Gesellschaft für Krankenhausgeschichte[38]
- Authentic Artifacts, Unintentional Monuments. 4. Juli 2015, Konferenz Tiergarten – Landscape of Transgression (This Obscure Object of Desire), Chair for Urban Design and Urbanization, TU Berlin, Haus der Kulturen der Welt, Berlin[39]
- Constructed Environment of a Divided Berlin (1948–89): Remove or Protect? 8. April 2014, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, Massachusetts[40]
- Mit Matthias Seidel: Einführungsvortrag zur Ausstellung Fehling + Gogel – Die Max-Planck-Gesellschaft als Bauherr der Architekten Herman Fehling und Daniel Gogel.[41] 19. Oktober 2009, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin[42]
- Mit Andreas Barz: Die gebaute Gemeinschaft! Wie der Wunsch nach Erziehung zur Demokratie Gestalt und Leben im Studentendorf Schlachtensee formte. 18. Juni 2009, Vortragsreihe zur Ausstellung Geschenke der Amerikaner an West-Berlin: Architektonische Repräsentationen im Kalten Krieg, Amerika-Haus, Berlin[43]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- „Fehling + Gogel: Ein Architektenbüro und seine Bauten für Forschung und Lehre in Berlin“. In: Thomas Sandkühler, Bruno Torres Suñén (Hrsg.): Der Bär von Berlin – Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins 2025. Folge 74, Berlin: Westkreuz 2025, S. 33–55, ISSN 0522-0033
- „Was wird aus den Megaprojekten?“ in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 9. November 2025, Nr. 45, S. 35.
- „Stromversorgung“ in: Andreas Jüttemann (Hrsg.): Handbuch Infrastrukturgeschichte. Wiesbaden: Springer VS 2025, S. 155–195, ISBN 978-3-658-48311-1
- Architekturfotos in: Julia Draganović, Deutsche Akademie Rom Villa Massimo (Hrsg.): Kristof Magnusson – Rompreisträger 2023/24 – Studio 9. Leipzig 2024, ISBN 979-12-80962-13-3
- „Pumpspeicherwerk Niederwartha“. In: Karin Berkemann und Daniel Bartetzko (Hrsg.): ModerneREGIONAL: Energie – Kraftwerke der Moderne, Heft 23/2, Frankfurt am Main 2023, S. 15–21, ISSN 2365-0370 (online: DOI)
- „Kraftwerke als Denkmal?“ In: Andreas Jüttemann und Martin Schlecht: Kernkraftwerk Rheinsberg. Geschichte und Zukunft einer Technik, Berlin: Orte der Geschichte e.V. 2021, S. 13–15, ISBN 978-3-946438-11-3
- Mit Felix Torkar: Rettet den Mäusebunker! Abriss bei der Charité, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Ausgabe Nr. 106, Frankfurt, 7. Mai 2020, Seite 14[24]
- Mit Felix Torkar: „Berlin: Brutalist Icons Threatened by Demolition“. In: Christoph Machat und John Ziesemer (Hrsg.): Heritage at Risk – World Report 2016–2019 on Monuments and Sites in Danger. Berlin: Hendrik Bäßler 2020, S. 60–62, ISBN 978-3-945880-67-8
- „Kernkraft als Gegenstand der Baugeschichte“. In: Bernhard Ludewig und Dirk Eidemüller: Der nukleare Traum – Die Geschichte der deutschen Atomkraft. Berlin: DOM Publishers 2020, S. 394–397, ISBN 978-3-86922-088-8
- „Fehling + Gogel (und Pfankuch) – hidden champions, local heroes, unterschätzte Genies?“ In: Studentendorf Schlachtensee eG (Hrsg.): Das globale Dorf – 60 Jahre gewohnte Vielfalt. Festschrift 60 Jahre Studentendorf Schlachtensee. Berlin 2019, S. 111–115[44]
- „Tiergarten Today: A Product of the Kollektivplan?“. In: Sandra Bartoli und Jörg Stollmann (Hrsg.): Tiergarten, Landscape of Transgression. This Obscure Object of Desire. Zürich: Park Books 2019, S. 46–57, ISBN 978-3-03860-033-6
- „Gerd Hänska – Zentrale Tierlaboratorien der Freien Universität Berlin“. In: Oliver Elser, Philip Kurz und Peter Cachola Schmal (Hrsg.): SOS Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme. Zürich: Park Books 2017, S. 475, ISBN 978-3-03860-074-9
- „Brutalismus“. In: Erica Casdorff-Westendorff (Hrsg.): Kunst Berlin, Berlin: Verlag Der Tagesspiegel GmbH, 2017, S. 84–87, ISBN 978-3-946383-46-8
- „Buchrezension: Tanja Seeböck, Schwünge in Beton. Die Schalenbauten von Ulrich Müther“. In: kunsttexte.de, Nr. 4, 2016 (online: PDF)
- „Spaces With an Educational Mandate. Dormitory for the Free University of Berlin“. In: Maren Harnack, Sebastian Haumann, Karin Berkemann u. a. (Hrsg.): Community Spaces: Conception, Appropriation, Identity. Band 53 der Reihe ISR Impulse Online. Berlin: TU Berlin 2015, S. 91–100, ISBN 978-3-7983-2713-9
- Dissertationsschrift: Gebaute Landschaften. Fehling + Gogel und die organische Architektur: Landschaft und Bewegung als Natur-Narrative. Bielefeld: Transcript 2015, ISBN 978-3-8376-3290-3
- Diverse Baubeschreibungen. In: Gabi Dolff-Bonekämper, Adrian von Buttlar und Kerstin Wittmann-Englert (Hrsg.): Baukunst der Nachkriegsmoderne – Architekturführer Berlin 1949–1979, Berlin: Reimer 2013, ISBN 978-3-496-01486-7
- Mit Hanno Stecher: „Buchbesprechung Neo-Essentialismus in der Gender-Debatte von Barbara Schütze“. In: Zeitschrift für Sexualforschung, Heft 1, März 2012, Jg. 25, S. 76–78, ISSN 0932-8114
- „Erweiterungsbau Institut für Meteorologie“. In: Martina Schilling (Hrsg.): Freie Universität Berlin. Ein Architekturführer zu den Hochschulbauten, Berlin: Braun 2011, S. 148–151, ISBN 978-3-03768-017-9
- Als Mitherausgeber in Zusammenarbeit mit Peter Gruss und Matthias Seidel: Fehling + Gogel. Die Max-Planck-Gesellschaft als Bauherr der Architekten Hermann Fehling und Daniel Gogel. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Berlin, 19. Oktober bis 10. Dezember 2009, Berlin: Jovis 2009, ISBN 978-3-86859-050-0
- „Folk-Schamanismus: Devendra Banhart“. In: Peter Nachtnebel (Hrsg.): For the Sake of the Song – Amerikas neue Songwriter, Mainz: Ventil 2009, S. 45–58, ISBN 978-3-931555-67-2
Weblinks
- Instagram: Account gunnarklack
