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Hans Breymann (Architekt)

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Hans Breymann (vollständiger Name: Hans Anton Wilhelm Julius Breymann[1]; * 12. April 1850 in Bernburg (Saale); † 28. Juni 1903 in Göttingen[1][2]) war ein deutscher Architekt und Baubeamter.

Signatur von Hans Breymann, 1901

Leben und Wirken

Seine Eltern waren Julius August Richard Breymann (1819–1876), Gerichtsrat in Roschwitz, und Minette Wilhelmine Fatquitto (1823–1878), die am 24. Mai 1849 in Bernburg heirateten.[1] Verheiratet war er seit 1879 mit Marie Breymann, geb. Keßler (1857–1927); das Paar hatte fünf Kinder.[3][1]

Leben und Wirken von Hans Breymann sind bisher nicht näher erforscht. Der Ausbildungsort ist unbekannt. Erste Spuren als Baumeister oder Architekt sind ab 1871 zu fassen bei Vorbereitungen für die Restaurierung der Basilika von Kloster Hecklingen.[4] Anfang der 1880er Jahre war er als „Regierungsbaumeister“ mit Neubauprojekten in seiner Heimatstadt Bernburg (Saale) beschäftigt, wobei er die Bauten in renommierten Architekturfachzeitschriften veröffentlichen konnte.[5]

Hans Breymanns Hauptschaffensphase lag in Göttingen, wohin er aus Mühlhausen (Thüringen)[6] kam. Ab Mai 1887 übernahm er von Albert Kortüm die Funktion des „Universitätsarchitekten“ der Georg-August-Universität.[7] Dabei oblag ihm die Planung und Leitung zahlreicher Neu- und Umbauten der Universität.[8] Zugleich leitete er als „Königlicher Land-Bauinspektor“ die Kreisbauinspektion Göttingen, also das gesamte regionale Staatsbauwesen.[7][9] 1894 ernannte ihn der Kaiser zum „Königlichen Baurat“ und verlieh ihm 1896 den Roten Adlerorden.[10][11]

Neben seiner Architektentätigkeit hatte Breymann 1892 einen Lehrauftrag zu „Vorlesungen über landwirtschaftliche Baukunst“ am Landwirtschaftlichen Institut der Universität Göttingen.[12][13][14] Hans Breymann war 1891 Mitbegründer und bis zum Lebensende Aufsichtsratsmitglied des Göttinger Spar- und Bauvereins (heute Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen).[15] In dieser Funktion war er auch Leiter[16] der genossenschaftlichen Bautätigkeit, weswegen der Verein später ihm zu Ehren die 1906–1913 mit 17 Genossenschaftshäusern[17] bebaute Verbindungsstraße zwischen Brauweg und Leinekanal als Breymannstraße benannte.[15][17]

Hans Breymann starb im Juni 1903 im Alter von nur 53 Jahren „nach vorangegangenem Herzleiden an einem Schlaganfall“.[18]

Arbeiten und Entwürfe (Auswahl)

  • Erweiterung der Göttinger Synagoge
    1871–1872: Projektierung („Aufnahme“) zur Restaurierung der Basilika in Hecklingen[4]
  • 1878: Ausarbeitung von Restaurierungs-Schritten für die Basilika in Hecklingen[4]
  • 1880–1882: Gymnasium Carolinum Bernburg[5]
  • 1881–1882: „Landwirtschaftliche Kolonie“ der Landes-Irrenanstalt in Bernburg (Saale)[19] (Herzogliche Irren-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg, heute Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie[20])
  • Bis 1887: Umbau der Sternwarte Göttingen[21]
  • 1887 ff: Gesamtleitung zum Aufbau der Neuen Universitätskliniken („Vereinigte Kliniken“) in Göttingen, zwischen Goßlerstraße und Kirchweg (seit 1965 Humboldtallee)[22]
  • 1889–1891: Pathologisches Institut der Universitätskliniken Göttingen, Goßlerstraße 10 (gemeinsam mit Albert Kortüm)[23]
  • 1889–1891: Chirurgische Klinik der Universitätskliniken Göttingen, Käte-Hamburger-Weg 3 (Humboldtallee 13)[24]
  • 1895: Erweiterung der Synagoge in Göttingen[25]

Schriften

Archivalien

Literatur

  • Dietrich Lösche: Staatliche Bauverwaltung in Niedersachsen. Vom Ortsbaubeamten im Landbaudistrikt zum Staatlichen Baumanagement. (= Veröffentlichungen des Instituts für historische Landesforschung der Universität Göttingen. Band 45). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2004, ISBN 3-89534-545-8, S. 175, 646.

Einzelnachweise

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