Hilaria von Ägypten
Protagonistin eines koptischen Heiligenlebens, Tochter des Kaiser Zenon
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Hilaria ist eine in mehreren altorientalischen Kirchen verehrte Heilige und angebliche Tochter des Kaisers Zenon (regierte 474–491). Sie ist ausschließlich durch die zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert entstandene, eindeutig fiktionale[1] Vita der Hilaria eines anonymen koptischen Autors bekannt, der sich als Heiliger Pampo († 373) ausgibt.
Die Überlieferung ihrer Legende ist vielfältig und in stark voneinander abweichenden Sprachfassungen erhalten.[2] Die Heiligenvita erzählt von Hilarias Flucht aus Konstantinopel, ihrer jahrelangen Verborgenheit als Mönch Hilarion im Kloster Abu Makar in der Sketis und der wundersamen Heilung ihrer von einem Dämon befallenen Schwester Theopiste. Nach einem kurzen Aufenthalt am kaiserlichen Hof kehrt sie nach Ägypten zurück und lebt dort bis zu ihrem Tod unerkannt als Mönch.[3] Die Erzählung christianisiert eine altägyptische Legende,[4] wirbt zugleich um kaiserliche Gunst und dient der symbolischen Legitimierung antichalkedonensischer Gruppen.[5] Der Gedenktag der Hilaria erscheint im Sinassarion Alexandrinum des Michael von Atrīb und Malīğ (13. Jahrhundert) am 21. Ṭūbah (bzw. 21. Ter in der äthiopischen Fassung),[6] in syrisch-jakobitischen Kalendern am 13. Kanūn II und im Martyrologium des Rabban Şlībā am 27. Tišrīn II. Außerhalb der orientalisch-orthodoxen Tradition fand ihre Verehrung keinen Niederschlag.[7]