Helmuth von Wedelstädt

deutscher Rechtsanwalt und Politiker (NSDAP, FDP), Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen (1936–1941) From Wikipedia, the free encyclopedia

Helmut(h) Viktor Eberhard Kaspar Gerhard von Wedelstädt, eigentlich Helmut von Wedelstädt, (* 9. November 1902 in Mülheim an der Ruhr; † 12. April 1988 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Kommunalpolitiker.

Leben

Wedelstädt wuchs als Sohn des städtischen Beigeordneten Erich von Wedelstädt (1858–1915) in Mülheim an der Ruhr auf. Seine Mutter war Elsbeth Rapmund (1871–1964), eine Tochter der Anna Stoye aus Halle an der Saale und des Prof. Dr. Otto Rapmund. Helmuth hatte mehrere Geschwister. Schwester Anna heiratete den späteren Luftwaffen-Oberst Hans Wesener, sein jüngerer Bruder Erich von Wedelstädt war u. a. Min.-Rat im Reichswirtschaftsministerium; mehrere Neffen wurden Juristen. Die Tante Anna von Wedelstädt (1862–1950) war mit dem Generalmajor Friedrich von Campe verheiratet.

Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg, München und Münster und war seit 1925 als Referendar beim Amtsgericht Mülheim an der Ruhr und bei den Regierungen Münster und Köln tätig. 1929 trat er mit der Mitgliedsnummer 539.040 in die NSDAP ein.[1] Von 1929 bis 1932 war er als Regierungsassessor beim Landratsamt Königsberg und bei der Bezirksregierung in Königsberg beschäftigt. Von 1932 bis 1936 arbeitete er im preußischen Innenministerium, zuletzt als Oberregierungsrat. Im August 1936 wechselte er als Landeshauptmann zur Provinzialverwaltung Ostpreußen. 1937 veröffentlichte er zweibändig zum Deutschen Beamtengesetz.[2]

Von 1941 bis 1943 war er Oberregierungsrat und Leiter des Hauptamtes I (Politik) im Reichskommissariat Ukraine unter Reichskommissar Erich Koch.[3] Als Landeshauptmann wurde er in Königsberg von Reinhart Bezzenberger vertreten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Wedelstädt ab 1957 als Rechtsanwalt und seit 1974 auch als Notar in Mülheim an der Ruhr.[4] Laut britischem Geheimdienst hatte er Kontakte zum Naumann-Kreis.[3] Bei der Kommunalwahl 1952 gewann er in Mülheim-Holthausen als Kandidat der Unabhängigen Kommunalpolitischen Vereinigung (UKV) ein Direktmandat. 1956 ließ sich Wedelstädt für die CDU aufstellen und gehörte bis 1979 als CDU-Stadtverordneter dem Rat der Stadt an. Er war Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses sowie des Beschlussausschusses des Rates. Die Stadt Mülheim ehrte ihn 1975 für seine langjährige Abgeordnetentätigkeit mit dem goldenen Ehrenring.[5]

Familie

Helmuth von Wedelstädt heiratete 1959 in Mülheim an der Ruhr Ingrid Krämer, die in erster, geschiedener, Ehe mit dem Oberstleutnant Norbert Tschäpe liiert war. Ingrid und Helmuth von Wedelstädt hatten einen gemeinsamen 1960 geborenen Sohn Dirk. Helmuth adoptierte im gleichen Jahr seinen Stiefsohn Joachim Tschäpe, der damals Theologie studierte. Ingrid war die Tochter der Margarete Busch und des Architekten Wilhelm Krämer (auch Wilhelm Kraemer-Mühlheim geschrieben).[6]

Genealogie (Auszug)

Literatur

  • Dokument: Helmut von Wedelstädt, Landeshauptmann, Chef der Zivilverwaltung für Zichenau "Bericht über die Tätigkeit des Chefs der Zivilverwaltung bei der 3. Armee - später Sonderstab Südostpreußen für den Bezirk Zichenau" 1939-1940. In: Bibliothek des Pilecki-Instituts in Warschau u. Berlin

Einzelnachweise

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