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Haarhausen (Homberg)

Stadtteil von Homberg (Ohm) From Wikipedia, the free encyclopedia

Haarhausen ist ein Stadtteil von Homberg (Ohm) im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Schnelle Fakten Stadt Homberg (Ohm) ...
Haarhausen
Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 57′ O
Höhe: 221 (215–235) m ü. NHN
Fläche: 2,23 km²[1]
Einwohner: 130 (31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35315
Vorwahl: 06633
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Geographie

Das Dorf liegt am Rande des Vogelsbergs. Durch den Ort verläuft die Landesstraße L 3289.

Nachbarorte

Mardorf Nieder-Ofleiden Dannenrod
Ebsdorfergrund Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Appenrod
Deckenbach Weitershain Homberg

Ortsgeschichte

Mittelalter

Ev. Kirche in Haarhausen

Die schriftliche Ersterwähnung von Haarhausen datiert aus dem Jahr 1234: „... in Horhusen dimidium mansum“. (eine halbe Manse).[1][3] Mit dieser Urkunde überließ der Mainzer Erzbischof Siegfried II. von Eppstein dem Kloster Haina in Haarhausen und in Nieder-Ofleiden Einkünfte von 16 Mark aus seinen dortigen Gütern.[4] Der Ort ist wohl deutlich älter als seine überlieferte Ersterwähnung. Das Ohmtal war früh besiedelt und viele umliegende Orte bereits im 8. und 9. Jahrhundert besiedelt.[5]

Der Ortsname leitet sich von dem ahd. „horo“ bzw. von dem mhd. Wort „hor“ ab, was beides „Sumpf, Schmutz“ bedeutet. Demnach bezeichnete der Ortsname eine „Siedlung im Sumpf“.[6]

Früher lebten die Dorfbewohner hauptsächlich vom Besenbinden.

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Haarhausen:

„Haarhausen (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt 3 St. von Kirtorf, hat 30 Häuser und 212 Einwohner, die alle evangelisch sind.“[7]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Haarhausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen zeitgleich mit zehn weiteren Gemeinden auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Homberg (Ohm) – damals noch mit dem Namen Homberg (Kreis Alsfeld) – eingegliedert.[8][9] Für alle durch die Gebietsreform nach Homberg eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[10]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Haarhausen angehört(e):[1][11][12]

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Haarhausen das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Haarhausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[20] Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld[21], aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt.[22] Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Haarhausen wurde dem Bereich des Amtsgerichts Kirchhain zugeteilt.[23] 1973 wechselte die Stadt Homberg an der Ohm und mit ihr Haarhausen in den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Alsfeld.[24] In übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

• 1577:018 Hausgesesse[1]
• 1791:158 Einwohner[25]
• 1800:156 Einwohner[26]
• 1806:176 Einwohner, 18 Häuser[16]
• 1829:212 Einwohner, 30 Häuser[7]
• 1867:200 Einwohner, 30 bewohnte Gebäude[27]
• 1875:208 Einwohner, 32 bewohnte Gebäude[28]
Haarhausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2024
Jahr  Einwohner
1791
  
158
1800
  
156
1806
  
176
1829
  
212
1834
  
241
1840
  
240
1846
  
241
1852
  
234
1858
  
210
1864
  
204
1871
  
196
1875
  
208
1885
  
189
1895
  
180
1905
  
164
1910
  
164
1925
  
163
1939
  
150
1946
  
251
1950
  
235
1956
  
182
1961
  
157
1967
  
149
1970
  
147
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
138
2015
  
128
2019
  
136
2024
  
130
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Stadt Homburg (Ohm)[29]; Zensus 2011[30]

Religionszugehörigkeit

• 1829:212 evangelische (= 100 %) Einwohner[7]
• 1961:147 evangelische (= 93,63 %), 9 katholische (= 5,73 %) Einwohner[1]

Vereine

Literatur

Anmerkungen und Einzelnachweise

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