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Helene von Waldersee

Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Helene Gräfin von Waldersee, geb. Helene von Wilamowitz-Moellendorff (* 30. Juni 1850 in Meesendorf, Kreis Neumarkt, Provinz Schlesien; † 17. September 1917 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben

Helene von Wilamowitz-Möllendorff entstammte der schlesischen Linie des Adelsgeschlechts Wilamowitz-Möllendorff. Sie war eine Tochter des 1813 von Wichard von Möllendorff (General) adoptierten Ottocar von Wilamowitz-Moellendorff (1811–1867) auf Meesendorf und Polnisch Baudiß/Bauditz im Kreis Neumarkt, Niederschlesien und dessen Frau Fanny, geb. von Heinen, geschiedene Tepper-Laski (1819–1889).[1] Ihre ältere Schwester Marie (1846–1914) heiratete Graf Friedrich Eberhard von Pfeil und Klein-Ellguth (1839–1901) auf Hausdorf.[2] Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff, Hugo von Wilamowitz-Moellendorff und Wichard von Wilamowitz-Moellendorff der Ältere waren ihre Cousins.

1872 heiratete Helene den 15 Jahre älteren Marineoffizier Franz von Waldersee. Die Ehe blieb kinderlos. Von 1876 bis 1889 lebte das Paar in Potsdam, „wo sich ein zahlreicher Freundeskreis um sie bildete und allerlei künstlerische Interessen das Leben des Paares verschönten“.[3] Anschließend zogen sie nach Schlesien, um die von Helene geerbten Güter Meesendorf (330 Hektar) und Polnisch Bauditz (249 Hektar) der verstorbenen Mutter zu bewirtschaften. 1903 starb ihr Mann auf dem Gut Meesendorf.

1895 wurde erstmals ein Gedicht von Gräfin Waldersee mit dem Titel Königin der Nacht in der Zeitschrift Velhagen & Klasings Monatshefte veröffentlicht.[4] Als Witwe intensivierte sie ihre dichterische Tätigkeit. 1907 erschienen ihre teils in schlesischer Mundart geschriebenen Schlesischen Gedichte. Außerdem gab sie eine Sammlung von Aphorismen heraus. Im Urteil ihrer Zeitgenossen „eine vielseitige und durchsetzungsfähige Frau“, war sie gesellschaftlich vielfältig engagiert.[5] So hatte sie den Vaterländischen Frauenverein in Schlesien mitbegründet. Auf Meesendorf ließ sie eine Kirche bauen, legte den Friedhof an und gründete eine Kinderkrippe. Sie war auch Mitglied der Goethe-Gesellschaft.[6]

Helene von Waldersee starb 1917 auf Meesendorf, „betrauert von der ganzen Provinz Schlesien“.[7] Sie vererbte Meesendorf und Polnisch Bauditz an den Sohn ihres Cousins Wichard, Hugo von Wilamowitz-Moellendorff (* 1876).[8]

Heute wird Helene von Waldersee zu den vergessenen Schriftstellerinnen gerechnet.[9] Ihre Aphorismen sind jedoch nach wie vor verbreitet.[10] Das ihr zugeschriebene Wer zusammenbricht, soll auf die Knie fallen. findet sich gar als Motto von Heft 3192 der Perry-Rhodan-Hefte Unter dem Nabel von Zou Skost (2022).

Werke

  • Gedankenschatten. Eigenverlag 1903
  • Späne aus stiller Werkstatt: Aphorismen. Eigenverlag 1908, Neuausgabe 2021, ISBN 978-1-4717-8911-3
  • Schlesische Gedichte. Berlin: Trewendt 1907, 2. verm. Auflage Schweidnitz: Heege [1910]
  • Gedichte. Schweidnitz: Heege 1914
  • Aus Herzenstiefen: Skizzen und Märchen. Schweidnitz: Heege 1914

Vertonungen

  • Karl Groditz: Zwei Lieder nach Gedichten von Helene Gräfin Waldersee: Für 1 Singstimme mit Klavier. Breslau: Becher 1910
    • Warum?, Königin der Nacht
  • Max Thomale: 3 Lieder. Leipzig: W. Ehrler 1924 (darin No.1: Königin der Nacht)

Literatur

  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. 26 (1876), S. 896
  • Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts: ein Lexikon. (= Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte 9), Stuttgart: Metzler 1981, ISBN 978-3-476-00456-7, S. 325

Einzelnachweise

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