Heinrich Handorf

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Heinrich Handorf (* 18. April 1925 in Warin; † 27. April 2022 Schwerin[1]) war ein deutscher Architekt.

Heinrich Handorf (2018)

Leben

Heinrich Handorf wurde als Sohn eines Tischlermeisters in der mecklenburgischen Kleinstadt Warin geboren. 1943 legte er an der Großen Stadtschule in Wismar sein Abitur ab. Es folgten der Reichsarbeitsdienst und Kriegsdienst bei der Wehrmacht. 1945 absolvierte er ein Tischlerpraktikum bei seinem Vater in der Bau- &. Möbeltischlerei H. Handorf an der Mühlendammstraße in Warin. Von 1946 bis 1949 studierte er an der Bau- und Ingenieurschule Wismar und schloss dieses Studium als Hochbauingenieur der Fachrichtung Architektur ab.

Am 4. August 1950 heiratete er in Warin die Deutsch-Baltin Erna Gebhard (* 28. April 1924 Niederbartau; † 11. Februar 2025 Schwerin), sie gebar 1952 einen Sohn und 1954 eine Tochter. Handorfs erste Tätigkeit war die Mitarbeit in der Landesbauverwaltung Mecklenburg, Außenstelle Stralsund. Prägend war danach die Arbeit im Ministerium für Wirtschaft in der Hauptabteilung Bauwesen in Schwerin in der Zeit von 1949 bis 1950. Danach folgten ab 1951 verschiedene Tätigkeiten im Entwurfs- und Bauleitungsbüro Mecklenburg.

Mit den gesammelten Erfahrungen wurde er 1960 Leitarchitekt im VEB Hochbauprojektierung in Schwerin. 1968 wechselte er zum VEB Wohnungsbaukombinat Schwerin (dort wurde die Leitungsstruktur in einem Großbetrieb gebündelt). 1974 erfolgte nach einer Prüfung im Ministerium für Bauwesen der DDR seine Berufung in den Staatsdienst, in die Staatliche Bauaufsicht (SBA) beim Bezirk Schwerin. Dort arbeitete er bis 1990 als Prüfingenieur für Hochbauten. Unter anderem arbeitete er mit dem Bildhauer August Martin Hoffmann zusammen an Giebel- und Fassadengestaltungen baugebundener Kunst und war in der Zentralen Arbeitsgruppe Wohnungsbau tätig, die die Bauerfahrungen aller Bezirke der DDR zusammenfasste.

Auch der Denkmalpflege Mecklenburgs war er verbunden; der ehemalige Chefkonservator Serafim Polenz war einer seiner Freunde.[2] 1990, am Ende seines Berufslebens, wurde Handorf offiziell der akademische Grad Dipl.-Ing. (FH) zuerkannt, als Gleichstellung zu den Berufskollegen in der BRD.

Seit 1990 fertigte Heinrich Handorf zahlreiche grafische Zyklen alter Kirchenarchitektur, Natur- und Städtebilder Mecklenburgs. Kurse an der Bezirkskulturakademie und der VHS festigten seine Malweise. Aquarelle, Radierungen und Hochdrucke wurden in regionalen Ausstellungen gezeigt. Er war ein Wilhelm-Busch-Rezitator, der die Lebensweisheiten abgewandelt in vielen Artikeln veröffentlichte. 2023 wurde Heinrich Handorfs Wilhelm-Busch-Sammlung mit Erstausgaben und vielen anderen Raritäten als Nachlass dem Verein der Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen übergeben.

Die Vorfahren Handorfs schrieben sich bis 1836 Ham(m)dorff, nach 1889 setzte sich bei Maschinenbaumeister Christian Heinrich Friedrich Hanndorf aus Sukow die heutige Schreibweise Handorf durch.[3]

Heinrich Handorf und seine Frau Erna fanden ihre letzte Ruhe unter dem Eichbaum Nr. 443 im Wiligrader Waldfrieden am See.

Bauten und Entwürfe

Werkschau

Grafik und Aquarelle

Auszeichnungen

Ausstellungen

Schriften

  • Plastputzbeschichtungen im Wohnungsbau Schwerin, Lankow. In: Farbe und Raum, Jahrgang 1971, Heft 7.
  • Wandgestaltung mit Strukturelementen. In: Farbe und Raum, Jahrgang 1971, Heft 11.
  • Bericht über Seminar BdA/VBKD. In: Deutsche Architektur, Jahrgang 1972, Heft 2.
  • Farbliche Außengestaltung im Wohngebiet Schwerin-Lankow. In: Farbe und Raum, Jahrgang 1972, Heft 8.
  • Erfahrungen mit Gassilikatbeton. In: Farbe und Raum, Jahrgang 1972, Heft 10.
  • Wohnungsbau Reihe IW 67 P-Gasbeton im Bezirk Schwerin, Wandfläche – Wandbild. In: Deutsche Architektur, Jahrgang 1973, Heft 2.
  • Über die Einführung von künstlerischen Gestaltungen in Wandbildern. In: Farbe und Raum, Jahrgang 1973, Heft 5.
  • sowie verschiedene Aufsätze über Wohnkultur in der Bezirkspresse

Literatur

Commons: Heinrich Handorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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