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Heiligenborn (Driedorf)

Ortsteil von Driedorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Heiligenborn ist einer der neun Ortsteile der Gemeinde Driedorf im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Der Ort im östlichen Westerwald hat etwa 170 Einwohner. Er verfügt über die kleinste Gemarkung aller Driedorfer Ortsteile.

Schnelle Fakten Gemeinde Driedorf ...
Heiligenborn
Gemeinde Driedorf
Koordinaten: 50° 39′ N, 8° 13′ O
Höhe: 485 (475–560) m ü. NHN
Fläche: 1,08 km²[1]
Einwohner: 158 (30. Juni 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 146 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35759
Vorwahl: 02775
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Geografie

Der Ort liegt am östlichen Rand des Hohen Westerwaldes etwa 8 km südwestlich von Herborn und 45 km nordöstlich von Montabaur. Die Entfernung nach Siegen beträgt etwa 42 km und Wetzlar 33 km. Heiligenborn liegt etwa 5 km von der hessischen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz entfernt. Die Entfernung zum Dreiländereck Hessen – Rheinland-Pfalz – Nordrhein-Westfalen beträgt etwa 8 km. Die Gemarkung des Ortes hat eine Größe von 1,07 km².

Heiligenborn grenzt ausschließlich an die Orte Driedorf und Roth. Beide Orte gehören zur Gemeinde Driedorf im Lahn-Dill-Kreis.

Die Gemarkung liegt überwiegend am Rehbach, einem Zufluss der Dill. Nördlich des Ortes, bereits auf Rother Gemarkung, erhebt sich der Rother Berg (572 m.ü.NN) und der Oberster Berg (560 m.ü.NN).

Geschichte

Ortsgeschichte

Der Ort wurde urkundlich erstmals 1398 als Heiligenborn erwähnt. Ausgehend vom Ortsnamen und der Lage am Rande des hohen Westerwaldes ist für den Ort eine Entstehungszeit im 10. Jahrhundert, während der letzten großen Landesausbauphase, zu vermuten.

Heiligenborn gehörte im Mittelalter zum Amt und Kirchspiel Herborn. Nach dem Jahr 1591 wurde der Ort jedoch dem Amt Driedorf angeschlossen.

Nahe dem Ort verlief die Fernhandelsstraße von Köln nach Leipzig über Altenkirchen und Herborn. In der Nähe des Ortes zweigte eine Hohe Straße über Wetzlar nach Frankfurt ab.

Mit dem Bau des ersten Abschnitts der Westerwaldquerbahn von Herborn nach Driedorf erhielt der Ort am 1. Mai 1906 Anschluss an das Eisenbahnnetz. Bis 1910 wurde die Strecke über Westerburg bis Montabaur verlängert. Am 31. Mai 1966 wurde der Abschnitt der Westerwaldquerbahn endgültig stillgelegt und teilweise zurückgebaut.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Die bis dahin selbständigen Gemeinden Heiligenborn, Heisterberg und Hohenroth wurden zum 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Driedorf eingegliedert.[2][3] Für alle nach Driedorf eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[4]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Heiligenborn angehört(e):[5][6]

Einwohnerentwicklung

Heiligenborn: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
74
1840
  
76
1846
  
78
1852
  
66
1858
  
70
1864
  
77
1871
  
75
1875
  
75
1885
  
67
1895
  
67
1905
  
54
1910
  
60
1925
  
77
1939
  
99
1946
  
154
1950
  
148
1956
  
154
1961
  
148
1967
  
145
1970
  
167
1977
  
206
1990
  
?
2003
  
205
2006
  
188
2011
  
192
2014
  
173
2017
  
166
2020
  
158
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[5]; nach 1970: Gemeinde Driedorf[8][9][10][1]; Zensus 2011[11]

Religionszugehörigkeit

• 1885:066 evangelische (= 98,51 %), ein katholischer (= 1,49 %) Einwohner[5]
• 1961:107 evangelische (= 72,30 %), 40 katholische (= 27,03 %) Einwohner[5]

Politik

Der Ort gehört bei Wahlen zum Deutschen Bundestag zum Wahlkreis „173 Lahn-Dill“, für Wahlen zum Hessischen Landtag zum Wahlkreis „21 Lahn-Dill I“.

Mit der Gebietsreform ist die Gemeindeverwaltung auf die Gemeinde Driedorf übergegangen. Letzter Bürgermeister war Gerhard Henrich. Im Ort besteht ein Ortsbeirat aus fünf Mitgliedern. Der Ortsbeirat hat gegenüber der Gemeindevertretung Vorschlags- und Anhörungsrecht in den Angelegenheiten, die den Ort betreffen. Nach den Kommunalwahlen in Hessen 2021 ist Frank Heidrich Ortsvorsteher.[12]

Kulturdenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort verfügt über ein Dorfgemeinschaftshaus mit integriertem Feuerwehrstützpunkt.

Verkehr

Der Ort liegt in der Nähe der B 255 von Herborn über Driedorf nach Montabaur. Der nächste Bahnhof befindet sich in Herborn an der Dillstrecke. Es bestehen Busverbindungen nach Driedorf und Schönbach. Die Entfernung zum Flughafen Frankfurt beträgt 103 km, nach Köln/Bonn sind es ca. 95 km.

Bildung

In Heiligenborn existiert kein Kindergarten. Dieser ist in Driedorf. Der Ort gehört zum Einzugsbereich der Westerwaldschule Driedorf, einer Grund-, Haupt- und Realschule. Weiterführende Schulen können in Herborn oder Dillenburg besucht werden.

Literatur

  • Hermann-Josef Hucke (Hrsg.): Großer Westerwaldführer. 3. Auflage. Westerwald-Verein e.V., Montabaur 1991, ISBN 3-921548-04-7.
  • Hellmuth Gensicke: Landesgeschichte des Westerwaldes. 3. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1999, ISBN 3-922244-80-7.
  • Christian Daniel Vogel: Beschreibung des Herzogthums Nassau. Wilhelm Beyerle, Wiesbaden 1844.
  • Heinz Wionski: Baudenkmale in Hessen Lahn-Dill-Kreis I. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. 1986, ISBN 3-528-06234-7 (Ehemaliger Dillkreis).

Anmerkungen und Einzelnachweise

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