Henning Schmidgen

deutscher Wissenschaftshistoriker und Medienwissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Henning Schmidgen (* 1965 in Münster) ist ein deutscher Psychologe, Wissenschaftshistoriker und Medienwissenschaftler. Er ist Professor für Medientheorie und Wissenschaftsgeschichte an der Bauhaus-Universität Weimar.

Leben und Leistungen

Schmidgen studierte an der Freien Universität Berlin Psychologie, Philosophie und Linguistik und promovierte dort 1996 in Psychologie. An der Universität Paris VII absolvierte er einen Aufbaustudiengang in Psychoanalyse. Er forschte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales und an der Stanford University. Im Jahr 2000 war er Gründungsmitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle.[1] Von 2000 bis 2011 war er am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Abt. III, Hans-Jörg Rheinberger) in Berlin tätig und ist Mitbegründer des Digitalisierungsprojekts Virtual Laboratory. 2005/2006 war er Gastprofessor an der Harvard University. Ab 2011 war Schmidgen Professor für Medienästhetik an der Universität Regensburg. 2011 wurde er an der Bauhaus-Universität Weimar für die Fächer Medienwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte habilitiert. Seit 2014 ist er dort Professor für Medientheorie. Von 2015 bis 2019 war Schmidgen als Prodekan für Studium und Lehre an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität tätig. Ab 2019 war der Dekan der Fakultät Medien.

Schwerpunkte seiner Forschung sind die Geschichte der experimentellen Neurowissenschaften, die Historische Epistemologie und die Ästhetik der Maschinen.

Auszeichnungen

  • 2000–2005: Gründungsmitglied der Jungen Akademie[2]
  • 2007: Schachterle Essay Prize, Society for Science, Literature and the Arts[3]
  • 2010: Paul-Bunge-Preis[4]
  • 2011: Preis für Übersetzungsförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels[5]

Schriften (Auswahl)

Als Autor

Als Herausgeber

  • Ästhetik und Maschinismus: Texte von und zu Félix Guattari. Merve, Berlin 1995, ISBN 3-88396-121-3.
  • Bühnen des Wissens. Interferenzen zwischen Wissenschaft und Kunst. Dahlem University Press, Berlin 2003, ISBN 3-934504-13-2.
  • Kultur im Experiment. Kadmos, Berlin 2004, ISBN 3-931659-66-6.
  • Das Irrsal hilft, hrsg. mit Rainer Maria Kiesow, Berlin: Merve, 2004.
  • Kritisches Wörterbuch, hrsg. und übers. mit Rainer Maria Kiesow, Berlin: Merve, 2005.
  • Maß und Eigensinn: Studien im Anschluß an Georges Canguilhem. Fink, München 2005, ISBN 3-7705-4094-8.
  • Lebendige Zeit. Wissenskulturen im Werden. Kadmos, Berlin 2005, ISBN 3-931659-69-0.
  • Georges Canguilhem, Wissenschaft, Technik, Leben: Beiträge zur historischen Epistemologie. Übersetzt von Ronald Voullié u. a. Merve, Berlin 2006, ISBN 3-88396-224-4.
  • Parasiten und Sirenen: Zwischenräume als Orte der materiellen Produktion von Wissen. Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-870-4.
  • (Hrsg., mit Safia Azzouni, Christina Brandt, Bernd Gausemeier, Julia Kursell, Barbara Wittmann) Eine Naturgeschichte für das 21. Jahrhundert. Hommage à/Zu Ehren von/In Honor of Hans-Jörg Rheinberger. Berlin: o. V., 2011. Neuausgabe Berlin: Alpheus, 2014, ISBN 3-00-033469-6.
  • (Hrsg., mit Jutta Müller-Tamm und Tobias Wilke) Gefühl und Genauigkeit. Emprirische Ästhetik um 1900. München: Fink 2014, ISBN 978-3-77055-584-0,
  • Félix Guattari, Schriften zur Kunst. Berlin: Merve, 2016, ISBN 978-3-88396-371-6.
  • Félix Guattari, Planetarischer Kapitalismus. Berlin: Merve, 2018, ISBN 978-3-96273-006-2.
  • Georges Canguilhem: Über Maurice Halbwachs, und mit einem Essay zum Problem der Umwelt, August Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-7518-9007-6.
  • Foucault, digital [mit Bernhard Dotzler], meson Press, Lüneburg 2022, ISBN 978-3-95796-198-3.

Als Übersetzer

Einzelnachweise

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