Herbert Engst

deutscher Messemanager From Wikipedia, the free encyclopedia

Herbert Engst (* 5. März 1903 in Leipzig; † 27. Mai 1967 in Düsseldorf) war ein deutscher Messemanager.

Leben

Herbert Engst wurde als Sohn eines kaufmännischen Vertreters geboren und besuchte die Oberrealschule in Leipzig.

Er studierte Volkswirtschaft, Statistik, Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig. Während seines Studiums wurde er 1922 Mitglied der Leipziger Burschenschaft Suevia, der er nach seinem Studium als Alter Herr verbunden blieb.[1] 1929 wurde er Diplom-Volkswirt und ging als Volontär ins Leipziger Messeamt, wo er später Hauptreferent für Marktanalyse, Zahlungswesen, Statistik und Ausstellungsbetreuung wurde. 1935 wurde er in Leipzig zum Dr. rer. pol. promoviert. Am Zweiten Weltkrieg nahm er ab 1939 drei Jahre lang als Soldat an der Front teil und geriet in Gefangenschaft.

Nach seiner Entlassung 1945 wurde er Zweiter Geschäftsführer des Leipziger Messeamts.

1947 floh er aus der Sowjetischen Besatzungszone nach Düsseldorf, wo er Prokurist und Organisationsleiter der Nordwestdeutschen Ausstellungs-Gesellschaft mbH (NOWEA) wurde. 1948 war er als Leiter und Organisator für die Durchführung der Deutschen Industrieausstellung in New York 1949 verantwortlich, welche die erste Messe-Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland im Ausland war.[2] Am 1. Oktober 1951 wurde er alleiniger Geschäftsführer der NOWEA. Er war für die Entwicklung der großen internationalen Messen in Düsseldorf zuständig: Drupa, Kunststoffmesse, Interkama, Interpack, GIFA, Große Deutsche Schuhmusterschau, Deutsche Rundfunk-, Fernseh- und Phonoausstellung, Internationale Ausstellung für Jagd- und Sportfischerei. Auch für die Fortführung der Internationalen Verkaufs- und Modewochen für Damenoberbekleidung war Engst verantwortlich. Auf 47 weltweiten Messeplätzen war er für ungefähr 200 Projekte verschiedener Bundesministerien zuständig, unter anderem für die Deutsche Industrieausstellung 1956 in Helsinki und die Durchführung der gesamten deutschen Beteiligung an der Weltausstellung 1958 in Brüssel.

Engst gehörte zahlreichen internationalen Gremien für das Messewesen an.

Ehrungen

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Entwicklung der Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten seit Beginn bis zum Bürgerkrieg. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Dissertation Universität Leipzig, Dresden 1936.
  • 450 Jahre Leipziger Messeprivileg Kaiser Maximilians I. Leipzig 1947.
  • Düsseldorf. Die Ausstellungsstadt. Ein Beitrag zur Ausstellungsgeschichte Düsseldorfs. Düsseldorf 1949.
  • Die Military Government German Exhibition Industry Show, New York vom 9. bis 24. April 1949. Ihr Verlauf u. Erfolg. Düsseldorf 1949.
  • Die Westdeutsche Beteiligung an der St. Eriks-Messe, Stockholm. Düsseldorf 1949.
  • Allgemeine Messen, Fachmessen ein Beitrag zur Diskussion über die deutsche Messefrage. Düsseldorf 1952.
  • mit Leonhard Owsnicki: 145 Jahre im Dienst der Wirtschaft: Düsseldorfer Ausstellungen in Bildern. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte deutscher Ausstellungen. Düsseldorf 1957.
  • 75 Jahre Leipziger Burschenschaft Suevia zu Köln, vom Werden und Wesen einer deutschen Korporation. Köln 1961.

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI