Hengameh Panahi

iranisch-französische Filmproduzentin und Filmvertriebsagentin From Wikipedia, the free encyclopedia

Hengameh Panahi (persisch هنگامه پناهی; geboren 5. April 1956 in Teheran; gestorben 5. November 2023 in Frankreich) war eine französisch-iranische Filmproduzentin. Sie leitete den Filmvertrieb „Celluloid Dreams“ und wurde 2022 ins französische Oscar-Komitee berufen.

Leben und Werk

Panahi kam in Teheran zur Welt[1] und besuchte dort die französische Schule. Zur weiteren Ausbildung wurde sie mit zwölf nach Belgien geschickt. Sie studierte Journalismus und Sprachen und arbeitete als Übersetzerin. Mit der Filmwelt kam sie erstmal in Berührung, als sie für einen Dokumentarfilm den Schnitt, das Drehbuch und das Stimmen-Casting übernahm.[2]

Nachdem sie beim Brüsseler Animationsstudio „Graphoui“ das internationale Geschäft übernommen hatte, gründete sie 1985[3] die Filmvertriebs- und Produktionsfirma „Celluloid Dealers“. 1993 zog sie nach Paris, das Unternehmen hieß ab da „Celluloid Dreams“[4]. Mit „Celluloid Dreams“ lancierte Panahi die Karrieren vieler später bekannter Arthouse-Regisseurinnen und -regisseurinnen.[5] Sie koproduzierte Jacques Audiards Ein Prophet, Marjane Satrapis Persepolis, Julie Delpys Die Gräfin sowie Abbas Kiarostamis Wo ist das Haus meines Freundes?.[6] Als eine der ersten sah sie das internationale Potential japanischer Arthouse-Filme[3] und vermarktete Werke von Takeshi Kitano, Hirokazu Kore-eda und Naomi Kawase. Laut eigener Aussage machte es ihr Freude, neue Talente aus dem Mittleren Osten und aus Asien zu entdecken.[7] Panahi war lange zuständig für den internationalen Vertrieb der Filme Dschafar Panahis,[8] mit dem sie nicht verwandt war.[5] Drei der von ihr vertriebenen Filme gewannen beim Filmfestival von Venedig den Goldenen Löwen.[9] Die von ihr vermarkteten Filme Das Kind (Regie: Dardenne-Brüder) und Ich und Du und Alle, die wir kennen (Regie: Miranda July) gewannen 2005 gleichzeitig Goldene Palmen in Cannes.[10]

Panahi war Mitglied der deutsch-französischen Filmakademie.[11] 2022 wurde sie in das neu ausgerichtete französische Oscar-Auswahlkommittee berufen.[12]

2023 starb Panahi nach langer Krankheit.[13]

Einzelnachweise

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