Helene van Meekren

niederländische Journalistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Helene van Meekren (geboren 6. März 1881 in Meppel; gestorben 16. Juli 1943 in Sobibór) war eine niederländische Journalistin. Sie wurde als Jüdin von den Nationalsozialisten ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet.

Helene van Meekren, 1913

Leben

Helene van Meekren wurde am 6. März 1881 in Meppel geboren. Sie war die Tochter des Bekleidungsfabrikanten Jacob van Meekren (1852–1929) und Sophie Arons (1859–1939). Sie war das älteste Kind einer jüdischen Familie und hatte zwei Schwestern, Jenny und Rozette, die vor ihrem ersten Geburtstag starb und einen Bruder Herman Jacob. Vermutlich besuchte sie zunächst eine jüdische Schule. Später ging sie auf das staatliche Gymnasium. Ihre Familie zog nach Amsterdam, als sie 22 Jahre alt war. In Amsterdam hatte ihr Vater ein Damenbekleidungsunternehmen gegründet.[1]

Journalismus

Anna Zuikerberg und Helene van Meekren

In Amsterdam begann Helene van Meekren, als Journalistin zu arbeiten. Sie gründete mit Anna Zuikerberg das Journalistinnenduo Annelén. Sie arbeiteten für die Zeitung Algemeen Handelsblad und berichteten über aktuelle Ereignisse aller Art. Zudem gehörte sie verschiedenen Pressekomitees an und arbeiteten an der Ausstellung De Vrouw 1813–1913 mit. Ab 1915 veröffentlichten sie ihre eigene Zeitschrift, Nederlandsche Dameskroniek of kortweg Dameskroniek (Niederländische Frauenchronik). Es war ein wöchentliches Magazin, welches immer Samstags erschien und richtete sich an intellektuell gebildete und kulturell interessierte Niederländerinnen. Dazu Beiträge von Künstlern wie Carry van Bruggen, Israël Querido, Lizzy Ansingh und Bets Ranucci-Beckman. Auch führte Helene van Meekren Interviews mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Johanna Naber. Ab den 1920er Jahren organisierte sie mit Redakteuren der „Dameskroniek“ die jährliche „Damesbeurs“ (Frauenmesse). Dort gab es Musik, Kabarett und viele Stände mit den unterschiedlichsten Waren und Speisen. Die Damesbeurs lockte jährlich Tausende von Besuchern an.[1]

1916 schrieb sie ein Buch „De meisjes Harkesteijn“. In ihm erzählte sie die Geschichten junger Frauen, die nach dem Verlust ihres Familienvermögens ums Überleben kämpfen. Das Buch erhielt gemischte Kritiken, es blieb ihr einziges Buch. Als Chefredakteurin arbeitete sie für des „Algemeen Handelsblad“ und redigierte gemeinsam mit Zuikerberg die Samstagsbeilage derselben Zeitung. Van Meekren blieb unverheiratet und lebte über die Jahre bei verschiedenen Verwandten und Bekannten. Für mehrere Frauenkomitees war sie aktiv, sie unterstützte das Komitee zur Förderung der Wertschätzung der Frauenarbeit in Familie und Gesellschaft sowie die Sonderhilfskampagne für jüdische Behinderte.[1]

Zweiter Weltkrieg

Mit dem Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besetzung der Niederlande wurde die Karriere von Helene van Meekrens beendet. Alle Journalisten waren ab 1941 zur Registrierung beim Verband Niederländischer Journalisten verpflichtet, jüdische Journalisten waren von der Mitgliedschaft ausgeschlossen. Der Antrag von Van Meekren wurde entsprechend abgelehnt. Sie verlor im Sommer 1941 ihre Stelle beim Algemeen Handelsblad. Ihr wurde geraten unterzutauchen, doch sie lehnte ab. Durch die Vermittlung des Jüdischen Rates erhielt sie eine Anstellung als Bibliothekarin im Niederländisch-Israelitischen Krankenhaus an der Nieuwe Keizersgracht. Die Dameskroniek führte sie bis 1942. Im Juni 1943 wurde sie verhaftet und ins Durchgangslager Westerbork deportiert. Mit dem vorletzten Transport wurde sie am 13. Juli 1943 nach Sobibór in Polen transportiert. Der Transport dauerte drei Tage, unmittelbar nach der Ankunft wurde sie am 16. Juli 1943 im Zuge des Holocaust ermordet.

Einzelnachweise

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