Heugraben

Gemeinde im Bezirk Güssing, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Heugraben (kroatisch Žarnovica; ungarisch Szénásgödör Heugrube, bis 1898 Sirovnicza)[1] ist eine Gemeinde mit 233 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Burgenland im Bezirk Güssing in Österreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Heugraben
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Heugraben
Heugraben (Österreich)
Heugraben (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Güssing
Kfz-Kennzeichen: GS
Fläche: 6,47 km²
Koordinaten: 47° 7′ N, 16° 11′ O
Höhe: 249 m ü. A.
Einwohner: 233 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 36 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7551
Vorwahl: 03326
Gemeindekennziffer: 1 04 24
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Heugraben 120
7551 Heugraben
Politik
Bürgermeister: Walter Zloklikovits (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(11 Mitglieder)
7
4
7 4 
Insgesamt 11 Sitze
Lage von Heugraben im Bezirk Güssing
Lage der Gemeinde Heugraben im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)InzenhofMoschendorf
Lage der Gemeinde Heugraben im Bezirk Güssing (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen
BW

Der Ort zählt zum Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten, wobei deren Anteil an der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig ist (1961: 69 %; 2001: 14,2 %).

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Heugraben ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Eingemeindung und Ausgemeindung

Am 1. Jänner 1971 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Bocksdorf, Heugraben und Rohr im Burgenland gemäß Gemeindestrukturverbesserungsgesetz vom 1. September 1970 zur neuen Gemeinde Bocksdorf zusammengeschlossen.[2] Per Verordnung der Burgenländischen Landesregierung vom 27. November 1991 wurde die Gemeinde Bocksdorf mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1992 wieder in die drei Gemeinden Bocksdorf, Heugraben und Rohr im Burgenland getrennt.[3]

Nachbargemeinden

Bocksdorf Rauchwart
Rohr Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sankt Michael
Kukmirn

Geschichte

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Szénásgödör verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung

Heugraben: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
443
1880
 
471
1890
 
531
1900
 
488
1910
 
487
1923
 
481
1934
 
421
1939
 
386
1951
 
357
1961
 
281
1971
 
275
1981
 
261
1991
 
251
2001
 
250
2011
 
224
2021
 
222
2025
 
233
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Filialkirche Heugraben
  • Katholische Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit – Ein kleiner, blockhafter Bau mit halbrunder Apsis. Der gedrungene Südturm ist mit einem Spitzhelm ausgestattet. Dreijochiges Schiff, Platzlgewölbe zwischen Gurten auf breiten Pilastern. Dreiachsige Empore über Platzlgewölben und vorgebauchter Brüstung. Die Kirche wurde 1834 erbaut.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen:

  • Wukitsevits Montagen
  • Zickentaler Brauerei

Politik

Gemeindeamt und Feuerwehrhaus

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
40,91
(−17,64)
59,09
(+17,64)
20172022
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 9 Mitglieder.

Weitere Informationen Partei, 2017. ...
Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2022[5] 2017.[6] 2012.[7] 2007.[8] 2002[9] 1997[9]
Stimmen % M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M. Sti.%M.
SPÖ 143 59,09 7 9741,454 8739,553 10144,695 9842,985 10141,395
ÖVP 99 40,91 4 13758,555 13360,456 12555,316 13057,026 13454,926
FPÖ nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 93,690
Wahlberechtigte 269 252 242 260 256 260
Wahlbeteiligung 93,31 % 95,24 % 95,04 % 90,00 % 94,14 % 96,15 %
Schließen

Bürgermeister

Nach der Trennung der Gemeinde von Bocksdorf am 1. Jänner 1992, wurde Josef Bauer (ÖVP), der bereits neun Jahre im Bocksdorfer Gemeinderat war, zum Bürgermeister gewählt. Obwohl der gelernte Maurer und spätere Polier selbst auspendeln musste, gelang es ihm, wichtige Projekte in der Gemeinde umzusetzen. Die Errichtung eines neuen Gemeindeamts, des Feuerwehrhauses und des Bauhofes fiel ebenso in seine Amtszeit, wie die Schaffung von Wohnungen, die Neugestaltung des Ortsplatzes und des Kirchenplatzes sowie die Erneuerung der Infrastruktur (Kanal, Straßen, Gehwege und Straßenbeleuchtung). Parallel mit seiner Pensionierung legte er mit 5. Jänner 2017 auch seine Funktion als Bürgermeister zurück. Am 27. Jänner 2017 wurde sein Wunschnachfolger Mario Faustner (ÖVP), zuvor Mitglied im Gemeindevorstand, vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt.[10]

Bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1. Oktober 2017 wurde Faustner von 58,23 % der Wähler in seinem Amt bestätigt. Als Mitbewerber trat Walter Zloklikovits (SPÖ) an, der 41,77 % der Stimmen erhielt.[6] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Zloklikovits zum Vizebürgermeister gewählt. Faustner und Zloklikovits bildeten mit dem geschäftsführenden Gemeinderat Patrick Krammer (ÖVP) auch den Gemeindevorstand.[11]

Bürgermeister Mario Faustner (ÖVP) trat am 1. April 2021 aus persönlichen Gründen zurück. Vizebürgermeister Walter Zloklikovits (SPÖ) übernahm interimistisch die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl des Gemeindechefs.[12] Bei der Wahl am 5. September 2021 setzte sich Zloklikovits mit 65,1 Prozent gegen Manfred Orsolits (ÖVP) durch, die SPÖ stellte damit erstmals nach 67 Jahren wieder den Bürgermeister.[13]

Amtsleiterin ist Ute Gurdet.[14]

Literatur

  • Stefan Geosits (Hrsg.): Die burgenländischen Kroaten im Wandel der Zeit. Edition Tusch, Wien 1986, ISBN 3-85063-160-5.
  • Nikolaus Wilhelm-Stempin: Das Siedlungsgebiet der Burgenlandkroaten in Österreich, Ungarn, Mähren und der Slowakei. BoD. 2008, ISBN 978-3-8370-4278-8.
Commons: Heugraben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI