Heinrich-Hertz-Schule (Hamburg)

Schule in Hamburg-Winterhude From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Heinrich-Hertz-Schule ist eine staatliche Stadtteilschule im Hamburger Stadtteil Winterhude. Die Schule besitzt einen Gymnasialzweig, an dem Schüler das Abitur nach zwölf Schuljahren (G8) ablegen können. Die Heinrich-Hertz-Schule wurde 1907 als Realgymnasium gegründet und nutzte einen eigenen Schulbau im Stadtteil Eimsbüttel. 1937 zog die Schule in das Schulgebäude der von den Nationalsozialisten geschlossenen Lichtwarkschule in Winterhude um. Dieser Schulbau stammt von Fritz Schumacher und ist denkmalgeschützt. 1968 übernahm die Heinrich-Hertz-Schule auch das Gebäude einer angrenzenden Doppel-Volksschule. Die Heinrich-Hertz-Schule kooperiert im Oberstufenbereich mit der benachbarten Blindenschule (BZBS). Die Schule ist nach dem Physiker Heinrich Hertz benannt.

Gründung1907
AdresseGrasweg 72
Schnelle Fakten Schulform, Gründung ...
Heinrich-Hertz-Schule (Hamburg)
Schulform Stadtteilschule mit Gymnasialzweig
Gründung 1907
Adresse Grasweg 72
Ort Hamburg
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 35′ 33″ N, 10° 0′ 40″ O
Schüler 1528 (Schuljahr 2025/26[1])
Lehrkräfte etwa 160
Leitung Susanne Hilbig-Rehder
Website heinrich-hertz-schule-hamburg.de
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Geschichte

Das Heinrich Hertz-Realgymnasium wurde 1907 in Hamburg-Rotherbaum gegründet, dieses Jahr gilt in der Traditionsüberlieferung der Heinrich-Hertz-Schule als Gründungsjahr. 1910 zog das Realgymnasium in ein eigenes Gebäude in der Bundesstraße 41 ein, das dort nach Entwürfen von Alfred Erbe gebaut wurde.

Im März 1913 fanden am Realgymnasium die ersten Abiturprüfungen statt. Im Ersten Weltkrieg starben 61 ehemalige Schüler und 8 Lehrer des Heinrich-Hertz-Realgymnasiums. 1921 wurde in der Aula des damaligen Schulgebäudes an der Bundesstraße 41 eine Gedenktafel mit ihren Namen eingeweiht.[2]

Das Heinrich-Hertz-Gymnasium wurde im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung 1937 mit der reformpädagogisch orientierten Lichtwarkschule in Winterhude zusammengelegt und in „Oberschule am Stadtpark für Jungen“ umbenannt. Das Gymnasium zog nach Winterhude um. Das aufgegebene Gebäude an der Bundesstraße wurde danach als Berufsschule genutzt, seit 2023 nutzt das neu gegründete Gymnasium Rotherbaum den Gebäudekomplex mit Turnhalle.[3]

1968 wurde die Heinrich-Hertz-Schule als erste Kooperative Gesamtschule Hamburgs gegründet. Dabei wurden die Volksschulen für Mädchen und Jungen am Voßberg in die HHS integriert. Seit der Hamburger Schulreform 2010 ermöglicht sie als Stadtteilschule mit Gymnasialzweig das Abitur sowohl nach zwölf (G8), als auch nach dreizehn Schuljahren (G9).[4]

Gebäude und Ausstattung

Das Schulgebäude am Grasweg wurde nach Plänen Fritz Schumachers errichtet. Die Planungen begannen bereits 1910, der Bau konnte aber erst im April 1925 bezogen werden. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und beim Wiederaufbau vor allem im Dachbereich verändert.

Eine Orgel des Schriftstellers und Orgelbauers Hans Henny Jahnn wurde 1931 von Karl Kemper gebaut und 1991 von Orgelbaumeister G. Christian Lobback restauriert.[5] Sie besitzt 24 Register mit ca. 1450 Pfeifen und ist die einzige noch spielbare Jahnn-Orgel in Hamburg.[6][7]

Beobachtungsstufe

Eine Besonderheit der HHS ist die Beobachtungsstufe (Jahrgang 5–6). Diese dient dazu, den Übergang aus der Grundschule in die weiterführende Schule für die Lernenden differenziert zu gestalten. Die Kinder werden unabhängig ihrer schulischen Leistung gemeinsam unterrichtet und erst in Jahrgang 6 wird entschieden, ob die Lernenden die Laufbahn in einer Stadtteilschulklasse oder einer gymnasialen Klasse fortsetzen. Das ermöglicht, dass die Kinder ankommen und auch wenn es unterschiedliche Prognosen gibt, nicht die Schule wechseln müssen.[8]

In der Beobachtungsstufe steht der Fokus auf musische und sportliche Bildung, da diese Fächer besonders für die Ausprägung sozialer Kompetenzen geeignet sind.[9]

Die Lernenden können schon hier eigene Schwerpunkte in Form der Profilklassen wählen.[10]

Seit dem Schuljahr 2024 werden folgende Profiklassen angeboten[11]:

  • Bandklasse
  • Chor mit Tanz-Klasse
  • Teamsport-Klasse
  • Leichtathletik-Klasse
  • Tennis-Klasse
  • Basketball-Klasse
  • Leistungssport-Klasse

Die Leistungsport-Klasse stellt eine Besonderheit dar. Die Klassen erhalten vier Wochenstunden Sportunterricht, der gemeinsam von schulischen Sportlehrkräften und Trainern der HSV-Leichtathletik gestaltet wird und neben den klassischen Disziplinen Sprint, Mittelstrecke, Weitsprung und Ballwurf auch vielfältige Bewegungs- und Spielformen umfasst. Durch gezielte Förderung sowie die Teilnahme an Wettkämpfen sollen die Schülerinnen und Schüler ihr individuelles Leistungsvermögen steigern und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.[12]

Profiloberstufe

Die Heinrich-Hertz-Schule bietet seit dem Schuljahr 2025 folgende Oberstufenprofile an:[13]

  • Medien – Kunst (4 WS), Informatik (2WS), PGW (2 WS)[14]
  • Sport und Gesundheit – Sport/Sporttheorie (6 WS), Biologie (4 WS), PGW (2 WS)[15]
  • Lebenswelt und Menschenleben – Biologie (4 WS), Geographie (2 WS), Philosophie (2 WS)[16]
  • Erde, Mensch, Umwelt – Geographie (4 WS), Biologie (2WS), PGW (2 WS)[17]
  • Mensch, Macht, Maschine – PGW (4 WS), Informatik (2 WS), Philosophie (2 WS)[18]
  • Gesellschaft und Künste – Geschichte (4 WS), Bildende Kunst (2 WS), PGW (2 WS)[19]

Außerschulisches, Ehrungen

Seit dem Schuljahr 1996/97 gibt die Heinrich-Hertz-Schule ein in Eigenregie erstelltes Jahrbuch heraus, das die Höhepunkte des jeweiligen Schuljahres sowie die aktuellen Klassen- und Lehrerfotos enthält. Seit 2010 wird das HHS-Jahrbuch von Schülern im Rahmen des Medienprofils der Oberstufe produziert.

Im Sportunterricht werden unter anderem Tennis und Hockey auf dem Gelände des direkt neben der Schule liegenden Harvestehuder Tennis- und Hockeyclubs (HTHC) angeboten.

Seit dem Schuljahr 2022/23 trägt die HHS das Siegel „Partnerschule des Nachwuchsleistungssports (PdN)“. Als PdN kooperiert die HHS eng mit ihren Partnervereinen. Diese sind HSV-Leichtathletik, HTHC, und RG Hansa sowie den Verbänden für Hockey, Leichtathletik und Rudern.[20]

Im Januar 2024 wurde der „Diversity-Rat“ der HHS (ein Projekt, in dem sich Oberstufenschülerinnen und -schüler gemeinschaftlich für ein inklusives Umfeld innerhalb und außerhalb der Schule einsetzen) mit einem Bertini-Preis ausgezeichnet.[21]

Bekannte Ehemalige

Bekannte Ehemalige des Heinrich-Hertz-Realgymnasiums, der Kooperativen Gesamtschule und der Stadtteilschule:

  • Wilhelm Oberdörffer (1886–1965), Oberschulrat (1912 bis 1921 Oberlehrer am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Kurt Saucke (1895–1970), Buchhändler und Verleger (Schüler am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Joseph Jacobsen (1897–1943), Musikpädagoge und Komponist (1916 Abitur am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Carl Heinrich Dencker (1900–1967), Landtechniker (1918 Abitur am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Eric M. Warburg (1900–1990), Bankier (Schüler am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Kurt Georg Förster (1904–1987), Ingenieur und Baudirektor (Schüler am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Ernst Otto Framhein (1904–1954), Jurist für Seehandelsrecht (1922 Abitur am Heinrich-Hertz-Realgymnasium)
  • Gerd Bucerius (1906–1995), Jurist, Verleger und Politiker
  • Paul Julius Alexander (1910–1977), Historiker (1928 Abitur am Heinrich-Hertz-Realgymnasium, Emigrant)
  • Baruch Ophir (1910–2004), Historiker (1929 Abitur am Heinrich-Hertz-Realgymnasium, Emigrant)
  • Ingolf Dahl (1912–1970), Komponist, Dirigent und Pianist
  • Gideon Weigert (1919–2001), israelischer Agrarwissenschaftler, Journalist, Autor und Menschenrechtler
  • Ralf Dahrendorf (1929–2009), Soziologe, Politiker und Publizist
  • Wolf Biermann (* 1936), Liedermacher und Lyriker (besuchte die Schule bis zu seiner Übersiedlung in die DDR mit 16 Jahren)
  • Klaus-Michael Kühne (* 1937), Unternehmer und Manager (Abitur an der Schule)
  • Uwe Riez (* 1951), Jurist und Politiker (SPD) (1971 Abitur an der Heinrich-Hertz-Schule)
  • Christian Zickelbein (* 1937), Schachfunktionär (u. a. 1959 Mitbegründer des Hamburger Schachjugendbundes)

Bekannte Ehemalige der Lichtwarkschule werden dort aufgeführt.

Einzelnachweise

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