Günter Rau

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Günter Rau (* 24. Mai 1928; † November 1991) war ein deutscher Fußballspieler. Der Offensivspieler hat für den Karlsruher SC von 1952 bis 1954 in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga Süd 55 Ligaspiele absolviert und 14 Tore erzielt.[1] Vor und nach den zwei Karlsruher Jahren hat der Techniker und Torjäger beim 1. FC Pforzheim über Jahre in der 2. Liga Süd gespielt und war dort einer der herausragenden Spieler.

Karriere

Beginn in der Landesliga Nordbaden und 2. Liga Süd, bis 1952

Der spätere Filigrantechniker, Spielmacher und Torjäger war mit seinem Freund Karl Schradi 1948 vom VfR Pforzheim ins Stadion im Brötzinger Tal zum 1. FC Pforzheim gewechselt. Mit dem VfR aus dem Holzhofstadion hatten die zwei Angreifer 1947/48 die Meisterschaft in der Landesliga Nordbaden Gruppe Süd errungen, waren aber in der Qualifikation zur Oberliga Süd an Amicitia Viernheim gescheitert.[2] Mit fünf Punkten Vorsprung wurde die Meisterschaft vor dem Oberligaabsteiger VfL Neckarau errungen. Unter Trainer Willi Walther hatten Torhüter Kurt Müller, die Abwehrspieler Fritz Kastner, Hans Müßle, Mannschaftskapitän Max Burkhardt, Fritz Woll und im Angriff Richard Fix, Karl Schradi, Günter Rau, Otto Vogt, Rolf Hees und Hugo Ganzhorn wesentlichen Anteil.[3]

In der Aufstiegsrunde zur Oberliga Süd setzte sich aber überlegen die SpVgg Fürth mit 11:1 Punkten durch und der FCP belegte mit 4:8 Zählern den 3. Rang. In Fürth wurde das Spiel gegen die Spielvereinigung 3:7 verloren, aber im Heimspiel am 5. Juni mit 1:1 ein Punkt abgerungen. Rau hatte den Ausgleichstreffer nach Vorlage von Schradi erzielt. In seiner zweiten Saison beim FCP, 1949/50, belegte Rau mit seinen Mannschaftskollegen hinter Meister und Oberligaaufsteiger Neckarau den 2. Rang und war damit für die ab 1950/51 startende 2. Liga Süd qualifiziert. Im Debütjahr der 2. Liga belegte der FCP den 6. Rang; gegen Meister Stuttgarter Kickers wurde das Auswärtsspiel am 10. September 1950 mit 3:6 verloren, wobei der FCP-Rechtsaußen Schradi zwei Tore erzielte und das Rückspiel am 21. Januar 1951 mit 4:1 gewonnen und sich dabei Günter Rau als vierfacher Torschütze auszeichnete. Im zweiten Jahr, 1951/52, belegte Schradi mit seinem Verein in der 2. Liga Süd den 4. Rang. Nach dem Einzug in die 2. Liga wurde von Experten der Angriff aus dem Brötzinger Tal mit Rau, Schradi und Vogt zu den gefährlichsten Waffen der Pforzheimer gezählt.[4]

Oberliga Süd, 1952 bis 1954

Im Sommer 1952 trennten sich die sportlichen Wege der zwei Freunde Rau und Schradi. Rau wechselte nach Karlsruhe zum VfB Mühlburg, wo aber durch Fusion mit Phönix Karlsruhe zum 16. Oktober 1952 der Karlsruher SC aus der Taufe gehoben wurde, in die Oberliga Süd und Schradi zu Holstein Kiel in die Oberliga Nord. Rau gehörte von Beginn an in Karlsruhe der Stammbesetzung an, so auch am Rundenstart am 24. August 1952, bei einem 7:1-Heimerfolg gegen Ulm 1846. Er spielte im damaligen WM-System auf Halblinks und bildete zusammen mit Ernst Kunkel, Edmund Kunkelmann, Heinz Beck und Hans Strittmatter den Angriff des Gastgebers.

Der Mann aus Pforzheim erzielte an seinem zweiten Oberligaspiel, bei einem 5:2-Auswärtserfolg gegen die Stuttgarter Kickers, sein erstes Tor in der Oberliga Süd. Der Start war mit 10:0 Punkten spektakulär; am zehnten Rundenspieltag, den 2. November 1952, bezogen die Karlsruher aber unter Trainer Hans Hipp eine 1:7-Auswärtsschlappe beim 1. FC Nürnberg. Mit 19:11 Punkten verabschiedete sich der KSC am 14. Dezember 1952 nach einem 3:1-Auswärtserfolg bei den Offenbacher Kickers, auf dem 2. Platz rangierend, in die kurze Winterpause. Da die Mannen um Rau die letzten fünf Rückrundenspiele in Serie verloren, belegte der KSC am Rundenende mit 34:26 Punkten den 4. Rang. Günter Rau hatte in 29 Ligaeinsätzen acht Tore erzielt.

Unumstrittener Höhepunkt dieser Spielzeit war aber der Auftritt des VfB Mühlburg/Karlsruher SC in Madrid. Als Sparringspartner der spanischen Nationalelf ernteten die Blau-Weißen viel Beifall von 50 000 begeisterten Fans. Trotz einer 0:2-Niederlage durfte man Spaniens Hauptstadt hocherhobenen Hauptes verlassen.[5]

Das letzte Oberligaspiel für den KSC absolvierte Rau am 21. März 1954 bei einem 2:0-Heimerfolg gegen den BC Augsburg. Er belegte mit den Blau-Weißen den 5. Rang und hatte in 26 Ligaeinsätzen sechs Tore erzielt. Er wechselte zur Saison 1954/55 wieder zurück zum 1. FC Pforzheim in die 2. Liga Süd.

Wieder in Pforzheim, 1954 bis 1963

Gemeinsam mit dem aus Kiel zurückgekehrten Freund Karl Schradi belegte Rau 1954/55 hinter Meister TSV 1860 München, Viktoria Aschaffenburg, TSG Ulm 1846 und dem FC Bayern Hof den 5. Rang. Zum Aufstieg in die Oberliga Süd reichte es auch in den nächsten Jahren nicht. Exzellente Pforzheimer Kicker, die eine beträchtliche Wegstrecke mit Rau gingen, waren Spieler wie Schradi, Otto Vogt, Fritz Woll, Adolf Nesper, Walter Grobs, Karl Biedenbach, Berthold Schönthaler und der hünenhafte Eutinger Willi Heinrich.[6] Als der FCP in der Runde 1956/57 den 4. Rang belegte, hatte Rau 26 Tore dazu beigesteuert.

Er wohnte in Niefern, wo der Bankkaufmann auch mit der Familie ein Eigenheim bewohnte, und hatte regen Kontakt mit der „Alten Garde“ des VfB Mühlburg/Karlsruher SC um Ossi Traub, Georg Seeburger, Max Schwall und Gustav Witlatschil.

Nach seiner Spielerkarriere war er noch als Trainer im Amateurbereich tätig, unter anderem von 1975 bis 1979 beim TV Gräfenhausen in der Gemeinde Birkenfeld.

Literatur

  • Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Spielerlexikon 1890 bis 1963. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2. S. 307.
  • Gernot Otto: Träume, Titel und Trophäen. 100 Jahre 1. FC Pforzheim. Badendruck. Karlsruhe 1996. (Hrsg.: 1. FC Pforzheim), S. 85/86.

Einzelnachweise

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