Hans von Goldacker
deutscher Geschäftsmann, Rittergutsbesitzer und Politiker (DNVP), MdR
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Hans von Goldacker (* 17. Oktober 1882 in Kassel; † 8. November 1957 in Geismar[2]) war ein deutscher Geschäftsmann, Rittergutsbesitzer und Politiker (DNVP).

Leben
Seine Eltern waren der Gutsherr Otto August von Goldacker und seine Ehefrau Oda von Arnstedt, Tochter des Juristen Friedrich von Arnstedt und der Sidonie von Arnstedt, beide aus dem Hause Großwerther. Goldacker hatte zwei Schwestern, wovon Ida sehr früh starb. Die jüngere Schwester Irmgard heiratete später mit Henric af Klercker einen königlich schwedischen Korvettenkapitän.
H. von Goldacker wurde der Erbe des Rittergutes Weberstedt bei Bad Langensalza in Nordthüringen. Er besuchte die Landesschule Pforta und die Klosterschule Roßleben. Nach dem Abitur studierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Rechtswissenschaft. 1903 wurde er im Corps Saxo-Borussia Heidelberg recipiert.[3] Danach lebte er ab 1905 als Landwirt auf dem Gut seiner Eltern. 1913–1918 gehörte er für die Deutschkonservativen dem Preußischen Abgeordnetenhaus an.
Von 1914 bis 1918 nahm Goldacker als Rittmeister am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg übernahm er Führungspositionen in verschiedenen Interessenverbänden. So gehörte er dem Vorstand der Gesamtleitung des Reichslandbundes an und übernahm dessen Vorsitz in der Provinz Sachsen. Darüber hinaus war er Mitglied im Präsidium der Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands und engagierte sich in den Arbeitgeberverbänden. Ab 1920 saß Goldacker im Aufsichtsrat der Mitteldeutschen Verlagsanstalt (Mivag). Aufgrund dieser Funktion konnte er in den 1920er Jahren erheblichen Einfluss auf die politische Haltung der von Mivag herausgegebenen Zeitungen – der Mitteldeutschen Zeitung, der Weimarischen Zeitung und des Merseburger Tageblatts – geltend machen.
Als Politiker gehörte Goldacker der Deutschnationalen Volkspartei an. Neben Tätigkeit in Kreis- und Provinziallandtagen gehörte er auch von 1924 bis 1930 als Vertreter des Wahlkreises Thüringen dem Reichstag an.
Als Vorstandsmitglied der Mitteldeutschen Verlagsanstalt und Parteifreund von Alfred Hugenberg unterstützte Goldacker diesen beim Aufbau seines Medienimperiums – des sogenannten Hugenberg-Konzerns – und bei der Übernahme der Führung der DNVP.[4]

Familie
1909 ehelichte er in Tüngeda Freda von Krosigk, Tochter des Eberhard von Krosigk und der Auguste von Schack a.d.H. Nustrow. Freda und Hans von Goldacker hatten mehrere Kinder und Enkelkinder:
- Hans (1910), Forstmeister u. Gutsbesitzer, mehrfach verheiratet, Kinder u. Enkelkinder
- Wolf Dietrich (1911), nicht vermählt, gefallen als Oberleutnant 1942
- Oda (1912), bürgerlich verheiratet, lebte in Australien
- Elisabeth (1914), als Landwirtin 1966 verstorben, ledig
Literatur
- Walter von Hueck, Klaus von Andrian-Werburg, Detlev Schwennicke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1990. Band XXI, Band 98 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1990, S. 196–199.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1939. Jahrgang 38, Justus Perthes, Gotha 1938.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1919. Jahrgang 20, Mit: Stammreihe v. Goldacker, Justus Perthes, Gotha 1918, S. 330.
Weblinks
- Hans von Goldacker in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
- Hans von Goldacker in den Akten der Reichskanzlei