Gustav Doberauer
tschechoslowakischer Politiker (DNP)
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Gustav Doberauer (* 29. Dezember 1874 in Theussau, tschechisch: Tisová, Ortsteil von Březová u Sokolova, Österreich-Ungarn; † 1943) war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche Nationalpartei) deutscher Nationalität. Er war als Arzt im Komotau und Karlsbad und Hochschullehrer an der Karls-Universität Prag tätig und von 1921 bis 1922 Parteiobmann der Deutschen Nationalpartei.
Leben und Wirken
Er war der Sohn des Bauern Laurenz Doberauer aus Theussau Nr. 3 und dessen Ehefrau Maria Katharina geborene Radler aus Unterreichenau Nr. 20.[1] Nach dem Schulbesuch studierte er ab dem Wintersemester 1894/95 Medizin, promovierte 1899 und wurde 1906 als Privatdozent für Chirurgie an der Karls-Universität in Prag und Assistent der chirurgischen Klinik des Prof. Wölfler in Prag zugelassen.[2] Er war als Chirurg und Dozent am Bezirkskrankenhauses in Komotau tätig und stieg zum medizinischen Leiter der Krankenpflegeschule der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz auf.
Nach Gründung der Tschechoslowakei wurde er 1921 als Nachfolger von Ernst Storch für ein Jahr Parteiobmann der Deutschen Nationalpartei der Tschechoslowakei.[3]
1927 ging er nach Karlsbad. Hier bezog er gemeinsam mit seiner Ehefrau Henriette die Villa Dr. Doberauer in der Imperialstraße 1290.[4] In Karlsbad war er Direktor des Allgemeinen Öffentlichen Krankenhauses.
1940 wird er als Angehöriger der deutschen medizinischen Fakultät der Karls-Universität in Prag geführt.
Literatur
- Ludmila Hlaváčková, Petr Svobodný: Biographisches Lexikon der Deutschen Medizinischen Fakultät in Prag 1883–1945. 1998.
- A. Míšková: Německá (Karlova) univerzita od Mnichova k 9. květnu 1945. Karolinum, Praha 2002 (tschechisch).