Herbert Sukopp
deutscher Botaniker, Ökologe und Hochschullehrer (1930-2026)
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Herbert Sukopp (* 6. November 1930 in Berlin; † 3. Februar 2026 ebenda[1]) war ein deutscher Botaniker und Ökologe. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Sukopp“.
Leben
Sukopp studierte Botanik, Geologie und Soziologie in Berlin. 1960 erfolgte die Promotion bei Erich Werdermann an der Freien Universität Berlin. Zehn Jahre später wurde er im Fachgebiet der Botanik an der TU Berlin habilitiert.
1969 wurde er zum Professor ernannt, ab 1974 bis 1996 war er ordentlicher Professor und Leiter des Fachgebietes Ökosystemforschung und Vegetationskunde im Institut für Ökologie der TU Berlin. Er übernahm Verantwortung als Landesbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege sowie als Vorsitzender des Sachverständigen-Beirates für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin. Außerdem wurde er Mitglied des Deutschen Rats für Landespflege und der Zentralen Kommission für Biologische Sicherheit, Mitglied und Stellvertretender Vorsitzender beim Rat der Sachverständigen für Umweltfragen der Bundesregierung.
Seine Hauptforschungsgebiete waren Stadtökologie, Vegetationskunde, biologische Invasion und Naturschutz. Sukopp gilt als Begründer stadtökologischer Forschung in Deutschland, die er zusammen mit anderen seit den 1970er Jahren am Institut für Ökologie der TU Berlin etabliert hatte.[2][3]
1974 gab Sukopp die erste in Deutschland erschienene Rote Liste gefährdeter Pflanzenarten heraus[4] und regte auch die Erarbeitung Roter Listen gefährdeter Tier- und Pflanzenarten für Berlin an, die seit 1982 erarbeitet[5] und danach regelmäßig aktualisiert worden sind. Sukopp leitete ab 1979 eine Arbeitsgruppe, die erstmals Methoden zur Biotopkartierung in Siedlungen etabliert hat.[6][7] Zusammen mit Rüdiger Wittig gab Sukopp 1993 das erste Fachbuch zur Stadtökologie mit Ansätzen aus verschiedenen Disziplinen heraus.[8] Im Februar 2026 starb Herbert Sukopp im Alter von 95 Jahren.
Literatur
- Herbert Sukopp: „Rote Liste“ der in der Bundesrepublik Deutschland gefährdeten Arten von Farn- und Blütenpflanzen. 1. Fassung. In: Natur und Landschaft 49: 315–322. Kohlhammer, 1974.
- Herbert Sukopp: Stadtökologie. Das Beispiel Berlin. Reimer, 1991. ISBN 978-3-496-00970-2
- Ingo Kowarik, Uwe Starfinger, Ludwig Trepl (Hrsg.): Dynamik und Konstanz. Festschrift für Herbert Sukopp. Bundesamt für Naturschutz, Landwirtschaftsverlag, Münster 1995, ISBN 3-89624-000-5, Inhaltsverzeichnis.
Auszeichnungen (Auswahl)
Filme
- Der Pflanzenprofessor. Mit Herbert Sukopp durch Berlin. Dokumentarfilm, Deutschland, 2008, 28:50 Min., Buch und Regie: Heiderose Häsler, Produktion: rbb, Inhaltsangabe von ARD.
- Berliner Pflanzen. Das wilde Grün der Großstadt. Dokumentarfilm, Deutschland, 2006, 29 Min., Buch und Regie: Heiderose Häsler, Produktion: rbb, Erstsendung: 6. Oktober 2006 bei rbb, Inhaltsangabe ( vom 28. Juli 2014 im Webarchiv archive.today) von rbb, mit Herbert Sukopp auf Pflanzenexkursion.
Weblinks
- Literatur von und über Herbert Sukopp im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Univ. - Prof. em. Dr. Dr. h. c. Herbert Sukopp. In: TU Berlin – Fachbereich Ökosystemkunde/Pflanzenökologie
- Autoreneintrag für Herbert Sukopp beim IPNI
- Biografie in der Festschrift 125 Jahre Technische Universität Berlin