Maulbach (Homberg)

Stadtteil von Homberg (Ohm) From Wikipedia, the free encyclopedia

Maulbach ist ein Stadtteil von Homberg (Ohm) im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Schnelle Fakten Stadt Homberg (Ohm) ...
Maulbach
Koordinaten: 50° 44′ N,  3′ O
Höhe: 305 (240–331) m
Fläche: 13,34 km²[1]
Einwohner: 399 (31. Dez. 2024)[2]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35315
Vorwahl: 06633
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Geographie

Geographische Lage

Das Dorf liegt am Rande des Vogelsbergs. Durch den Ort führt die Landesstraße 3343. Im Süden verläuft die Bundesautobahn 5.

Nachbarorte

Appenrod Niederklein Kirtorf
Homberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Heimertshausen
Wäldershausen Nieder-Gemünden Ehringshausen

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung wird für die Zeit nach 1146 datiert, als der Ort Mulenbach in einem Kopialbuch des Klosters Fulda aus dem Jahr 1450 erwähnt wurde. Der Eintrag lautet: „In vfleiden ii mansi … In Abbenrode i mansus … in Mulenbach i mansus … In Dizesrode[3] i mansus“.[4] Dabei handelt es sich um Besitz des Klosters in den genannten Orten. 1280 nennt eine Urkunde „in Vfleiden et in Mulenbach“.[5] erwähnt. 1568 heißt es: „Maulnpach bei Honborgk“.[6] Ein Salbucheintrag aus dem Jahre 1574 gibt an „von Maulnpach nach Kirttorf“.[7] Der Ortsname ist wahrscheinlich von einem Gewässernamen auf eine Siedlung übertragen worden. Grundwort ist das mhd. „mule“ = Maultier.[8]

Im Dreißigjährigen Krieg belagerte Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich im Jahre 1646 das Dorf von Appenrod aus.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Maulbach:

„Maulbach (L. Bez. Kirtorf) evangel. Pfarrdorf; liegt 112 St. von Kirtorf, 2 St. von Homberg, hat 76 Häuser und 433 Einwohner, die außer 11 Juden evangelisch sind. In der Gemarkung finden sich Grabhügel und ein Basaltsteinbruch. Der Ort gehörte zum Kirchengebiet von Oberofleiden, und hatte schon 1264 einen eigenen Pleban.“[9]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Maulbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen zeitgleich mit zehn weiteren Gemeinden auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Homberg (Ohm) – damals noch mit dem Namen Homberg (Kreis Alsfeld)eingegliedert.[10][11] Für alle durch die Gebietsreform nach Homberg eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[12]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Maulbach angehört(e):[1][13][14]

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Maulbach das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Maulbach zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[22] Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld[23], aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt[24]. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Maulbach wurde dem Bereich des Amtsgerichts Kirchhain zugeteilt.[25] 1973 wechselte die Stadt Homberg an der Ohm und mit ihr Maulbach in den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Alsfeld.[26] In übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

 1577:074 Hausgesesse mit 12 Wagen[1]
 1791:346 Einwohner[27]
 1800:368 Einwohner[28]
 1806:423 Einwohner, 69 Häuser[18]
 1829:433 Einwohner, 76 Häuser[9]
 1867:418 Einwohner, 75 bewohnte Gebäude[29]
 1875:423 Einwohner, 77 bewohnte Gebäude[30]
Maulbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2024
Jahr  Einwohner
1791
 
346
1800
 
368
1806
 
423
1829
 
433
1834
 
540
1840
 
500
1846
 
464
1852
 
498
1858
 
508
1864
 
461
1871
 
420
1875
 
423
1885
 
425
1895
 
428
1905
 
410
1910
 
429
1925
 
432
1939
 
606
1946
 
631
1950
 
611
1956
 
555
1961
 
527
1967
 
507
1970
 
511
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
432
2015
 
395
2019
 
419
2024
 
399
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Homburg (Ohm)[31]; Zensus 2011[32]

Religionszugehörigkeit

 1829:422 evangelische (= 97,46 %), 11 jüdische (= 2,54 %) Einwohner[9]
 1961:457 evangelische (= 86,72 %), 59 katholische (= 11,20 %) Einwohner[1]

Vereine

Das kulturelle Leben im Dorf prägen folgende Vereine:

  • Burschenschaft
  • Evang. Kirchengemeinde
  • Evang. Posaunenchor der Pfarrei Maulbach
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Gesangverein Maulbach
  • KSG Maulbach
  • Landfrauenverein
  • Maulbacher Ausflugsgesellschaft
  • Soundhaufen (eine Chorgruppe des Gesangsvereins)
  • VdK Ortsverband Maulbach
  • Vogel- und Naturschutzgruppe

Sonstiges

Anmerkungen

  1. Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.
  2. Infolge der Rheinbundakte.
  3. Das Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als Vorläufer des Deutschen Reichs.
  4. Trennung zwischen Justiz (Landgericht Homberg an der Ohm) und Verwaltung.
  5. Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.
  6. Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurden die Provinz Oberhessen aufgelöst.
  7. Am 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Homberg (Ohm).

Literatur

Commons: Maulbach (Homberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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