Hansa Rostock (Frauenfußball)

deutscher Fußballverein aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Fußballclub Hansa Rostock e. V., kurz Hansa Rostock, ist ein deutscher Fußballverein aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2023 eröffnete der Verein erneut eine Frauenfußballabteilung, nachdem bereits von 1991 bis 1993 eine Fußballmannschaft der Frauen dem Verein angehörte. Seit 2024 spielt die erste Mannschaft in der Fußball-Regionalliga.

Schnelle Fakten Basisdaten, Erste Fußballmannschaft ...
Hansa Rostock
Frauenfußball
Wappen von Hansa Rostock
Basisdaten
Name Fußballclub Hansa Rostock e. V.
Sitz Rostock, Mecklenburg-Vorpommern
Farben Weiß-Blau
Website fc-hansa.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Ringo Scholz[1]
Spielstätte Volksstadion Rostock
Plätze 8.000
Liga Fußball-Regionalliga
2025/26 11. Platz
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Geschichte

Die erste Rostocker Frauenmannschaft

Die BSG Post Rostock im Rostocker Ostseestadion, 1975

Die Initiative zur Gründung einer Frauenmannschaft im Bezirk Rostock ging im Januar 1970 von der Tochter des ehemaligen Empor-Spielers Franz Bialas, Marion Bialas, und dem Hansa-Nachwuchstrainer Jupp Pilz aus. Ein erstes Training fand auf dem Hinterhof des Wohnhauses der Bialas' in der Langen Straße statt.[2] Weitere Gründerinnen waren Renate Wenzel und Victoria Proft. Einem Aufruf in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten folgten rund 100 Mädchen und Frauen, von denen 40 aufgenommen wurden. Organisatorisch wurde die Mannschaft der BSG Post Rostock angeschlossen und entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einer der Stärksten im DDR-Frauenfußball. Die BSG Post gewann 1990 schließlich die letzte DDR-Meisterschaft der Frauen und den letzten Pokalwettbewerb des DDR-Frauenfußballs.[3]

Rettung bei Hansa

Infolge der Wiedervereinigung wurde die Betriebssportgemeinschaft aufgelöst und konnte im letzten Jahr des Bestehens in der Oberliga Nordost nur den 4. Platz erreichen, womit die Qualifikation für die Bundesliga misslang. Renate Wenzel schrieb an den F.C. Hansa Rostock und bat darum, die Post-Damen in den Club aufzunehmen. Der Sportchef der Norddeutschen Neuesten Nachrichten, Heinz Schulz, setzte sich in seinem Blatt vehement für die Damen-Elf ein und das Hansa-Präsidium stimmte zu, obwohl die Mittel kaum für den Erhalt des bezahlten Männerfußballs ausreichten.[4] Zur Folgesaison trat die Mannschaft dem F.C. Hansa bei, womit der Frauenfußball-Standort Rostock gesichert wurde.[5]

Die Hansa-Frauen gewannen in den folgenden zwei Spielzeiten jeweils den Landespokal Mecklenburg-Vorpommern. Trainer war weiterhin Manfred Draheim. Bekannte Spielerinnen waren u. a. Katrin Prühs (Fußballerin des Jahres 1990), Katrin Baaske, Sybille Lange und Jennifer Zietz. Spielort war zumeist das Volksstadion Rostock.

Hansa-Frauen 1991–1993

Weitere Informationen Saison, Liga ...
Saisonergebnisse 1991–1993
Saison Liga Platz Tore Punkte DFB-Pokal
1991/92II04.65:2627:132. Runde
1992/93II05.52:3227:172. Runde
Spielergebnisse 1991/92[6]
Begegnung Hinrunde Rückrunde
Hansa Rostock – Union Berlin5:06:0
Motor Halle – Hansa Rostock0:31:3
Hansa Rostock – Gera-Zwötzen2:16:1
Fortuna Magdeburg – Hansa Rostock0:50:2
Hansa Rostock – 1. FC Lübars1:32:3
Hansa Rostock – VfB Lichterfelde5:20:3
Turbine Potsdam – Hansa Rostock1:13:0
1. FC Neukölln – Hansa Rostock3:10:1
Hansa Rostock – SV Johannstadt 908:12:3
Chemnitzer FC – Hansa Rostock1:50:7
Erstgenannte Mannschaft mit Heimrecht in der Hinrunde.
Spielergebnisse 1992/93[7]
Begegnung Hinrunde Rückrunde
Hansa Rostock – SV Johannstadt 901:15:1
Fortuna Magdeburg – Hansa Rostock3:32:1
Hansa Rostock – Motor Halle8:02:0
1. FC Lübars – Hansa Rostock4:31:3
Hansa Rostock – Turbine Potsdam0:12:0
Uni SV Jena – Hansa Rostock7:02:2
Hansa Rostock – Gera-Zwötzen4:01:1
Grün-Weiß Erfurt – Hansa Rostock1:10:5
Hansa Rostock – LTA Dresden2:00:4
Hansa Rostock – 1. FC Neukölln1:16:2
FC Wismut Aue – Hansa Rostock1:10:1
Erstgenannte Mannschaft mit Heimrecht in der Hinrunde.
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In der ersten Saison unter dem Dach von Hansa Rostock gingen die Frauen in der Oberliga Nordost an den Start und gehörten durchgehend zu den Spitzenmannschaften. Erst am 5. Spieltag musste man eine Niederlage gegen den 1. FC Lübars hinnehmen. Bei der zweiten Hinrunden-Niederlage gegen den 1. FC Neukölln war Torfrau Marita Krüger nicht zur Abfahrt erschienen, sodass die Mannschaft ohne sie aufbrechen musste und Feldspielerin Sandra Mielke einsprang. Bei den Favoritinnen von Turbine Potsdam erspielte die Hansa-Elf in der Hinrunde mit einem 1:1 das einzige Remis der Saison. In der Rückrunde gelang ein Start nach Maß und die Mannschaft gewann die ersten vier Spiele, zum Teil sehr deutlich. Ende März stand Hansa auf dem 1. Tabellenplatz, geriet dann jedoch in eine Niederlagenserie.[6] Schlussendlich hatte die Elf mit 65 Toren die beste Offensive der Liga und errang den 4. Platz.

Das zweite Jahr in der Oberliga verlief durchwachsener. Einer Reihe von Unentschieden standen in der Hinrunde eine haushohe Niederlage beim USV Jena und ein Kantersieg über Halle gegenüber. Die Rückrunde konnte erfolgreicher bestritten werden, sodass sieben Spiele gewonnen wurden und nur zwei Begegnungen verloren gingen. Erneut stellte Hansa die beste Offensive der Liga. Letztlich wurde 1993 der 5. Platz erreicht.

Abschied von Hansa

Nachdem der Gesamtverein 1993 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wechselte die Frauenabteilung von Hansa zum PSV Rostock[8] und spielte 1995/96 kurzzeitig in der Frauen-Bundesliga. Der einzige Saisonsieg gelang bei der SG Hillen.

2005 schloss sich die Abteilung dem SV Hafen Rostock 61 an.[9] Zuletzt spielte diese in der fünftklassigen Kreisliga Warnow (unterste Liga des LFV M-V). Ab der Saison 2018/19 trat keine Frauenmannschaft des SV Hafen mehr im Spielbetrieb an. Damit brach die 48-jährige Traditionslinie der ersten Rostocker Frauenfußball-Mannschaft ab.

Neugründung 2023 und Gegenwart

Jubelszene nach dem gelungenen Auftaktspiel gegen die HSG Warnemünde im September 2023.
Weitere Informationen Saison, Liga ...
Saisonergebnisse seit 2023
Saison Liga Platz Tore Punkte DFB-Pokal Landespokal
2023/24IV01.58:1245Sieger
2024/25III11.29:100121. RundeHalbfinale
2025/26III11.24.7714Sieger
2026/27qualifiziert
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Im Januar 2023 wurde bekannt, dass Hansa die Wiedereinrichtung einer Frauenabteilung mit zunächst zwei Mannschaften plane.[10][11] Der Verein habe hierzu seit 2022 Vorbereitungen getroffen, um in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern zu starten.[12] Schon 2021 hatte der Vorstand des 1. FC Neubrandenburg eine Hansa-Frauenmannschaft als Zugpferd für den Frauenfußball in Mecklenburg-Vorpommern angeregt,[13][14] was 2023 auch Heiko Lex, Präsident des Landesfußballverbands, unterstrich.[15] Spielort sollte zunächst das Leistungszentrum Evershagen sein.[12] Außerdem bemühte sich der Verein – erfolgreich – um die Austragung eines Frauen-Länderspiels im Ostseestadion.[16][17] Im März 2023 organisierte der Verein am Frauentag ein erstes Sichtungstraining, um zur kommenden Saison mit der Frauen- und Mädchenabteilung in den Spielbetrieb einsteigen zu können. Zusätzlich wurde eine eigene Koordinatorenstelle im Verein geschaffen.[18]

Zum Saisonauftaktfest der 1. Herren-Mannschaft wurde am 2. Juli 2023 erstmals die neue Frauen-Mannschaft samt Trainer Tino Spörk vorgestellt.[19][20][21] Diese trat wie geplant in der Saison 2023/24 in der viertklassigen Verbandsliga an.[22] Das erste Pflichtspiel gegen die amtierenden Landesmeisterinnen der HSG Warnemünde endete im Volksstadion am 10. September 2023 vor 870 Zuschauern mit 4:1 für Hansa. Das erste Pflichtspieltor erzielte in der 3. Minute die 15-jährige Loretta Kung.[23] Am 1. Mai 2024 gelang den Hansa-Frauen der Gewinn des Landespokals gegen den TSV 1860 Stralsund, womit sie sich für den DFB-Pokal qualifizierten. Nach dem 14. Spieltag stand die Mannschaft zudem als Meister von Mecklenburg-Vorpommern fest und qualifizierte sich für die Relegation um den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. In dieser setzten sich die Rostockerinnen mit einem 1:1 im Hinspiel und einem 2:0-Auswärtssieg im Rückspiel gegen SSV Besiegdas Magdeburg aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt durch.[24] Sportlich blieb die Mannschaft 2023/24 ungeschlagen, musste allerdings eine Niederlage per sportgerichtlicher Wertung hinnehmen.[25]

Die Saison 2024/25 begann mit 4 Punkten nach zwei Spieltagen und dem 4. Tabellenplatz vielversprechend. Bis zum Ende der Hinrunde kamen 7 weitere Punkte hinzu. In der gesamten Rückrunde konnten die Hansafrauen dann nur noch einen Punkt dazugewinnen und hielten mit dem vorletzten Tabellenplatz die Klasse nur knapp.

Statistik

Erfolge

Rekordergebnisse

Weitere Informationen Höchste Siege, Höchste Niederlagen ...
Höchste Siege
zu Hauseauswärts
Oberliga/Regionalliga Nordost8:0 gegen Motor Halle (1992/93)8:1 gegen SV Johannstadt 90 (1991/92)
7:0 gegen Chemnitzer FC (1991/92)
Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern10:1 gegen Penzliner SV (2023/24)3:0 gegen Penzliner SV (2023/24)
3:0 gegen HSG Warnemünde (2023/24)
Mecklenburg-Vorpommern-Pokal10:0 gegen Anker Wismar (2023/24)14:0 gegen Penzliner SV (2025/26)
Höchste Niederlagen
zu Hauseauswärts
Oberliga/Regionalliga Nordost0:13 gegen FC Viktoria 1889 Berlin (2024/25)0:12 gegen Hertha BSC (2024/25)
DFB-Pokal 0:10 gegen VfL Bochum (2024/25)1:15 gegen TSV Siegen (1992/93)
Mecklenburg-Vorpommern-Pokal-0:1 gegen 1. FC Neubrandenburg (2024/25)
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Literatur

  • Robert Rosentreter: FC Hansa Rostock. Fußball an der Ostsee; im Zeichen der roten Kogge. Suum Cuique, Reutlingen 1995, ISBN 3-927292-55-9.
  • Robert Rosentreter, Günter Simon: Immer hart am Wind. 40 Jahre F.C. Hansa Rostock. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-504-5.
  • Alles über Fußball (Das universelle Handbuch zum Thema Fußball; Zahlen, Daten und Tabellen; alle Bundesligen, Champions League, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften etc.)/(Projektleitung: Martin-Andreas Schulz), Gütersloh 2008.
  • Ronny Galczynski: Frauenfußball von A – Z. Das Lexikon für den deutschen Frauenfußball. Spielerinnen, Vereine und Rekorde. Viele Hintergrundgeschichten. Hannover 2010, ISBN 978-3-86910-813-1, S. 53–54.
  • Björn Achenbach: 60 Jahre - Die Geschichte des F.C. Hansa Rostock. 1. Auflage. Die Werkstatt, Bielefeld 2025, ISBN 978-3-7307-0763-0, S. 142–144.

Einzelnachweise

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