Hermann Gerner
Mitglied im Deutschen Schützenbund (DSB)
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Hermann Gerner (* 5. Februar 1892 in Karpfreiss, Provinz Schlesien, Deutsches Reich; † 1. Februar 1983 in Destedt, Niedersachsen) war Mitglied im Deutschen Schützenbund (DSB), Ehrenpräsident der Braunschweiger Armbrustschützen-Gilde sowie Bundesschiedsrichter der Armbrustschützen Deutschlands. Seine Erfahrungen als Politischer Leiter und Kreishauptstellenleiter der NSDAP für Organisation in Sorau und die eines Revierförsters nutzten die Alliierten für Reparationsleistungen zum Wiederaufbau zerstörter Eisenbahnstrecken in der Sowjetunion.

Leben

Hermann Gerner war Forstaufseher und Stadtrevierförster von 1923 bis 1945 in Sorau, der Dienstsitz war die Heide-Försterei, seine fachliche Ausbildung erwarb er an der Königlichen Forstlehranstalt in Eberswalde. Im Ersten Weltkrieg diente er als Sergeant einer Dragoner-Einheit des Deutschen Heeres wurde bei Verdun schwer verletzt und verschüttet. Auf Grund der Kriegsbeschädigung organisierte er sich im Verein der Schwerkriegsbeschädigten und Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges, später NSKOV. Mit Einführung des Ermächtigungsgesetzes der NSDAP stellte er am 1. Mai 1933 als kriegsversehrter städtischer Forstbeamter einen Aufnahmeantrag in die NSDAP. Seine Mitgliedsnummer war 2.348.133.[1] Innerhalb die NS-Partei war er im Kreisstab der Kreisleitung Sorau tätig, ab 1942 dann als Kreishauptstellenleiter für Organisation (Dienstrang - gleichzusetzen mit einem Major der Wehrmacht).[2] In der Kreisleitung organisierte Gerner Hilfsmaßnahmen vor und nach Luftangriffen, zum Beispiel ob Verpflegung und Notquartiere bereitgestellt wurden und der Hausrat der Geschädigten gesichert wurde. Der Einsatz von Hilfskräften und Zwangsarbeitern und das Löschen von Bränden gehörte zu den Aufgaben.
Der Kreisleiter Hans Briesen, der unmittelbare Vorgesetzte Gerners rief am 12. Februar 1945 die Einberufung des Jahrgangs 1929 aus. Der Volkssturm Sorau bildete am 11. Februar Sturmmänner im Schießen und den Jugendvolkssturm im Umgang mit der Panzerfaust aus. Am 13. Februar erreichten die ersten russischen Panzer Sorau. Der Rangfolge nach rückte Gerner als Politischer Leiter in den letzten Kriegsmonaten für den Aufstellort Sorau-Forst noch zum Leiter und Hundertschaftsführer des Volkssturmes Battaillion 16 / 340 mit vier Kompanien auf, mit der Aufgabe die Rote Armee am schnellen Vormarsch auf Berlin zu behindern.(Sämtliche Kreishauptstellenleiter waren Politische Leiter in der Kreisleitung)[3]. In Folge der heftigen Gefechte im Sturm der Roten Armee auf Berlin wurde Gerner noch mit Wehrmachtverbänden vereint kämpfend in den letzten Tagen vor Berlin verwundet.
Reparationsleistungen

Im Mai 1945 internierte man ihn südlich von Berlin in ein Kriegsgefangenenlager. Gerner wurde dort als Leiter einer militärischen Reparationseinheit unter sowjetischer Führung in Lehnin eingesetzt und wohnte mit seiner Frau im Ort. Die Einheit hatte die Aufgabe täglich einen Zug mit gesägten Eisenbahnschwellen zu beladen und zum Abtransport in die Sowjetunion bereitzustellen. Die Nebenbahn mit einer Normalspur gab dafür die Voraussetzung die Züge ab Groß Kreutz gen Osten abzufahren. Das sowjetische Internierungslager Lehnin konnte dafür über 2000 Arbeitskräfte stellen. Das Sägewerk Nahmitz in Lehnin produziert heute noch Bauhölzer. [4] Nach Überprüfung durch die Alliierten kam Gerner dieser Aufgabe bis 1949 nach.
- Flucht
Auf Anraten eines seiner russischen Vorgesetzten beendete Hermann Gerner die Tätigkeit als von Alliierten angestellter Sägewerksleiter mit einer Flucht in die französische Besatzungszone nach Bad Kreuznach, seine Option war die Deportation als Kriegsgefangener in die Sowjetunion.
Politisches Wirken in der jungen Bundesrepublik
In Westdeutschland gründete er 1949 in Frankfurt am Main für den Raum Hessen-Rheinland-Pfalz einen Heimatvertriebenen Verband der Landsmannschaft Berlin-Mark Brandenburg. Zur gleichen Zeit wurde in Hamburg am 9. Oktober 1949 die Landsmannschaft Berlin-Mark Brandenburg gegründet. Er arbeitete als Einzelhändler und wurde 1953 pensioniert. 1961 zog Gerner nach Destedt in Niedersachsen und wurde 1965 für seine ehrenamtliche Arbeit im Verband der Heimatvertriebenen gewürdigt.[5]
Gesellschaftliches Wirken im DSB
Gerner trat in Braunschweig Armbrust-Schützen-Gilde bei und wurde ihr Präsident und war bis zu seinem Tode ihr Ehrenpräsident. Im DSB war er Bundesschiedsrichter der Armbrustschützen Deutschlands. Ihm zu Ehren wurde von Braunschweiger Schützen der Hermann-Gerner-Gedächtnis-Wanderpreis gestiftet. Verheiratet war er mit Emma, geb. Alt, hatte drei Söhne und zwei Töchter.[6]
- Ehrenkreuz 1961 ff.
- Doppeladler 1980
- Holzadler 1982
Literatur
- Kristian Schmidt, Ein Blick(e) in den Stadtwald von Zary (früher Sorau), Museum der Stadt Forst(Lausitz) e.V., Forster Jahrbuch, Band XVI, 2025-02, ISBN 978-3-00-082486-9, Seiten 223–37
- R. Bitiner, Karpfenernte in den Sieben Teichen, Fischer und Förster Hermann Gerner, Sorauer Tageblatt, Nr. 244, 1939-10-19, Seite 7