Henschel DG 13

Kleinlokomotive von Henschel From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Baureihe DG 13 sind Kleinlokomotiven von Henschel. Die Lokomotiven gehörten zur Typenreihe DG (Diesel-Getriebe-Lokomotive) des Herstellers. Es ist nicht genau bekannt, wie viele Lokomotiven insgesamt für den Vertriebspartner R. Dolberg mit eigener Bezeichnung hergestellt wurden. Aufgabe der Lokomotive war der Verschub auf Feldbahngleisen in privaten Betrieben.

Schnelle Fakten
Henschel DG 13
erhaltene Lokomotive vom Regulierungswehr Wagshurst
erhaltene Lokomotive vom Regulierungswehr Wagshurst
erhaltene Lokomotive vom Regulierungswehr Wagshurst
Nummerierung: R. Dolberg
Anzahl: bekannt 21
Hersteller: Henschel, Kassel
Fabriknummer 22199
D-1432 … 2183
Baujahr(e): 1933–1951
Achsfolge: B dm
Spurweite: 600 mm
Länge: 2000 mm
Breite: 1200 mm
Höhe: 1450 mm
Dienstmasse: 3,2 t
Reibungsmasse: 3,2 t
Radsatzfahrmasse: 1,6 t
Höchstgeschwindigkeit: 13 km/h
Installierte Leistung: 13/15 PS
Anfahrzugkraft: 7 kN
Motortyp: Lanova
Motorbauart: 1-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor
Leistungsübertragung: mechanisch mit 4-Gang-Getriebe
Bremse: Handbremse
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Es sind 21 Lokomotiven bekannt, die in verschiedenen Museen in Europa vorhanden sind.

Entwicklung und Verbleib

Von Henschel wurden die Lokomotivtype als Motor-Getriebe-Kleinlokomotiven bezeichnet und war in dieser Lokkategorie die kleinste und schwächste Maschine.[1] Nach Katalog-Angaben wurden die Lokomotiven in den Spurweiten 500–760 mm gefertigt. In der Lieferliste von Henschel ist nur die eine Fabriknummer 22199 ab 1933 für R. Dolberg in der Feldbahnspurweite 600 mm aufgeführt.[2] Tatsächlich wurden aber bei R. Dolberg eine Liste von Loks geführt, die mit D anfing und vierstellig war.

Wie lange die Lokomotiven in Betrieb waren, ist nicht bekannt. Es wurde über sie keine Einsatzstatistik geführt.

In der Lieferliste sind keine weiteren Lokomotiven mehr bekannt, die über R. Dolberg weiterverkauft wurden. Über die genaue Zahl der gefertigten Fahrzeuge existieren keine Unterlagen. Heute existieren noch 21 Fahrzeuge. Sie trugen die Nummern D-1432D-2183. Dabei waren auch einige Fahrzeuge vom Typ DG 26. Die Fahrzeuge sind bei verschiedenen Vereinen und im Privatbesitz. Das Frankfurter Feldbahnmuseum besaß bis 2006 die Lokomotive D-1874 von 1941, diese wurde privat weiterveräußert. Die Lokomotive D-1989 von 1947 befindet sich im Feldbahnmuseum Oekoven. Die einzige erhaltene Lokomotive in der Spurweite 500 mm ist die D-1703 von 1939, sie gelangte an ein Kalkwerk in Rupprechtstegen und befindet sich im Feldbahn-Museum 500 in Nürnberg.

Auch in das Ausland wurden die Lokomotiven verkauft. So wurde das Vorhandensein von Lokomotiven Henschel DG 13 in Luxemburg erwähnt. Die zweitälteste bekannte Lokomotive D-1442 von 1937 gelangte von R. Dolberg an ein Bauunternehmen in Linz und wurde 1984 von der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte übernommen. Die Lokomotive D-1803 von 1940 wurde an einen Bauunternehmer in Salzburg geliefert und befindet sich beim Verein zur Förderung von Klein- & Lokalbahnen Groß Schwechat. Die Lokomotive D-1883 von 1941 war bei verschiedenen Unternehmen in der Steiermark eingesetzt und steht in einem Feldbahnmuseum in Wien.

In die Niederlande wurde mit der D-2183 die einzige bekannte Lokomotive mit Spurweite 700 mm geliefert, sie war bei der Steenfabriek Rusthoven in Appingedam im Dienst, seit 1992 befindet sich die Lok im Industrieel Smalspoor Museum in der Provinz Drenthe.

Technische Beschreibung

Henschel Diesel-Getriebe-Lokomotiven Type DG 13

Die Motoren waren nach dem System Lanova aufgebaut und stammten wie die mechanischen Getriebe aus dem Lastkraftwagenbau von Henschel. Die Bezeichnung der Lokomotive leitet sich wie folgt ab: DG = Diesel-Getriebe-Lok und 13 = Motorleistung 13 PS. Sie entstanden auf der Grundlage eines Vertriebsabkommens mit der Maschinen- und Feldbahn-Fabrik R. Dolberg, das bis 1951 Gültigkeit hatte. Henschel war für die Fertigung zuständig, während der Vertrieb durch Dolberg abgewickelt wurde.

Die Lokomotiven besitzen einen Vorbau und wurden ohne Führerhaus produziert. Die halbrunde Form des Vorbaues, der waagerecht angeordnete Fahrschalter und der rechts angeordnete Bremshebel sind Merkmale der Lokomotive.[3]

Der Einzylinder-Viertakt-Dieselmotor hat einen stehenden Zylinder, der über eine Lamellenkupplung ein mechanisches Viergang-Getriebe mit Wendegetriebe antrieb. Die Antriebsachsen werden über ein Kettenpaar angetrieben.[3] Die Lokomotive war mit einer mechanischen Bremse ausgerüstet. Sie waren nur für den Betrieb auf Feldbahnen zugelassen. Die Zug- und Stoßeinrichtung war als Mittelpuffer-Kupplung ausgeführt. Die Lokomotive war nach Katalog in der Lage, bei Höchstgeschwindigkeit in der Ebene 20 t zu ziehen, bei 5 ‰ waren es 12 t, bei 10 ‰ 8 t und bei 25 ‰ noch 3 t.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Karl R. Repetzki: Bau-, Feldbahn-, Kleinbahn- und Industrielokomotiven von Henschel, Steiger-Verlag, Moers 1982/83, ISBN 3-921564-52-2, Seite 103 ff.

Einzelnachweise

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