Hermann Heisig

deutscher Choreograf, Tänzer, Performer und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Hermann Heisig (* 1981 in Leipzig) ist ein deutscher Choreograf, Tänzer, Performer und Autor.

Leben und Ausbildung

Hermann Heisig wurde 1981 in Leipzig geboren. Er stammt aus einer Künstlerfamilie: Sein Vater Johannes Heisig ist Maler, sein Großvater Bernhard Heisig war einer der bedeutendsten Künstler der DDR und Mitbegründer der Leipziger Schule.[1][2]

Ende der 1990er Jahre begann er autodidaktisch mit zeitgenössischem Tanz und führte erste Solo-Performances in Leipziger Galerien und urbanen Räumen auf.[3] Ab dem Jahr 2000 lebte er in Berlin, wo er eine professionelle Ausbildung im zeitgenössischen Tanz absolvierte; zudem nahm er im Rahmen des renommierten Fortbildungsprogramms ex.e.r.ce, das von der Choreografin Mathilde Monnier ins Leben gerufen wurde, an einer Residenz in Montpellier (Frankreich) teil.[4]

Künstlerische Arbeit

Heisigs Arbeit zeichnet sich durch eine eigenwillige Bewegungssprache aus, die Effizienz hinterfragt und physische Reibung, Kontrollverlust, Komik und performative Überraschungen als künstlerische Mittel einsetzt.[5][6][7]

Werke und Projekte

  • 2018: slave to the rhythm – Gruppenstück über die Verbindung von Musik und Körper.[8]
  • 2021: Ich steh auf und setz mich wieder hin (Feste des Handelns) – Duo mit Angelika Waniek.[5]
  • 2024: LATE NIGHT DADA – choreographischer Parcours zwischen Bewegung, Klang und Sprache.[9]
  • 2025: Singing Machine – Solo-Performance zwischen Tanz, Stimme und absurd-komischem Entertainment.[10]

Forschungs- und Kollaborationsprojekte

Seit 2020 arbeitet Heisig mit der Künstlerin und Autorin Anna Zett an RESONANZ – Postsozialistische Gruppenimprovisation, einem partizipativen Forschungsformat, das persönliche und historische Erinnerungen an die DDR durch Improvisation erforscht.[11][12]

Stil und Wirkung

Kritiker beschreiben Heisigs Arbeiten als spielerisch, anarchisch und oft dadaistisch.[13] Humor und Absurdität dienen dazu, traditionelle Körper- und Bewegungsbilder zu hinterfragen. Rezensionen loben seine Performances als „pure Bühnenenergie“ und als „erfrischenden Theaterausflug, der vom Luxus des zeit- und ziellosen Fantasierens erzählt“.[14][15]

Sonstiges

2008 entstand in Zusammenarbeit mit Nuno Lucas das Duett PONGO LAND. Als Teil des europäischen ›looping‹-Projektes setzte sich mit WHAT COMES UP/ MUST GO UP diese Zusammenarbeit für 2009 fort. Für Herbst 2009 arbeitete Heisig mit der US-amerikanischen Choreographin Meg Stuart für CONNECTIONS zur Kreation eines neuen Stücks zusammen.[16]

Heisig war auf internationalen Tanz- und Performance-Festivals vertreten, darunter Tanz im August.[6][17]

Publikationen

Einzelnachweise

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