Heiko Plank
Komponist, Improvisationsmusiker und Instrumentalist, Erfinder des elektro-akustischen Musikinstruments „plank“ (patentiert 2016)
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Heiko Plank (* 1964 in Kaiserslautern) ist ein Komponist, Improvisationsmusiker, Klangkünstler und Instrumentalist aus Deutschland und der Erfinder des elektro-akustischen Musikinstruments „plank“. Er lebt in Heidelberg.

Leben
Jugend und Ausbildung

Heiko Plank lernte ab 15 Jahren Gitarre. Schon als Schüler trat er regelmäßig solo und mit verschiedenen Formationen in Kaiserslautern auf. Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte er eine handwerkliche Lehre und gleichzeitig ein berufsbegleitendes Studium für Orchesterleitung an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung in Trossingen. Nach dem Musikstudium (Wolfgang Lendle, Saarbrücken) trat Plank zunächst als Solist und in verschiedenen Duo-Formationen (Hexachord, HP2) in der Region um Kaiserslautern auf.[1]
Professionelle Laufbahn
1995 begleitete er die AZet Dance Company des Choreographen Anselmo Zolla auf eine bundesweite Tournee.[2][3] 1997 gründete er mit Frank Claus das Tonstudio und Label „Acoustic Arts / AL-Tonstudios“.[4] Mit dem Schlagzeuger Roland Weimer verband Plank von 2000 bis 2010 die Duo-Kooperation Roter Stein.[5] Von 1993 bis zu seiner Übersiedlung in den Odenwald 2014 führte er regelmäßig neue Kompositionen für das Festival „Lange Nacht der Kultur Kaiserslautern“ auf.[6] Im Auftrag der Stadt Kaiserslautern gestaltete er 2006 und 2007 die „Gitarren Dialoge“ mit Wolfgang Lendle und David Qualey.
Das Musikinstrument „plank“ und Komposition „Blautopf“
Parallel zu seiner künstlerischen Arbeit setzt sich Plank mit der Weiterentwicklung des Instruments Gitarre auseinander. 1995 erfand und vermarktete er den „Plankschen Gitarrenständer“. 1999 wurde er Endorser für die Gitarren von Yamaha. 2006 entwickelte er ein neues, ergonomisch geformtes, achtsaitiges elektro-akustisches Zupfinstrument, das er plank nannte, unter Markenschutz stellen ließ und zur Patentierung anmeldete.[7][8] Es produziert einen voluminösen Klang ähnlich dem einer akustischen Gitarre, hat jedoch einen höheren Ambitus sowohl in die Tiefe als auch in die Höhe. Dies ermöglicht eine Verbindung instrumentaler Virtuosität mit Live-Elektronik, die er im Forschungsprojekt mp3-Konzertarchiv mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz Kaiserslautern für ein Konzert in der Fruchthalle Kaiserslautern erstmals anwendete.[9][10] Sein Werk Palingenesis für plank solo und live-elektronische Klangbearbeitung präsentierte Plank erstmals auf Einladung von Llorenc Barber 2006 im Círculo de Bellas Artes in Madrid.[11]
2007 wurde die plank erstmals in Deutschlandradio Kultur vorgestellt,[12][13] sowie 2008 auf der Messe „My Music“ in Friedrichshafen.[14] Ebenfalls 2008 wurde Heiko Plank als Zupfinstrumentenmacher in der Handwerkskammer der Pfalz eingetragen. 2014 wurde die plank im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern präsentiert[15] und für den Hauptpreis „Kunsthandwerk“ des Bezirksverbands Pfalz nominiert.[16] 2015 präsentierte Plank sein Instrument auf der Messe „Make Rhein-Main. Bended Realities“ in Offenbach. Bis 2024 wurden aktuelle Modelle der plank regelmäßig auf der internationalen Musikmesse Guitar Summit in Mannheim[17] präsentiert und seit 2025 auf der jährlichen Musikmesse "Akustika" in Nürnberg.

Im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes und der Villa Musica Rheinland-Pfalz vollendete Plank 2009 sein 2006 begonnenes Werk Blautopf, eine virtuelle Klangreise durch ein Tropfsteinhöhlensystem entlang des Flusses Blau, live dargeboten auf der plank mit Digital Audio Work Station. Es folgten zahlreiche Aufführungen in Süddeutschland (Kunst.Raum34 Stuttgart 2006,[18] Stadthaus Ulm 2007,[19] Darmstädter Gitarrentage 2008,[20][21][22] Frühjahrstagung des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt 2011[23]) und erste Einladungen für Solo-Performances nach Spanien (Festival „Nits d’aielo i art 2007“ in Aiello de Malferit[24]), Wien (3raum-anatomietheater 2009[25]) und Italien (Ancona, Festival Adriatico Mediterraneo). Gemeinsam mit den Komponisten Dieter Schnebel und Dieter Torkewitz gestaltete Plank mit seiner Komposition Blautopf die ersten „Electronic Concerts“ im ZKM / Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und in der Fruchthalle Kaiserslautern 2009.[26] 2023 entwickelten Plank und Tobias Scheller eine neue Gitarrenmechanik für das Instrument plank, die auch im Gitarrenbau Anwendung findet, – eine Crossover-Welle für geschlossene Kopfplatten für Nylon- und Stahlsaiten namens „P-Welle“.[27]
Künstlerisches Schaffen in der Corona-Zeit
Während der Corona-Pandemie widmete Plank sich dem Komponieren. Es entstand das Werk „Parallax – Accuso Deum“ für plank und Orchester, wobei Plank im Studio sämtliche Instrumente selbst einspielte oder einzelne Instrumentalstimmen digital selbst intonierte.[28]
In der Endphase der Corona-Pandemie gründete Heiko Plank mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und der Sparkasse Odenwaldkreis in seiner Heimatregion im Odenwald in Ergänzung der von ihm ins Leben gerufenen „Hirschhorner Gitarrennacht“ (2016 und 2020)[29] das Live-Musik-Festival „Kohü-Open“ (2021) für regionale Künstler aller Sparten.[30] Drifting Waves brachte Heiko Plank am 6. Juli 2023 bei den Konzerten der Stadt Walldorf erstmals wieder zu Gehör.[31] Am 23. Oktober 2023 wurde sein Werk Parallax – Accuso Deum in einer Solo-Version für plank in der Heiliggeistkirche in Heidelberg uraufgeführt.
Internationale Karriere
Für den italienischen Popsänger Roberto Tardito vertonte Heiko Plank 2010 dessen Titel Laika.[32] Daraufhin wurde er zu einer Konzertreise nach Italien eingeladen. Im Jahr 2012 folge eine erste Tournee durch Italien mit Stationen in Ancona beim Festival Adriatico Mediterraneo, Tresivio, Belforte del Chienti und bei den Festivals Arcevia Jazz Feast und Paesaggi Acustici in Garrufo bei Sant’Omero.[33]
Zunehmende internationale Bekanntheit erlangte Heiko Plank mit seinem Werk Drifting Waves, einer improvisativen Infinitiv-Modulation (CD 2015).[34] Außer zu Konzerten und Solo-Performances (2015 Festival Intramurs in Valencia,[35]) 2016 Associazione Operatori Culturali Flaminia 58 (AOC F58) in Rom, 2017 Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd[36] und International Guitar Festival Granada und Centro José Guerrero in Granada[37] wurde Heiko Plank dazu eingeladen, internationale Konzerte und Meisterkurse für Gitarristen zu geben. 2016 wurde Heiko Plank als „einer der außergewöhnlichsten Gitarristen der Welt“ von Sandor Szabo zu einer Konzertreise und einem Meisterkurs für Gitarristen nach Vác (Ungarn) und Satu Mare (Rumänien) eingeladen.[38] 2017 folgte eine Einladung der Staatlichen Universität Wjatka zu Konzert und Meisterkurs nach Kirow (Russland).[39] 2018 wurde Heiko Plank von Konarak Reddy zum Festival Global Guitar Gita nach Bangalore, Indien, eingeladen, um ein Konzert und einen Meisterkurs[40] für Gitarristen zu geben.[41]
In der Pfalz trat Heiko Plank 2014 mit Nils Petter Molvær beim Festival „Palatia Jazz“[42] und mit Claus Boesser-Ferrari z. B. Jetztmusik Festival in der Alten Feuerwache Mannheim auf,[43] und 2021 mit Johannes Tonio Kreusch, 2016 mit Don Ross im Kulturzentrum „Das Haus“ in Ludwigshafen, 2017 mit Antonia Jiménez und Giovanni Seneca in der Fruchthalle Kaiserslautern oder 2019 mit Ralf Gauck auf der I’m Sound Stage der Guitar Summit Mannheim. Mit Edoardo Bignozzi und Tommi Caggiani gastierte er beim internationalen Gitarrenfestival in Bracciano, Italien,[44] und 2021 beim Festival Ni CaJazz! in Alcandre, Spanien.[45]
Seit 2016 bringt Heiko Plank seine Musik improvisativ in Kooperationen mit Poetinnen und Poeten ein, sodass „Konzert-Lesungen“ entstehen, 2016 mit der Poetin Mónica Francés und dem Jazzpianisten Jesús Hernández in Monachil in Spanien[46] und bei den Heidelberger Literaturtagen,[47] 2019 mit Ralph Dutli in der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe / Museum für Literatur[48] und seit 2021 mit Urs Heftrich z. B. in artes liberales – Universitas in Heidelberg oder AKUSO Regensburg[49]

Jazz n´ Duende
Mit dem Flamenco-Jazzpianisten Jesús Hernandez aus Granada gründete Heiko Plank 2016 das Duo „Jesus & plank“, das Jazz mit Kontrapunktik, Flamenco-Improvisationen und experimenteller zeitgenössischer Musik verbindet. „Jesús & plank“ gastierten auf Einladung von Vicente Covez am 19. Juli 2024 beim VIII. International Granada Guitar Festival Antonio Marín.[50] 2025 erschien ihre CD Duende mit einem Live-Mitschnitt ihres Konzerts im Jazzhaus Heidelberg.[51][52]
Diskographie – CDs
- Handgemacht (1994), FLH-Studio Carlsberg.
- Heiko Plank Solo (1998), produziert von Heiko Plank.
- Palingenesis für Hybridgitarre solo (2006), produziert von Heiko Plank.
- Stillleben ‚Fisch Auf Sauerkraut‘ (2012), AL-Tonstudios 2012 (LC 10557).[53]
- Drifting Waves (2015), produziert von Heiko Plank[54][55], 2021 erneut veröffentlicht auf der CD Parallax von Heiko Plank (LC 10057).
- Heiko Plank. Parallax - Accuso Deum. Die Plank im Dialog mit Orchester (2020/2021), mit Unterstützung der Initiative Musik der Bundesrepublik Deutschland, 2020/2021, AL Tonstudios 2021 (LC 10557).[56][57]
- Jesús & plank - DUENDE. Heidelberg Concert. Heiko Plank und Jesús Hernández im Jazzhaus Heidelberg, 2025 (LC 10557).[58]
Kompositionen (Auswahl)
- Zeitreise (1994), ISWC T-800.403.539-7, veröffentlicht auf der CD Handgemacht, FLH-Studio Carlsberg 1994; Veröffentlichung der Noten: Zeitreise. Composition by Heiko Plank. In: MuseScore. Muse Group, MuseScore BVBA, 18. Juni 2024 (englisch).
- Blautopf (2009), ISWC T-802.465.716-8, veröffentlicht auf der CD Stilleben „Fisch auf Sauerkraut“, AL-Tonstudios 2012.
- Drifting Waves (2015), ISWC T-803.671.311-9, veröffentlicht auf CD 2015 und: Heiko Plank - Drifting Waves. In: SoundCloud. SoundCloud Global Limited & Co. KG, 2015 (englisch).
- Revanche (2021), ISWC T-308.450.645-3, Online-Veröffentlichung: Live-Mitschnitt Sies Stücks "Revanche" für plank solo von Heiko Plank, online veröffentlicht von Tonio Kreusch im Komponistenforum der Zeitschrift "Akustik Gitarre". (YouTube) In: Blog Akustik Gitarre. Acoustic Music GmbH & Co. KG, Juni 2022.
- Parallax – Accuso Deum (2021), ISWC T-306.914.050-3, veröffentlicht auf der CD Parallax – Accuso deum. Die plank im Dialog mit Orchester (2020 / 2021), AL-Tonstudios 2021 (LC 10557)
- Sawubona (2023), Musik: Heiko Plank; Text: Andrea Edel, ISWC T-322.469.037-9.
- Nighthawk (2025), ISWC T-326.753.920-4, veröffentlicht auf der CD Duende (LC 10557), @heikoplank: Heiko Plank und Jesús Hernández: "Nighthawk" auf YouTube, 2025, abgerufen am 10. Januar 2026 (Live-Mitschnitt des Konzerts von Heiko Plank und Jesús Hernandez beim International Guitar Festival Antonio Marin in Granada am 19.07.2024).
- Madre (2025), ISWC T-335.193.079-1, veröffentlicht auf der CD Duende (LC 10557).
- Encuentro (2025), ISWC T-335.193.077-9, in der Version für Plank und Piano veröffentlicht auf der CD Duende (LC 10557), @heikoplank: Heiko Plank: Encuentro auf YouTube, 30. September 2025, abgerufen am 10. Januar 2026 (Version für Plank solo)..
Literatur
zur Person
- Andreas Erb: Direktklang aus dem Holz. Der Kaiserslauterer Gitarrist, Komponist und Instrumentenbauer forscht nach Klängen und deren Strukturen. (PDF) In: LUTRA. Stadt Kaiserslautern, Januar 2014.
- Johannes S. Sistermanns: Heiko Plank. In: SWR 2 (Hrsg.): Musik Spezial: Radiophon. Südwestrundfunk, 21. März 2017 (plankworks.eu).
- Johannes S. Sistermanns: Heiko Plank. Musik zwischen Bühne und Werkstatt. In: SWR 2 (Hrsg.): Musik Global. Südwestrundfunk, 22. Mai 2018 (plankworks.eu [PDF]).
- „Bei der Musik gibt es keine Berührungsängste“. Persönlich: Heiko Plank ist Erfinder und Erbauer der „plank“ / der „außergewöhnlichste Gitarrist der Welt“. In: Rhein-Neckar-Zeitung. Ausgabe Weinheim, 5. September 2019, S. 12.
- Stefan Fricke: Heiko Plank: Südklang (Kortelshuette), Rundfunksendung in der Reihe „Artist’s Corner“. in: HR 2 Kultur, 2. Mai 2020, 23:00- 23:45 Uhr.
zum Instrument plank
- Jörg Heyd: Gitarrenvision aus der Pfalz, Heiko Plank hat ein neues 8-saitiges elektroakustisches Solisteninstrument konstruiert. Hrsg.: Instrumentenbau. Fachzeitschrift für Musikinstrumente seit 1880. Nr. 3-4. Prof. Dr. Matke, Konstanz 2009, S. 25 (plankworks.eu [PDF]).
- Henning Bleisinger: Der und die Plank. Hrsg.: Stadt - Land - Fluss. Region Nahe - Hunsrück - Glan. Band 2021 - 01. Henning Bleisinger, Bergen 2021, S. 6–7 (plankworks.eu [PDF]).
- Thomas Wilken: Die neue Plank 2023, entwickelt von Gitarrenbauer Heiko Plank. In: Darmstädter Echo, Ausgabe Odenwälder Echo, 9. Februar 2023: (Artikel hinter Bezahlschranke: echo-online.de)
zu den CDs - Alben
- Akustik Gitarre (Hrsg.): Heiko Plank: "Zeitreise". Nr. 4. Acoustic Music Records, Osnabrück 1998, S. 79 (plankworks.eu [PDF]).
- Johannes Tonio Kreusch: Revanche. Komponisten-Forum: Heiko Plank. In: Akustik Gitarre. Nr. 5-22, August / September 2022, S. 70–71, mit Begleit-CD.
- Werner Müller Grimmel: Die Sehnsucht soll nicht lange bleiben. Rezension der CD "Duende" von Heiko Plank und Jesús Hernández, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, 8. Dezember 2025: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/musik-und-buehne/album/platten-von-jerry-leger-sofia-gubaidulin-curtis-harding-und-jesus-plank-110799000.html und in: Schwäbische Zeitung, 13. Dezember 2025, S. 3.
- Carolin Oesterreich: Aufgenommen im Jazzhaus - Das neue Album "Duende". von Jesús & Plank. Hrsg.: Rhein-Neckar-Zeitung. Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, Heidelberg 10. Januar 2026, S. 15 (plankworks.eu [PDF]).