Heinz Rebellius

deutscher Gitarrist, Journalist, Redakteur und Buchautor From Wikipedia, the free encyclopedia

Heinz Rebellius (* 26. August 1954 in Kyllburg) ist ein deutscher Musiker, Journalist, Redakteur und Buchautor.

Ausbildung

Rebellius studierte ab 1974 in Berlin Landschaftsplanung.[1] Nach dem Studium zog er 1979 nach Cloppenburg und wurde Profimusiker.[2]

2002 absolvierte er eine Ausbildung in der Klangmassage nach Peter Hess. 2005 schloss er die Ausbildung zum staatlich geprüften Heilpraktiker für Psychotherapie ab. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.[3]

Musikalisches Wirken

In den 1980er Jahren spielte Rebellius in Musikprojekten verschiedener Genres. 1984 wurde er Mitglied der New-Wave-Band Surplus Stock, die 1979 von dem ehemaligen DAF-Manager Bob Giddens gegründet wurde. Mit ihm und dessen Manager Gisbert Wegener gründete Rebellius 1986 die Rockband Cliff Barnes and the Fear of Winning. Zweimal nahm Rebellius mit der Band am Festival South by Southwest in Austin (USA) teil und tourte mit ihr durch Texas.[1]

1992 wurde Rebellius von Phillip Boa engagiert, um auf dem 1993 veröffentlichten Album „Boaphenia“ von Philipp Boa & the Voodooclub Bass zu spielen.[4] 1994 gründeten Giddens und Rebellius die Band Illegal Artists und 2009 Artland Country Club. 2011 gründete er seine eigene Band Rebellius, 2012 und 2014 co-produzierte er die ersten drei Alben der Musikerin Luca und spielte Gitarren- und Bassspuren dieser Alben ein.[5]

Im Jahr 2016 taten sich Giddens und Rebellius wieder zusammen, um ein weiteres Album von Cliff Barnes and the Fear of Winning zu veröffentlichen und Konzerte zu spielen.[6] 2017 wurden Rebellius, Giddens und seine Band vom Deutschen Pavillon zur Expo 2017 in Astana (Kasachstan) eingeladen, um dort 20 Shows in zehn Tagen zu spielen.[7] Die Einladung erfolgte wegen eines originellen umweltfreundlichen Bandkonzepts: Rebellius und Giddens hatten ein System entwickelt, bei dem der Strom für ihre Konzerte von vier getretenen Fahrrädern erzeugt wurde, und ließen während eines Auftritts jeweils vier Besucher aus dem Publikum die Fahrräder treten.[1]

Zusammen mit seiner Frau Sigrid und dem gemeinsamen Sohn Jonny spielte Rebellius zwischen 2010 und 2015 das eigene Programm „Sehnsucht nach der Ferne“, in dem das Leben des Auswanderers Hermann Ellerlage, eines Großonkels von Sigrid Rebellius, in Liedern und Auszügen aus seinen zahlreichen Briefen nacherzählt wurde.[8]

2017 gewann Rebellius mit der Osnabrücker Experimentalformation Das Blaue Palais jeweils in den Kategorien Trance, Filmmusik und New Age den ersten Preis des Deutschen Rock- und Popmusikerverbands.[9]

2025 erschien das Solo-Album Rebellius: „1990“, auf dem Heinz Rebellius zehn originale Instrumentalstücke und einen Vokal-Track veröffentlichte. Hauptinstrument ist die E-Gitarre, die meist in der Klangästhetik des typischen Surf-Sounds erscheint. Ungewöhnlich ist das Zusammenspiel mit einem Akkordeon, gespielt von dem Osnabrücker Musiker Martin Gehrmann, das in allen Stücken die Klangfarbe mitbestimmt.[10]

Im November 2025 veröffentlichte das Osnabrücker Musiklabel Timezone Records eine Compilation zu Ehren des Musikers Rio Reiser, der in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden wäre.[11] Rebellius steuerte zu der Veröffentlichung eine Version des Songs Blinder Passagier bei und – gemeinsam mit seiner Frau Sigrid – das Stück Übers Meer.

Im November 2025 war Rebellius als Interviewpartner in einer Sendung der Reihe ZeitZeichen des WDR zu hören, die dem kanadisch-US-amerikanischen Musiker Neil Young gewidmet war und anlässlich dessen 80. Geburtstag ausgestrahlt wurde.[12][13]

Am 1. Mai 2026 erschien die Single Don´t Blow Off The Dust, ein von Rebellius im Americana-Stil komponierter und getexteter Song, der von der kanadischen Musikerin Christina Martin gesungen wird.

Am 1. Juni 2026 erschien die Single Watch My Fingers, ein von Rebellius komponierter und getexteter Song, der von der deutschen Musikerin Susa Gorx gesungen wird.

Autorentätigkeit

Seit 1985 ist Rebellius auch als Journalist tätig. Er war 1986 Gründer und Chefredakteur des Musikermagazins Solo und 1994 ebenso Gründer und Herausgeber des Fachmagazins Akustik Gitarre. 1987 zog er nach Osnabrück und 1992 nach Bissendorf bei Osnabrück.[14]

Bis 1998 leitete er auch die Verlags- und Marketingabteilung des Musikaliengroßhandels Musik Produktiv. Seitdem arbeitete er freischaffend als Musiker, Redakteur und Journalist, vor allem beim MM-Musik-Media-Verlag in Köln, von 2000 bis 2017 speziell als Redakteur des Magazins Gitarre & Bass.[15]

2001 verfasste er zusammen mit Paul Day und André Waldenmaier das Buch E-Gitarren: Alles über Konstruktion und Historie, das er herausgab.[16] 2004 gab er mit dem Bluesgitarristen Todor Todorovic ein Buch über dessen Band Blues Company heraus.[17]

Von 2021 bis 2025 betrieb Rebellius seinen Blog „Gitarrenmensch“. Im Mittelpunkt standen hier gitarrenhistorische Artikel, ergänzt durch Interviews mit Musikern und Instrumentenherstellern sowie Testberichte über Musik-Equipment.[18] Ab 2021 schreibt er als freier Autor wieder Testberichte, Interviews und Reportagen für das Musikermagazin Gitarre & Bass.[19] Seit 2026 veröffentlicht Rebellius zudem journalistische Beiträge auf der Publikationsplattform Substack.[20]

Instrumentenbau und -vertrieb

1997 bis 2000 gründete und führte Rebellius den Gitarrenladen Guitardome in Bissendorf, aus dem das gleichnamige Internetportal (ein Kleinanzeigenmarkt) entstand.[21] Bis Ende 2012 führte er den Vorgängerladen als Geschäftsführer.[22]

2010 gründete Rebellius den Internetshop Guitar Wash, der vorwiegend Gitarren und Effektpedale seiner Eigenmarken Bleeding Cowboys und Twangtone anbot. Der Shop bestand bis 2017.[23] In den sogenannten Twangtone Pedal- und Twangtone Guitar-Reihen erschienen Effektpedale und Gitarren, die nach Ideen und Vorgaben von Rebellius in Zusammenarbeit mit verschiedenen Elektronikfirmen und Gitarrenbauern entstehen. Unter anderem ließ er vom Berliner Gitarrenbauer Frank Deimel (Deimel Guitarworks) für den VfL Osnabrück eine Gitarre aus dem Holz der Nordtribüne des VfL-Stadions Bremer Brücke in Osnabrück bauen.[24]

Von 2017 bis 2021 zog Rebellius nach Hannover, um bei Duesenberg Guitars in der Marketing-Abteilung zu arbeiten und u. a. die Artist-Relations-Abteilung zu leiten. Danach ging er zurück nach Osnabrück, wo er als freischaffender Journalist und Musiker wirkt und arbeitet.[3] und von 2023 bis 2025 den Gitarren-Online-Shop John Henry’s betrieb, in dem er hauptsächlich gebrauchtes Instrumentarium und Produkte der eigenen Marke Twangtone anbot.

Veranstaltungen

Von 2009 bis 2016 veranstaltete Rebellius eine monatliche Konzertreihe, die er moderierte.[25][26]

2015 fotografierte die Hamburger Fotografin Konstanze Habermann Rebellius als „Magnetmensch“ für die Installation Browsky Palace.[27] Im Frühjahr 2021 wurde Rebellius im Rahmen des Projekts „99 Künstler“ von dem Fotografen Wolfgang Weßling und dem Texter Jürgen Rasch porträtiert.[28]

Im Mai 2021 organisierte Rebellius zum 80. Geburtstag von Bob Dylan die Aktion „OS goes Dylan“: Er rief Osnabrücker Musikerinnen und Musiker dazu auf, eigene Versionen von Bob-Dylan-Songs aufzunehmen und einzuschicken. Am 24. Mai 2021, Bob Dylans Geburtstag, veröffentlichte das Musikbüro Osnabrück alle bis dahin eingesandten Musikvideos auf seinem Videokanal.[29] Im August 2021 interviewte Rebellius zusammen mit dem Zeitungsredakteur Werner Hülsmann für den Osnabrücker Sender Osradio 104,8 den BAP-Sänger Wolfgang Niedecken zum Thema Bob Dylan.[30] Im Februar 2022 setzte Rebellius die „OS-goes“-Reihe mit „Os goes Cash“ fort - 69 Videos wurden von der Osnabrücker Musikszene eingesandt und am 26. Februar, dem Tag, an dem der 90. Geburtstag von Johnny Cash gewesen wäre.[31] Johnny Cashs Tochter Rosanne Cash schickte eine Video-Botschaft, in der sie Rebellius und der Osnabrücker Szene dankte.[32] Im Januar 2024 veranstaltete Rebellius anlässlich des 50-jährigen Band-Jubiläums der Band The Ramones eine weitere „OS-goes“-Aktion. Die Osnabrücker Video-Interpretationen von „OS goes Ramones“ erschienen am 28. Januar 2024.[33] Das „Os-Goes“-Thema des Jahres 2024 hieß Bob Marley, bei dem wiederum die lokale Osnabrücker Musikszene der Aufforderung nachkam, ihren jeweiligen Marley-Lieblingssong aufzunehmen und einzureichen.

Ehrungen

Am 14. Juni 2024 wurde Rebellius vom Landschaftsverband Osnabrücker Land für seine Arbeit als Netzwerker, Musiker, Musikjournalist und -produzent, kreativer Vernetzer und Ideengeber mit der so genannten „Auszeichnung 2024“ geehrt. Überreicht wurde ein Preisobjekt, das der Osnabrücker Künstler Jakob Bartnik für den Landschaftsverband entworfen hatte.[34][35]

Diskografie

Weitere Informationen Jahr, Titel ...
JahrTitelBand/ProjektAnmerkungen
1984Maverick IntentionSurplus StockVinyl
1985We Love You - Thanks for all the FlowersSurplus StockVinyl
1986Nancie & RonnieCliff Barnes and the Fear of Winning7"-Single Vinyl
1987The Record that Took 300 Million Years to MakeCliff Barnes and the Fear of WinningCD und Vinyl
1988SpikeCliff Barnes and the Fear of WinningCD und Vinyl
1988Whola Lotta LoveCliff Barnes and the Fear of Winning12"-Maxi Vinyl
1989Cliff Barnes and the Fear of WinningCliff Barnes and the Fear of WinningVinyl, nur in der EX-DDR

erschienen

1989MommaCliff Barnes and the Fear of Winning12"-Maxi Vinyl
1990Guns, Love and a Cactus in your HeartCliff Barnes and the Fear of WinningCD und Vinyl
1990Love on it’s KneesCliff Barnes and the Fear of Winning7"-Single Vinyl
1991Live from the WorldCliff Barnes and the Fear of WinningCD und Vinyl
1993Three Songs for Weddings and FuneralsThe Illegal Artists EPCD
1993Songs for Weddings and FuneralsThe Illegal ArtistsCD und Digital
2000Whole Lotta LoveCliff Barnes and the Fear of WinningMini-CD
2010Rust & DirtArtland Country ClubCD und Digital
2011SignaleRebelliusEP, CD und Digital
2012I Don´t Think SoLucaCD
2014TiefseetaucherLucaCD und Digital
2015SleeplessLucaCD und Digital
2016World2HotCliff Barnes and the Fear of WinningCD und Digital
20241990RebelliusDigital
20251990RebelliusCD
2026Don´t Blow Off The DustRebellius, feat. Christina MartinSingle, Digital
2026Watch My FingersRebellius, feat. Susa GorxSingle, Digital
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Veröffentlichungen

  • Paul Day, André Waldenmaier, Heinz Rebellius: E-Gitarren: Alles über Konstruktion und Historie. Carstensen Verlag, München 2001, ISBN 3-91009-820-7.
  • Todor Todorovic, Heinz Rebellius (Hrsg.): On the Road again. 30 Jahre Blues Company. Unterwegs im Namen des Blues. Books on Demand, Norderstedt 2004, ISBN 3-83341-867-2.

Einzelnachweise

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