Heddy Honigmann

niederländische Filmregisseurin und Drehbuchautorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Heddy Honigmann, auch Hedy Honigmann geschrieben (* 1. Oktober 1951 in Lima; † 21. Mai 2022 in Amsterdam) war eine peruanisch-niederländische Filmregisseurin von Spiel- und Dokumentarfilmen.

Biografie

Heddy Honigmann war die Tochter eines jüdischen Ehepaares und hatte eine Schwester. Ihr Vater wurde in Österreich geboren. Er war Überlebenden das Konzentrationslagers Mauthausen. Der Großvater mütterlicherseits wanderte Mitte der 1930er Jahre von Polen nach Peru aus.[1][2]

Da es in Peru keine Filmhochschule gab, verließ sie mit Anfang zwanzig ihre Heimat und studierte nach Aufenthalten in Mexiko, Spanien und Israel am Centro Sperimentale di Cinematografia Film. Im Jahr 1978 siedelte sie dauerhaft nach Amsterdam über.[3] Sie heiratete den niederländischen Filmemacher Frans van der Staak. Weitere Ehen ging sie mit Gustavo Riofrio und Henk Timmermans ein. Honigmann hatte einen 1979 geborenen Sohn aus erster Ehe, der Schauspieler und Autor ist[4] und einen Stiefsohn.[5]

Ihre Filme (kurze und lange Dokumentarfilme, Kurzspielfilme und Spielfilme) wurden weltweit auf Festivals und Retrospektiven gezeigt, unter anderem in Toronto, Paris, Berlin, Lissabon, Minneapolis, Barcelona, Madrid, Valencia, Ontario, Utrecht, Graz, Chicago und Berkeley.

Als zweite Filmemacherin überhaupt wurde sie vom International Documentary Film Festival Amsterdam mit dem Living Legend Award ausgezeichnet. Im Centre Pompidou in Paris waren 2010 Arbeiten von Honigmann zu sehen,[6] das Museum of Modern Art widmete ihr 2003 eine Werkschau.[3] Das 34. DOK.fest München zeigte im Jahr 2019 eine Retrospektive.[7]

Es war seit einiger Zeit bekannt, dass sie an Multipler Sklerose und Krebs litt.[5] Der Film No Hay Camino wurde ihr Abschiedsfilm. Sie blickte darin auf ihr Leben zurück und besuchte Orte, die für sie von großer Bedeutung waren.[8]

Filmografie (Auswahl)

  • 1981: Het Vuur (Mitwirkung, Regie, Drehbuch)
  • 1987: Mind Shadows (Hersenschimmen) (Regie, Drehbuch)
  • 1990: Four Times my Heart (Vier maal mijn hart), Kurzfilm (Regie, Drehbuch)
  • 1991: Stories I tell Myself (Verhalen die ik mijzelf vertel) (Regie, Drehbuch)
  • 1993: Metall und Melancholie (Regie, Drehbuch)
  • 1995: Auf Wiedersehen (Tot Ziens) (Regie, Drehbuch)
  • 1996: O Amor Natural (Regie, Drehbuch)
  • 1997: The Underground Orchestra (Het ondergrondse orkest) (Regie, Drehbuch)
  • 1997: Two Minutes of Silence, Please (2 minuten stilte a.u.b.) (Regie, Drehbuch)
  • 1999: Crazy (Regie, Drehbuch)
  • 2001: Good Husband, Dear Son (Regie, Drehbuch)
  • 2003: Dame la Mano (Give me your Hand) (Regie, Drehbuch)
  • 2004: Food For Love: A Shtetl That’s No Longer There (Regie)
  • 2006: Forever (Regie, Drehbuch)
  • 2007: Dutch Junkies (Regie mit John Appel)
  • 2007: Emoticons (Regie, Drehbuch)
  • 2008: Oblivion (El Olvido) (Regie, Drehbuch)
  • 2012: Memories about Fire (Herinneringen aan vuur) (Regie, Drehbuch)
  • 2014: Around the World in 50 Concerts (Om de wereld in 50 concerten) (Regie, Drehbuch)
  • 2018: Buddy (Regie)
  • 2020: 100UP (Regie, Drehbuch)
  • 2021: There is no Path (No hay Camino) (Regie, Drehbuch)

Auszeichnungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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