Gustav Köhler (Historiker)

deutscher Historiker, Schriftsteller und Jurist From Wikipedia, the free encyclopedia

Gustav Adolph Köhler (* 1806; † 13. Februar 1865 in Berlin) war ein deutscher Historiker, Schriftsteller, Jurist, Vizepräsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften, Ritter des Herzoglich Sachsen-Ernestinischer Hausordens und korrespondierendes Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften.

Biographie

Gustav Köhler war der zweite von drei Söhnen des Schönbrunner evangelischen Pastors Georg Hermann Friedrich Köhler. Er besuchte von Oktober 1818 bis Ostern 1825 das Görlitzer Gymnasium Augustum. Bis 1828 studierte er Jura in Halle und Breslau. Er absolvierte sein Examen als Auskultator und 1831 als Referendar und verwaltete danach mehrere Justiziariate in der Umgebung von Görlitz.[1.1] Köhler, der mit einer Tochter Gotthelf Neumanns verheiratet war,[2.1] nahm nach dem Tod seines Schwiegervaters dessen 8-jährigen Sohn Theodor von 1831 bis 1843 als Pflegesohn bei sich auf.[3]

Köhler war seit dem 11. Juli 1832 Mitglied und Ehrenmitglied der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.

1833 wurde Köhler zum Stadt- und Polizeirat gewählt und leitet die Polizeiverwaltung bis 1858 unter den Bürgermeistern Gottlob Ludwig Demiani und Gottlob Jochmann.

1848 war er Mitglied der Preußischen Nationalversammlung und stand dort auf der Seite der liberalen Partei Rudolf von Auerswalds.

Seit 1849 war Köhler Vizepräsident der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und wurde am 20. April 1857 als Nachfolger des im Jahr zuvor verstorbenen Theodor Neumann für zwei Jahre Sekretär der Gesellschaft. Im Neuen Lausitzischen Magazin veröffentlichte Köhler zwischen 1834 und 1859 zahlreiche Aufsätze zur Geschichte der Oberlausitz.[1.2] Dauerhaften Ruhm erwarb sich Gustav Köhler mit der Herausgabe des ersten Bandes des Codex diplomaticus Lusatiae superioris.[4] Den größten Anteil an diesem Werk hatte aber Theodor Neumann, wie Richard Jecht anmerkt.[2.2]

Köhler zog 1859 nach Berlin, wo ihn Auerswald zur Mitarbeit an der Sternzeitung bewog, die ihr Erscheinen nach der Wahl Bismarcks zum Ministerpräsidenten einstellte. Köhler arbeitete danach für die Leipziger Allgemeine, die Schlesische Zeitung und mehrere Berliner Zeitungen.

Im Herbst 1862 erkrankte Köhler an Typhus, was zu einer Lähmung eines seiner Beine führte. Eine Gefäßentzündung und infolgedessen ein Lungeninfarkt führten letztlich zu seinem Tod am 13. Februar 1865 in Berlin.

Schriften

als Autor

  • Der Bund der Sechsstädte der Ober-Lausitz: eine Jubelschrift. Görlitz 1846. 1
  • Zur Geschichte der Buchdruckerei in Görlitz: eine Festschrift. Görlitz 1840. 2
  • Kurzer Bericht über die Thätigkeit der Preussischen National-Versammlung. 1849.

als Herausgeber

Literatur

Einzelnachweise

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