Hofanlage Altensothrieth
Bauwerk in Südheide
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Die Hofanlage Altensothrieth ist ein Gehöft in der niedersächsischen Gemeinde Südheide, Ortschaft Unterlüß, im Landkreis Celle. Es wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut. Das Haupthaus wurde lt. Balkeninschrift 1820 errichtet. Das Areal ist im Besitz der Firma Rheinmetall und wurde von dieser als Landwirtschaftsbetrieb genutzt. Die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude stehen jetzt (2025) leer. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Südheide (Gemeinde)).[1]

Geschichte und Beschreibung
Der Flur- und Waldname Lüß wurde 1569 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort trägt seit 1919 den Namen Unterlüß.

Die Hofanlage, umgeben von Wald und Wiesen am Bach Sothrieth, besteht aus
- dem eingeschossigen, giebelständigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude von 1826 für Heinrich von der Ohe und Frau Alma Maria (Inschrift) als Vierständer-Hallenhaus auf Sockel in Fachwerk mit Ausfachungen in Stein, mit ziegel- und reetgedecktem Krüppelwalmdach, Niedersachsengiebel mit Uhlenloch, Pferdeköpfen, Ladeluke und der Grooten Door mit Korbbogen, Wirtschaftsteil mit nördlicher Traufe, zusätzlicher Quereinfahrt, Eingang zum Wohnteil an der Nordseite,[2]
- dem eingeschossigen Schafstall von 1719 als vertikal verbrettertes Zweiständer-Hallenhaus mit reetgedecktem Krüppelwalm, Uhlenloch und Pferdeköpfen als Giebelschmuck,[3]
- dem zweigeschossigen Treppenspeicher von 1856 (Inschrift) in Fachwerk (teils mit Steinausfachungen und teils verbrettert) mit Hochrähm und ziegelgedecktem Satteldach, um einen jüngeren Speicherflügel verlängert, südlicher Torsturz sowie Rähm im Südgiebel mit Inschriften, teilweise für Wohnzwecke umgebaut,[4]
- dem eingeschossigen, giebelständigen Landarbeiterwohnhaus von um 1850 in Fachwerk mit Steinausfachungen und teils gebogenen Streben, ziegelgedecktem Satteldach sowie mit zwei Zugängen zu den Wohnungen,[5]
- und dem Brunnen von 1831 mit Sandsteinfassung über rundem Grundriss, von einem Eisengurt eingespannt.[6]
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… ein annähernd vollständiges und originär erhaltenes Gesamtbild […] eine beispielhafte Ausprägung eines Gebäudetypus ….“
Etwa 500 m südwestlich von Altensothrieth befand sind das KZ-Außenlager Unterlüß, das auch den Namen Lager Unterlüß-Altensothrieth oder Tannenberg trug. Der Weg der Lagerinsassen zur Arbeit in Unterlüß führte immer über den Hof.