Hegratsried

Einöde in der Gemeinde Halblech in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Hegratsried ist ein aus einem Einzelgehöft bestehender Ortsteil der bayerischen Gemeinde Halblech im Regierungsbezirk Schwaben.[1] Er liegt auf einer Anhöhe am Hegratsrieder See, wenige hundert Meter östlich des Forggensees.

Schnelle Fakten Gemeinde Halblech ...
Hegratsried
Gemeinde Halblech
Koordinaten: 47° 37′ N, 10° 46′ O
Höhe: ca. 813 m ü. NHN
Postleitzahl: 87642
Vorwahl: 08368
Der Hegratsrieder Hof mit Hofkapelle
Der Hegratsrieder Hof mit Hofkapelle
Schließen

Geographie

Hegratsried liegt auf etwa 813 Metern Höhe in einer voralpinen Hügel- und Moorlandschaft innerhalb des Landschaftsschutzgebiets „Forggensee und benachbarte Seen“. Südöstlich von Hegratsried liegt das Naturschutzgebiet Bannwaldsee, westlich das FFH-Gebiet „Halbtrockenrasen am Forggensee“.[2]

Hegratsrieder See

Luftaufnahme des Hegratsrieder Sees, dahinter der Forggensee

Der Hegratsrieder See (auch Hegratsriedsee genannt) liegt auf 794 Metern Höhe und hat eine Fläche von etwa 10 Hektar.[3] Er wurde angeblich 1560 als künstlicher Fischweiher angelegt.[4.1][5.1] Am Ostufer befindet sich ein Badeplatz.

Geschichte

Der Ortsname könnte sich vom Personennamen Haergers und von Ried („mit Sumpfgras bewachsener Ort“) ableiten. Eine historische Namensform ist Hergratsried. Neuere Forschungen konnten nicht bestätigen, dass es sich wie zuvor angenommen um einen bereits 1192 erwähnten „Alten Schwaighof“ handelt.[4.1]

Erstmals urkundlich belegt ist Hegratsried um 1420.[4.1] Der einträgliche Hof war im Besitz des Klosters St. Mang und gehörte zur Herrschaft Hohenschwangau. 1557 verkaufte das Kloster St. Mang seinen gesamten Besitz in der Herrschaft an den Augsburger Patriziersohn David Baumgartner, dessen Vater bereits 1535 den Besitz der Herren von Schwangau in der Herrschaft erworben hatte. 1567 erwarb der bayerische Herzog Albrecht V. die Herrschaft. 1705 pachtete Balthasar Stöger den Hof, dessen Nachfahren ihn noch heute besitzen.[5][6]

Bis 1976 gehörte Hegratsried zur Gemeinde Buching, die dann mit der ehemaligen Gemeinde Trauchgau zur neuen Gemeinde Halblech zusammengeschlossen wurde.

Bauwerke

Hofkapelle mit Blick auf den Hegratsrieder See

Der Wohnteil des stattlichen Bauernhauses steht unter Denkmalschutz. Das Haus stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und war ehemals ein giebelgeteiltes Mittertennhaus.[7] Eine Haustafel mit Wappen trägt die Jahreszahl 1810.[4]

Unweit des Bauernhauses steht die Kapelle zur Ettaler Muttergottes. Die kleine Hofkapelle steht mit Ausstattung ebenfalls unter Denkmalschutz, ist in Privatbesitz und nicht öffentlich zugänglich. Sie wurde 1863 in neugotischem Stil erbaut und ist ein achteckiger Zentralbau mit einem Zeltdach, einem Dachreiter mit Glocke sowie spitzbogigen Fenstern und Tür. Im Innern befindet sich ein neugotischer Altar aus der Erbauungszeit mit einer Kreuzigungsgruppe und einer geschnitzten Kopie des Ettaler Gnadenbildes.[4][8]

Naherholung

Der Badeplatz am Hegratsrieder See ist ein beliebtes Ausflugsziel.[9]

Verkehr

Hegratsried ist über die Hegratsrieder Straße erreichbar, die beim Halblecher Ortsteil Rauhenbichl von der Kreisstraße OAL1 abzweigt. Die Straße führt weiter zum Schwangauer Ortsteil Brunnen, ist jedoch ab dem Hegratsrieder See nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben.

Die nächstgelegene Haltestelle des öffentlichen Verkehrs ist die Bushaltestelle Rauhenbichl/Greith, die etwa 2,5 Kilometer entfernt an der OAL1 liegt. Am Hegratsrieder See vorbei führen der Radwanderweg Forggensee-Runde, der Weitwanderweg Romantische Straße und der König-Ludwig-Weg.

Literatur

  • Klaus Wankmiller: Die Marienkapellen in der Gemeinde Halblech. In: Alt Füssen. Jahrbuch des Historischen Vereins „Alt Füssen“. 2013, ISSN 0939-2467, Die Kapelle zur Ettaler Muttergottes in Hegratsried, S. 124–129 (Der Artikel enthält auch Informationen zur Ortsgeschichte).
  • Karolina Sieber: Der Hegratsrieder. Teil I. In: Füssener Heimatzeitung. Nr. 177, Juli 2019, S. 166171 (füssener-heimatzeitung.de).
  • Karolina Sieber: Der Hegratsrieder. Teil II. In: Füssener Heimatzeitung. Nr. 179, September 2019, S. 188197 (füssener-heimatzeitung.de).
  • Karolina Sieber: Der Hegratsrieder. Teil III. In: Füssener Heimatzeitung. Nr. 181, November 2019, S. 6279 (füssener-heimatzeitung.de).
Commons: Hegratsried (Halblech) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Hegratsrieder See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI