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Heimatmuseum Kinderhaus

Heimatmuseum in Münster From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Heimatmuseum Kinderhaus ist das Heimatmuseum des Stadtteils Kinderhaus der westfälischen Stadt Münster. Es wird getragen von der Bürgervereinigung Kinderhaus - für Kultur - Heimatpflege - Naturschutz e.V.

Das Heimatmuseum im ehemaligen Pfründnerhaus. Das Lepramuseum befindet sich - verdeckt - im hinteren, ältesten Teil des Gebäudes.

Lage

Das Museum liegt etwa 5 km nördlich des Zentrums von Münster im Stadtteil Kinderhaus westlich der Kirche St. Josef auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Straße Kinderhaus. Es ist im sogenannten "Pfründnerhaus" einem historischen Gebäude des späten 17. Jahrhundert, auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenhospitals Kinderhaus untergebracht.

Geschichte

Erste Gedanken zur Planung eines Heimatmuseums in Kinderhaus entstanden in den frühen 1980er Jahren. Mit der Nordwestschleife, einer Hochhaussiedlung in Brüningheide und der Erschließung weiterer Wohngebiete war die Bevölkerung in kurzer Zeit von wenig Tausend auf 16.000 angestiegen.

Im Rahmen einer Vortragsreihe "Kinderhaus gestern - heute morgen" im Frühjahr 1981 in der Volkshochschule Münster kamen erste Gedanken auf, ein Forum zu schaffen, wo sich Bürger mit und über ihren Stadtteil auseinandersetzen konnte. Der "Stammtisch Kinderhaus" setzte sich mit den Problemen eines wachsenden Stadtteils auseinander. Wohnungsbau, Spielplätze, Lärm, Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten.[1]

Ein Arbeitskreis dieses Stammtisches befasste sich mit der Geschichte des Stadtteils. Am 19. Februar 1984 eröffnete die Ausstellung "Kinderhaus vor 3000 Jahren" im gerade fertiggestellten Bürgerhaus am Idenbrockplatz. Neben archäologischen Artefakten, die sich noch heute als Dauerleihgaben im Museum befinden, war ein von den Schülern der Waldschule gefertigtes Modell eines "Sachsenhauses" von 700 nach Christus, wie es an der Aaschleife östlich von Sprakel gestanden hatte.[2]

Die Geschichtsgruppe setzte ihre Arbeit fort, die Schüler der Waldschule fertigten weitere Modelle. Der Grundstock für ein Museum war geschaffen, aber noch fehlte der passende Ort.

Exponate wurden in der Schalterhalle der örtlichen Sparkasse, oder im Besprechungsraum eines Arztes, der Teil der Bürgerinitiative war ausgestellt. Zwei weitere Ausstellungen – wieder in der Galerie des Bürgerhauses – beschäftigten sich mit "Kinderhaus im Mittelalter" und mit dem "Max-Clemens-Kanal".[3]

Wohndiele

Als sich 1986 die Möglichkeit ergab in der ehemaligen Uppenbergschule Räume für ein Museum anzumieten wurde dafür die institutionelle Basis geschaffen und am 22. Oktober die Bürgervereinigung gegründet und 1988 die "Heimatkundliche Ausstellung Kinderhaus" in der Uppenbergschule eröffnet.[4]

1989 wurden zwei Zimmer im Pfründnerhaus in Kinderhaus frei. In ehrenamtlicher Arbeit wurden die Räume instandgesetzt und um mehr Raum zu erhalten das Fachwerk zwischen ihnen freigelegt. Der so entstandene Raum wurde als Kulturstübchen genutzt.[5]

Nach 6 Jahren erfolgte die Kündigung der Räumlichkeiten in der Uppenbergschule.

Die Räumlichkeiten im Pfründnerhaus waren für eine Nutzung als Altenwohnung nicht mehr geeignet. Somit beschloss die Bezirksvertretung Nord, dass das Museum im Pfründnerhaus untergebracht werden könne. Die Räume wurden erneut in Eigenarbeit renoviert und das Museum am 19. September 1993 in Kinderhaus auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenhospital eröffnet.[6]

Sammlung

Schusterwerkstatt
Klassenzimmer
Devotionalienraum

Zu den ersten Ausstellungsräumen zählten eine Schusterwerkstatt sowie das Klassenzimmer einer Volksschule aus den 1940/1950 Jahren. Weitere Schauräume wurden im Laufe der folgenden Jahre eingerichtet, darunter ein westfälisches Wohnzimmer, ein Webstuhlraumund ein Devotionalienraum.[7]

Die Sammlung des Museums setzt sich mit folgenden Kinderhäuser Themen auseinander:

  • Der Vor- und Frühgeschichte mit Funden aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit.
  • Der Geschichte des ehemaligen Leprosenhospitals im Mittelalter und der weitern Entwicklung des Pfründnerhauses in der Neuzeit.
  • Die Abteilung Handwerk und Alltagsleben dokumentiert das Leben in und um Kinderhaus bevor es zum modernen Wohnstadtteil wurde. Die Schauräume werden ergänzt mit Informationen zur örtlichen Schul- und Kirchengeschichte. Personen, mit Relevanz zur örtlichen Geschichte werden besonders gewürdigt. Paula Wilken (Mundartdichterin), Albert Nadolle (Bildhauer), und Ferdinand Eimermacher (Ballonfahrtpionier).
  • Die Abteilung Sakrale Kunst zeigt eine Sammlung historischer Kruzifixe und Heiligenfiguren.
  • Die Abteilung Siedlungsgeschichte veranschaulicht mit Luftbildern ab 1930 die Entwicklung des Stadtteils.

Ausstellungen

Zur Weihnachtszeit findet jährlich eine Krippenausstellung statt.

Veranstaltungen

In den Räumen des Museums finden verschiedene kulturelle Veranstaltungen wie Vorträge und Lesungen statt. Ferner werden Führungen für Schulklassen, andere Gruppen und Einzelbesucher angeboten.

Commons: Heimatmuseum Kinderhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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