Heimertshausen

Stadtteil von Kirtorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Heimertshausen ist ein Stadtteil von Kirtorf im Norden des mittelhessischen Vogelsbergkreises.

Schnelle Fakten Stadt Kirtorf ...
Heimertshausen
Stadt Kirtorf
Koordinaten: 50° 45′ N,  10′ O
Höhe: 286 m ü. NHN
Fläche: 10,4 km²[1]
Einwohner: 297[2]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36320
Vorwahl: 06635
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Ortsgeschichte

Mittelalter

Am 26. Juni 1272 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt: „... in villam nostram in Heimershusen ...“. (In unserem Dorf Heimertshausen).[3] Dieser Verkauf wurde in einem Kopiar aus dem 14. Jahrhundert überliefert. Die Herren von Romrod verkauften das ganze Dorf an das Haus des Deutschritterordens in Marburg mit allen Rechten.[4] 1272 wird auch die Siedlungsform villa für den Ort angegeben. Elf Jahre später lautet ein Eintrag: „... apud villam Heimershusin ...“ (Beim Dorf Heimertshausen)[5] und schließlich 1370: „... uz Heimuodeschem...“[6]

Der Ortsname wird als „Siedlung des Heimwart“ erklärt.[7]

Standesherren waren die Herren von Romrod und später die Herren von Lehrbach, die den Ort an den Deutschritterorden Haus Marburg verkauften, die ihn schließlich 1528 ebenfalls veräußerten.[8] Dann folgten die hessischen Landgrafen.

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Heimertshausen:

„Heimertshausen (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt an dem Kleinbach, 1 St. von Kirtorf, hat 1 Kirche, 67 Häuser und 401 evangelische Einwohner. In der Gemarkung wurde früher Bergbau getrieben.“[9]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Am 1. August 1972 wurde Heimertshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch Landesgesetz in die Stadt Kirtorf eingegliedert.[10][11]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Heimertshausen angehört(e):[1][12][13]

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Heimertshausen das „Amt Romrod“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Heimertshausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[19] Gleichzeitig wurde Heimertshausen dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeordnet.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Heimertshausen 318 Einwohner. Darunter waren 3 (0,9 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 57 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 81 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter.[20] Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 42 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 66 Haushaltungen lebten keine Senioren.[20]

Einwohnerentwicklung

 1791:330 Einwohner[21]
 1800:318 Einwohner[22]
 1806:335 Einwohner, 60 Häuser[16]
 1829:401 Einwohner, 67 Häuser[9]
 1867:366 Einwohner, 65 Häuser[23]
Heimertshausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
 
330
1800
 
318
1806
 
335
1829
 
401
1834
 
381
1840
 
380
1846
 
377
1852
 
362
1858
 
353
1864
 
377
1871
 
365
1875
 
358
1885
 
320
1895
 
335
1905
 
358
1910
 
318
1925
 
324
1939
 
321
1946
 
545
1950
 
524
1956
 
413
1961
 
363
1967
 
354
1970
 
361
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
318
2015
 
292
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[20]; Stadt Kirdorf: Stadtteile im Webarchiv

Historische Religionszugehörigkeit

 1829:401 evangelische (= 100 %) Einwohner[1]
 1961:301 evangelische (= 82,92 %), 57 katholische (= 15,70 %) Einwohner[1]

Ortsbeirat

Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Horst Krick.[24]

Verkehr

Durch den Ort führt die Landesstraße 3151. Den öffentlichen Personennahverkehr stellen Busse der Linie VB 13 der Verkehrsgesellschaft Oberhessen im Rhein-Main-Verkehrsverbund sicher.

Infrastruktur

Anmerkungen und Einzelnachweise

Literatur

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