Hermann Brandt (Kapellmeister)

preußisch-deutscher Kornettist und Kapellmeister From Wikipedia, the free encyclopedia

Friedrich Louis Hermann Brandt (* 10. April 1850 in Stadtilm; † 8. Januar 1898 in Köln) war ein preußisch-deutscher Kornettist und Kapellmeister. Er gilt als der erste Leiter einer „Städtischen Kapelle“ in der preußischen Stadt Duisburg und betrieb daneben einen Musikalienhandel. Die Kapelle wird heute als Vorgängerin der Duisburger Philharmoniker angesehen.

Leben

In Thüringen und Düsseldorf

Hermann Brandt wurde am 10. April 1850 als Friedrich Louis Hermann in der thüringischen Kleinstadt Stadtilm geboren. Er war der Sohn des Webermeisters Johann Christian Friedrich Brandt und seiner Ehefrau Johanna Christine Elisabeth Caroline, geborene Krannich. Seine frühe musikalische Ausbildung erhielt Brandt in Arnstadt in der dortigen Musikschule. Neben dem Klavier und der Violine wurde er hier am Piston ausgebildet.

Als 20-Jähriger wurde Brandt eingezogen und kämpfte 1870/1871 im Deutsch-Französischen Krieg. Während der Auseinandersetzung lag Brandt vor Metz und zog sich hier Rheumatismus zu, der ihn sein Leben lang begleitete. Vielleicht war er während des Krieges auch als Regimentsmusiker tätig. Nach Kriegsende zog Brandt nach Düsseldorf und gründete hier eine Kapelle, in der Streicher und Holzbläser versammelt waren. Es gelang ihm schnell, die Musiker von den Eintrittsgeldern zu bezahlen.

In Duisburg war bereits seit 1874 die Idee entstanden, eine in der Stadt ansässige Kapelle zu verpflichten, die regelmäßig in den Lokalen „Zum Grunewald“, „Schützenburg“ und „Burgacker“ auftreten sollte. Am 16. Juni 1875 gelang es der Duisburger „Gesellschaft Vereinigung am Grunewald“ die Kapelle Brandt aus Düsseldorf zu engagieren. Die Zeitungen waren von den 25 Musikern um Brandt begeistert. In der Folge traten einige Bürger aus Duisburg an Brandt heran, ob dieser sich ganz in der Stadt niederlassen wolle.[1]

In Duisburg und Köln

Hermann Brandt nahm das Angebot wahr und zog am 31. Juli 1877 nach Duisburg. Zunächst veranstaltete er hier Abonnement-Konzerte in der „Schützenburg“. Zwar erhielt Brandt in Duisburg finanzielle Zuwendungen von Bürgerseite, um die zweijährige Ansässigmachung sicherzustellen, Geldprobleme begleiteten ihn aber weiterhin. Es gelang Brandt das Orchester immer wieder um auswärtige Musiker zu verstärken. So war der Berliner Harfenist Ludwig Richter zeitweise bei ihm engagiert.[2]

Ab dem 7. Februar 1878 kursierte ein Schreiben innerhalb der Duisburger Bürgerschaft, in dem die Unsicherheit des Engagements Brandts herausgestellt wurde. Darin stand: „Herr Kapellmeister Brand ist gezwungen, binnen sehr Kurzem unsere Stadt zu verlassen, da ihm bei seinen bisherigen Einnahmen ein ferneres Bestehen hierselbst unmöglich ist.“ In der Folge wurde ein „Comité Brandtsche Kapelle“ ins Leben gerufen, durch das weitere Spenden aus der Bürgerschaft eingingen.

Ab Herbst 1878 übernahm Brandt auch die Organisation des Duisburger Theaters, dessen Auftritte sich bisher auf einige durchreisende Theatergruppen beschränkte. 1881 kann Brandt in der Duisburger Wallstraße fassbar gemacht werden, er zog vor 1888 allerdings in die Königstraße, wo er im eigenen Haus ein Musikaliengeschäft eröffnete, das er 1889 um einen Zigarrenladen erweiterte.

Mit der Einweihung der Tonhalle in der Stadt erhielt die Brandtsche Kapelle eine feste Spielstätte. Im Jahr 1889 gab Brandt die Kapelle als Privatunternehmen auf, die Musiker konstituierten sich in der Folge als „Städtisches Orchester“ und teilten sich die Einnahmen des Abends. Am 15. Januar 1893 nahm Brandt seinen Abschied vom Orchester, wobei hierfür gesundheitliche Gründe ausschlaggebend gewesen sein könnten. Weiterhin betrieb er in Duisburg noch den Musikalienhandel, ehe er 1896 nach Köln zog. Dort eröffnete er am Gereonsdriech ein Klaviergeschäft. Hier starb er am 8. Januar 1898 mit 47 Jahren.[3] Er wurde in der Familiengrabstätte auf dem Kölner Melaten-Friedhof beigesesetzt.[4]

Familie

Am 7. Juni 1881 heiratete Hermann Brandt in Duisburg Emma Theodore Christine Lisette Odenwald (1857 Duisburg–1917), die Tochter des damaligen Gymnasial-Kassenredenten Carl Theodor Odenwald und dessen Ehefrau Adriane Elisabeth Johanna, geborene Schlüter. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, die beide als Kaufleute wirkten.

  • Theodor Friedrich Felix Brandt (1883–1957), Kaufmann, Köln-Nippes
  • Hermann Robert Emil Brandt (1885–1967), Kaufmann, Köln[5]

Literatur

  • Hans Schaffner: Kapellmeister Hermann Brandt. In: Hans Homann (Hrsg.): Heimat Duisburg 5. Jhg. (1963). Duisburg 1963. S. 120–125.

Einzelnachweise

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