Hamburger SV (Frauenfußball)

Frauenfußballmannschaft vom Hamburger SV From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Frauenfußballabteilung des Hamburger SV besteht seit 1970 und umfasst drei Frauen- und vier Mädchenmannschaften. Die erste Mannschaft spielt seit der Saison 2025/26 wieder in der Bundesliga und die zweite Mannschaft in der drittklassigen Regionalliga Nord. Spielort der ersten Mannschaft ist das Volksparkstadion.[1] Die weiteren Teams spielen auf der Paul-Hauenschild-Sportanlage in Norderstedt.[2]

Schnelle Fakten Basisdaten, Erste Fußballmannschaft ...
Hamburger SV
Frauenfußball
Basisdaten
Name Hamburger Sport‑Verein e. V.
Sitz Hamburg
Gründung 1970
Farben Blau-Weiß-Schwarz
Website hsv.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Rodolfo Cardoso
Spielstätte Volksparkstadion
Plätze 57.000
Liga Bundesliga
2025/26 12. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich
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Geschichte

1970 wurde die Frauenfußball-Abteilung des Hamburger SV gegründet. In den siebziger und achtziger Jahren stand sie im Schatten von Vereinen wie FTSV Lorbeer Rothenburgsort oder FSV Harburg. 1975 wurde die Frauenmannschaft erstmals Hamburger Meister und 1990 stieg sie nach dem erneuten Gewinn der Hamburger Meisterschaft in die Oberliga Nord, damals die zweithöchste Spielklasse, auf. In der Oberliga erreichte sie mit wenigen Ausnahmen stets vordere Platzierungen. 1997 nahm sie als Vizemeister an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, wo sie hinter Fortuna Sachsenroß Hannover Zweiter wurde. Weil Hannover jedoch auf die Teilnahme an der Bundesliga verzichtete, rückte der HSV nach. In der ersten Bundesligasaison wurde die Mannschaft Letzter und stieg ab. Anschließend wurde der Verein drei Mal hintereinander Meister der Regionalliga Nord, konnte sich jedoch erst 2001 in der Aufstiegsrunde durchsetzen. In der Saison 2001/02 stieg man direkt wieder ab, erreichte aber das Endspiel des DFB-Pokals, in dem der HSV dem 1. FFC Frankfurt mit 0:5 unterlag. 2003 wurde der HSV wieder Meister der Regionalliga Nord und erreichte in der Aufstiegsrunde den Wiederaufstieg in die Bundesliga. In der Saison 2003/04 erreichte die Mannschaft den sechsten Tabellenplatz und das Finale des Hallenpokals, in dem sie mit 0:1 gegen den 1. FFC Turbine Potsdam unterlag. In den folgenden Jahren etablierte sich die Mannschaft in der Bundesliga und erreichte mit dem vierten Platz in der Saison 2010/11 die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Nach der Saison 2011/12 wurde die Mannschaft aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurückgezogen, um die Zuschüsse in den Frauenfußball-Vereinsbereich zu reduzieren, der sich nicht selbstständig finanzierte.[3]

Die erste Frauenmannschaft begann daraufhin einen Neuanfang in der Regionalliga Nord.[3] Nach vier Jahren in der Regionalliga Nord stieg die Mannschaft in der Saison 2015/16 in die Verbandsliga Hamburg ab. Dort wurden die Hamburgerinnen 2018 Vizemeister hinter dem TSC Wellingsbüttel. Ein Jahr später sicherte sich der HSV ohne Punktverlust die Meisterschaft. In der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord setzte sich das Team mit 4:0 und 2:0 gegen ATS Buntentor durch und kehrte in die Regionalliga zurück. In der Saison 2021/22 gewann die Mannschaft den Meistertitel der Regionalliga Nord, unterlag im Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga aber der zweiten Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam. In der Saison 2022/23 wurde das Team erneut Meister der Regionalliga Nord und stieg anschließend in die 2. Bundesliga auf, nachdem beide Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Nordost, Viktoria Berlin, mit 3:0 und 3:1 gewonnen wurden.

Die Saison 2023/24 beendete der HSV auf dem vierten Platz und verpasste somit den direkten Durchmarsch in die Bundesliga. In der Saison 2024/25 sicherte sich der HSV den Aufstieg am 25. Spieltag, nachdem die Mannschaft gegen den SC Freiburg II mit 3:0 gewann.[4] Der HSV kehrte 13 Jahre nach dem Rückzug der Frauenmannschaft in die Bundesliga zurück. Im DFB-Pokal erreichte die Mannschaft das Halbfinale.

Erste Mannschaft

Kader der Saison 2026/27

(Stand: 25. Januar 2026)
(Sortierung nach Trikotnummer)[5]

Weitere Informationen Tor, Abwehr ...
Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
18Laura SiegerDeutschlandDeutschland
33Larissa HaidnerOsterreichÖsterreich
Jule Baum DeutschlandDeutschland
02Magou DoucouréFrankreichFrankreich
04Nigar MirzəliyevaAserbaidschan
06Annaleen BöhlerDeutschlandDeutschland
13Michela CroattoOsterreichÖsterreich
21Jaqueline DöngesDeutschlandDeutschland
39Nina RäckeDeutschlandDeutschland
44Gloria SliškovićBosnien und Herzegowina
Sylwia Matysik Polen
Celainy Obispo Curaçao
08Svea StoldtDeutschlandDeutschland
09Melina KrügerDeutschlandDeutschland
10Carla MorichDeutschlandDeutschland
26Jonna WredeDeutschlandDeutschland
28Pauline MachtensDeutschlandDeutschland
29Leni EggertDeutschlandDeutschland
37Paulina BartzDeutschlandDeutschland
Leïla Peneau FrankreichFrankreich
11Melanie BrunnthalerOsterreichÖsterreich
19Victoria SchulzDeutschlandDeutschland
22Sophie HillebrandOsterreichÖsterreich
23Viktoria SchwalmDeutschlandDeutschland
32Lotta WredeDeutschlandDeutschland
47Camilla LinbergNorwegen
Nikola Karczewska Polen
Andrea Švíbková Tschechien
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Wechsel zur Saison 2026/27

Weitere Informationen Zugänge, Abgänge ...
Zugänge Abgänge
Jule Baum (SC Sand)
Nikola Karczewska (S.S. Lazio)
Sylwia Matysik (1. FC Köln)
Celainy Obispo (Feyenoord Rotterdam)
Leïla Peneau (SKN St. Pölten)
Andrea Švíbková (LASK)
Mia Büchele (Eintracht Frankfurt II)
Emilia Hirche (vereinslos)
Vildan Kardesler (vereinslos)
Jobina Lahr (Karriereende)
Christin Meyer (FC Viktoria 1889 Berlin)
Mária Mikolajová (Slavia Prag)
Lea Paulick (Karriereende)
Sophie Profé (FC Rapperswil-Jona)
Inga Schuldt (1. FC Köln)
Almudena Sierra (vereinslos)
Annalena Wucher (vereinslos)
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Trainerhistorie seit 1997

Can Vanlı: 1997
Jens Martens: 1997–2001
Andrew Pfennig: 2001–2005
Achim Feifel: 2005–2012
Holger Prischmann: 2012–2013
Ralf Schehr: 2013–2015
Kay-Ole Schönemann: 2015
Christian Kroll: 2015–2018
Manuel Alpers: 2018–2021
Lewe Timm: 2021–2023[6]
Marwin Bolz: 2023–2025[7]
Liése Brancão: 2025–2026[8][9]
Rodolfo Cardoso: seit 2026

Bekannte ehemalige Spielerinnen

Spielstätten

Die Frauenmannschaft des HSV hatte ihre Heimspiele in der Bundesliga bis zur Abmeldung im Mai 2012 in der Wolfgang-Meyer-Sportanlage (seit Oktober 2022 Sportpark Eimsbüttel) ausgetragen.

Seit dem Neuanfang in der Regionalliga trat die Mannschaft für ihre Heimspiele auf der Paul-Hauenschild-Sportanlage in Norderstedt an, die lediglich Platz für maximal 300 Fans bietet. Zur Saison 2023/24, in der die erste Mannschaft um den Aufstieg in die Bundesliga spielte, kehrte die Frauenmannschaft für einzelne Spiele in den Sportpark Eimsbüttel zurück, um vor einem größeren Publikum von bis zu 1.700 Zuschauern spielen zu können.[10] In der Saison 2024/25 spielte die Mannschaft auf Platz 6 am Volksparkstadion mit 630 Stehplätzen, da der Sportpark Eimsbüttel umgebaut wird.[2]

Erstmals im Volksparkstadion spielte die Mannschaft im Viertelfinale des DFB-Pokals 2024/25 gegen Borussia Mönchengladbach (2:0).[11] Auch das Spiel im Halbfinale gegen Werder Bremen (1:3 n. V.) fand im Volksparkstadion statt. Mit 57.000 Zuschauenden war das Spiel ausverkauft und stellte einen neuen Rekord für ein Vereinsspiel im Frauenfußball in Deutschland auf.[12] Nach dem Aufstieg in die Bundesliga wurde das Volksparkstadion die dauerhafte Heimspielstätte.[1]

Weitere Mannschaften

Zweite Mannschaft

Die zweite Mannschaft des HSV stieg 2003 in die Regionalliga Nord auf und qualifizierte sich 2004 für die neu eingeführte 2. Bundesliga, stieg jedoch bereits nach einer Saison wieder ab. Nach dem direkten Wiederaufstieg wurde sie in der Saison 2006/07 Vizemeister und konnte sich anschließend in der 2. Bundesliga etablieren. In der Saison 2010/11 wurde sie Zweitligameister, aber nach Saisonende aus finanziellen Gründen in die Regionalliga zurückgezogen.[13] Nach dem Rückzug der ersten Mannschaft in die Regionalliga 2012 spielte die zweite Mannschaft in der Saison 2012/13 in der Verbandsliga Hamburg und stieg in die Landesliga Hamburg ab. Die Rückkehr in die Oberliga Hamburg gelang mit einem ersten Platz in der Landesliga in der Saison 2018/19. Nach vier Jahren in der höchsten Hamburger Spielklasse sicherte sich die zweite Mannschaft des HSV in der Saison 2022/23 den Meistertitel und nahm an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga teil, die sie mit einem Sieg gegen den Kieler MTV und einer Niederlage gegen Werder Bremen II auf dem zweiten Platz beendeten. Durch den Aufstieg der ersten Mannschaft des HSV wurde ein Entscheidungsspiel gegen die SpVg Aurich ausgetragen, was die zweite Mannschaft für sich entscheiden konnte und somit in die Regionalliga Nord aufstieg. In der Saison 2024/25 wurde sie Meister der Regionalliga Nord, verzichtete jedoch auf ihr Aufstiegsrecht in die 2. Bundesliga.[14] Zur Saison 2026/27 wurde die zweite Mannschaft, welche bislang als U20 firmierte, in eine U21-Mannschaft umgewandelt.[15]

Dritte Mannschaft

Die dritte Mannschaft des HSV wurde 2010 Meister der Verbandsliga Hamburg und belegte in der Saison 2010/11 den vierten Platz in der Regionalliga Nord. Nach dem Rückzug der zweiten Mannschaft in die Regionalliga 2011 spielte sie in der Saison 2011/12 in der Verbandsliga Hamburg. Nach dem Rückzug der ersten Mannschaft in die Regionalliga 2012 nahm sie bis 2019 am Spielbetrieb der Sonderklasse teil. Zur Saison 2019/20 erfolgte die Aufnahme in die Kreisliga. Seit 2022 spielte die dritte Mannschaft in der sechstklassigen Landesliga Hamburg, welche sie in der Saison 2024/25 als Meister abschloss und in die Oberliga Hamburg aufstieg. Zur Saison 2026/27 wurde die dritte Mannschaft in eine U19-Mannschaft umgewandelt.[15]

Juniorinnen

Ab der Saison 2016/17 bis zur Auflösung der Spielklasse nach der Saison 2023/24 spielten die B-Juniorinnen des HSV durchgängig in der B-Juniorinnen-Bundesliga. In der durch die COVID-19-Pandemie abgebrochene Spielzeit 2019/20 wurde die Mannschaft zum Meister der Staffel Nord/Nordost erklärt. Zwei Jahre später wiederholte die Mannschaft ihren Meistertitel. Im Finale um die deutsche Meisterschaft schlugen sie Eintracht Frankfurt im Stadion Hoheluft mit 2:1.

Statistik

Erfolge

  • Aufstieg in die Bundesliga 1997, 2001, 2003, 2025
  • Aufstieg in die 2. Bundesliga 2006*, 2023
  • DFB-Pokal-Finalist 2002
  • DFB-Hallenpokal-Finalist 2004, 2007, 2009
  • Meister der Regionalliga Nord 1999, 2000, 2001, 2003, 2006*, 2022, 2023, 2025*
  • Meister der 2. Bundesliga Nord 2011*
  • Hamburger Meister 1975, 1990, 2000*, 2003*, 2010**, 2019, 2023*
  • Hamburger Pokalsieger 1991, 1995, 1996, 1997, 2000, 2001, 2002*, 2003, 2004*, 2006*, 2014, 2017, 2019, 2021, 2022
  • Meister der B-Juniorinnen-Bundesliga, Staffel Nord/Nordost 2020, 2022
  • Deutsche B-Juniorinnen-Meisterschaft 2022
  • Deutscher Futsal-Meister B-Juniorinnen 2019

Die mit einem Sternchen (*) versehenen Erfolge wurden von der 2. Mannschaft errungen und die mit zwei Sternchen (**) versehenen Erfolge von der 3. Mannschaft.

Platzierungen seit 1991

Weitere Informationen Saison, Liga ...
SaisonLigaPlatzSUNTorePunkteDFB-Pokal
1990/91Oberliga Nord08.023:2415:21nicht qualifiziert
1991/92Oberliga Nord04.041:2829:151. Runde
1992/93Oberliga Nord03.052:1530:14nicht qualifiziert
1993/94Oberliga Nord04.039:2528:161. Runde
1994/95Regionalliga Nord02.058:2429:15nicht qualifiziert
1995/96Regionalliga Nord10.020:41:00171. Runde
1996/97Regionalliga Nord02.065:15:00541. Runde
1997/98Bundesliga12.010219017:78:00052. Runde
1998/99Regionalliga Nord01.180101082:09:00551. Runde
1999/00Regionalliga Nord01.220000103:08:0066nicht qualifiziert
2000/01Regionalliga Nord01.210100076:07:0064Achtelfinale
2001/02Bundesliga11.020218016:62:0008Finale
2002/03Regionalliga Nord01.200101082:08:0061Achtelfinale
2003/04Bundesliga06.100408047:37:0034Achtelfinale
2004/05Bundesliga09.060214020:48:00201. Runde
2005/06Bundesliga05.100309042:40:0033Achtelfinale
2006/07Bundesliga09.070510034:34:0026Achtelfinale
2007/08Bundesliga10.040612023:46:0018Achtelfinale
2008/09Bundesliga06.090211052:49:0029Achtelfinale
2009/10Bundesliga07.080410031:51:00282. Runde
2010/11Bundesliga04.120208042:42:0038Viertelfinale
2011/12Bundesliga09.050710023:40:0022Halbfinale
2012/13Regionalliga Nord06.090607031:26:00331. Runde
2013/14Regionalliga Nord07.080408042:33:0028nicht qualifiziert
2014/15Regionalliga Nord08.080212034:36:00261. Runde
2015/16Regionalliga Nord11.030415022:66:0013nicht qualifiziert
2016/17Verbandsliga Hamburg04.150304088:27:0048nicht qualifiziert
2017/18Oberliga Hamburg02.170302081:23:00541. Runde
2018/19Oberliga Hamburg01.200000123:09:0060nicht qualifiziert
2019/20Regionalliga Nord05.060206021:20:00202. Runde
2020/21Regionalliga Nord – Staffel A05.030001020:04:0009nicht qualifiziert
2021/22Regionalliga Nord01.240200110:17:0074Achtelfinale
2022/23Regionalliga Nord01.250001106:09:00751. Runde
2023/242. Bundesliga04.150506058:33:0050Achtelfinale
2024/252. Bundesliga03.150803050:15:0053Halbfinale
2025/26Bundesliga12.040616026:57:0018Viertelfinale
2026/27BundesligaTeilnahme
grün unterlegte Spielzeiten kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte Spielzeiten einen Abstieg.
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Einzelnachweise

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